Hückelhoven - Verlauf der neuen Umgehungsstraße Hückelhoven ist schon sichtbar

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Verlauf der neuen Umgehungsstraße Hückelhoven ist schon sichtbar

Von: Daniel Gerhards
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Die Ortsumgehung ist im Bau: Die neue Trasse der L 117n wird über die Myhler Straße geführt. Insgesamt soll die 15,2 Millionen Euro teure Straße Ende des Jahres 2020 fertig sein. Foto: CUH
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Belastend ist für die Anwohner auch die große Zahl der Lkw, die durch Ratheim fährt. Viele kommen aus den Niederlanden oder rollen in Richtung Grenze. Wenn die Ortsumgehung freigegeben ist, möchte die Stadt Hückelhoven Heerstraße, Millicher Straße und Gronewaldstraße so umbauen, dass der Durchgangsverkehr tatsächlich um die Orte herumrollt. Foto: Daniel Gerhards
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Darauf hoffen auch viele Anwohner. Sie haben schon jetzt genug von der Straße. Ihre jahrelangen Forderungen nach einer Umgehungsstraße werden nun in die Tat umgesetzt. Nach Angaben von Straßen NRW läuft das Planungsverfahren für die L117n bereits seit 1998. Foto: Daniel Gerhards
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Die Heerstraße und die Millicher Straße in Ratheim sind stark vom Durchgangsverkehr belastet. Im Berufsverkehr staut sich die Schlange der wartenden Autos zuweilen aus Ratheim bis auf die ebenfalls stark verkehrsbelastete Gronewaldstraße in Millich. Das soll sich nach der Fertigstellung der Ortsumgehung ändern. Aktuell rollen 14 000 bis 15 000 Fahrzeuge über die alte L 117. Ist die Umgehungsstraße fertig, soll sich die Zahl auf 7000 bis 8000 reduzieren. Foto: Daniel Gerhards
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Im Rahmen des Straßenneubaus wird auch die Autobahnanschlussstelle Hückelhoven-West von der alten L117 zur neuen Umgehungsstraße verlegt. Eine sogenannte Querspange ermöglicht es den Autofahrern, dann vom Ortsausgang Millich zur L117n und somit zur Autobahn zu gelangen. Die Autobahnanschlussstelle soll im Laufe des Jahres 2020 verlegt werden. Foto: Daniel Gerhards

Hückelhoven. Das Gespräch wird immer wieder unterbrochen. Zu laut ist es, wenn die Lkw vorbeifahren. Dann versteht man an der Heerstraße in Ratheim kaum mehr sein eigenes Wort. Und an diesem Vormittag sei die Straße noch erträglich, sagt die Frau. „Nachmittags um fünf ist das viel schlimmer. Dann stehen die Autos bis nach Millich“.

Wenn sie über die Straße redet, spricht sie über eine Belastung für die Anwohner. Sie selbst habe ihr ganzes Leben lang dort gewohnt. Sie besitze ein Haus direkt an der Heerstraße. Ihren Namen möchte sie nicht nennen. Auch sonst wollen wenige Leute etwas sagen. Vielleicht zermürben das Leben mit und der Kampf gegen die Straße. Von letzterem zeugen die Schilder, auf denen eine Ortsumgehung gefordert wird. Sie hängen an vielen Häusern.

Die Ortsumgehung L117n kommt nun. Die Bauarbeiten haben begonnen. Das lange Warten der Anwohner soll also bald ein Ende haben. Zwischen Orsbeck und Ratheim baut der Landesbetrieb Straßenbau NRW einen Kreisverkehr. Dort beginnt die Umgehungsstraße. Auf den sich anschließenden 900 Metern werde auch schon die Trasse bis zum alten Bahndamm gebaut, sagt Markus Reul von Straßen NRW. Wo die Straße weiter verlaufen soll, ist gut sichtbar, denn im Winter hätten schon die Rodungsarbeiten für die Straße stattgefunden.

Ziel ist, die Orte Ratheim und Millich vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Aktuell ächzen die Orte zuweilen unter den Autokolonnen, die durch die Ortskerne rollen. Aktuell fahren 14.000 bis 15.000 Fahrzeuge am Tag über die L117 durch die beiden Orte; wenn die Umgehungsstraße fertig ist, sollen es nur noch 7000 bis 8000 täglich sein. Auch der Schwerlastverkehr könnte dann um die Orte herum fahren.

Wenn der erste Bauabschnitt, der die Umgehungsstraße vom neuen Kreisverkehr nahe Orsbeck um Ratheim herum zur Autobahn führt, fertig ist, soll dieser Straßenabschnitt gleich freigegeben werden. „Das ist schon eine Entlastung für den Ort Ratheim“, sagt Reul. Bereits gebaut hat der Landesbetrieb auf dem ersten Abschnitt die Brücke über die Myhler Straße und die Fußgängerunterführung Schlackerweg.

Die Überführung der Buscher Straße soll im kommenden Jahr folgen. Und im Jahr 2020 soll der Autobahnanschluss von der alten L117 nahe des Verbrauchermarktes hin zur neuen L117 verlegt werden. Eine sogenannte Querspange, über die man dann von der Millicher Straße in Ratheim und der Gronewaldstraße in Millich zur neuen Autobahnanschlussstelle kommt, ist bereits fertig. Dort hat Straßen NRW auch Mitfahrerparkplatz und Lärmschutzanlagen gebaut.

Während die Arbeiten am ersten Bauabschnitt noch laufen, soll im kommenden Jahr auch der zweite Bauabschnitt von der Autobahn bis zum Landabsatz begonnen werden. Zunächst möchte man sich dort um die Brücke für die Schaufenberger Straße und den Kreisverkehr am Landabsatz kümmern. Dort befindet sich schon ein Kreisverkehr an einem Schnellrestaurant. „Der wird vergrößert und etwas versetzt“, sagt Reul.

Insgesamt soll die 4,2 Kilometer lange Straße Ende des Jahres 2020 fertig sein. Planer Reul kalkuliert derzeit noch mit dem ursprünglichen Kostenrahmen 15,2 Millionen Euro.

Flankieren möchte die Stadt Hückelhoven das Projekt mit baulichen Veränderungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der jetzigen L117. So dass die Heerstraße, Millicher Straße und Gronewaldstraße in Zukunft vorwiegend nur noch von Anwohnern und Kunden anliegender Geschäfte genutzt werden.

„Ich bin mal gespannt, wie die Verkehrsberuhigung aussehen wird“, sagt die Frau, die ihr ganzes Leben an der Heerstraße verbracht hat. Was sie dann noch sagt, ist nicht zu verstehen. Zu laut sind die Lkw, die über den Asphalt donnern.

 

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