Heinsberg - Vanille und Schoko lassen auch in Heinsberg niemanden kalt

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Vanille und Schoko lassen auch in Heinsberg niemanden kalt

Von: Anke Capellmann
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Marvin Monego führt das italienische Eiscafé Monego bereits in der dritten Generation. Hier gibt es zwar auch „Schoko Cherry“, das beliebteste Eis bei seinen Gästen bleiben aber Schoko und Vanille oder auch das Spaghetti-Eis und der Erdbeer-Becher. Foto: Anke Capellmann
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Liebevolle Dekorationen findet man im Eiscafé il Cremino. Bald soll auch das „Schwarzwälder Kirschtorten“-Eis angeboten werden.
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Das Spaghetti-Eis ist ein Klassiker unter den Eiskreationen: Vanilleeis auf Sahne mit Erdbeersoße und weißer Schokolade.

Heinsberg. Die frühen Sonnenstrahlen sorgen bereits am Morgen für laue Temperaturen, kaum ein Wölkchen ist am blauen Himmel zu sehen. Das Gefühl von Sommer kommt langsam auf. Es ist noch früh am Morgen, gerade einmal 10 Uhr, und trotzdem herrscht im italienischen Eiscafé Monego in der Hochstraße schon Betrieb.

An den Tischen vor dem Café in der Heinsberger Innenstadt haben sich die ersten Gäste eingefunden. Manchen reicht zu dieser Stunde ein Milchkaffee, andere wollen lieber ein Eis kosten.

Der Verband der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland, Uniteis, hat die Eissorte „German Black Forest“ in Anlehnung an die Schwarzwälder Kirschtorte zur Sorte des Jahres 2018 ernannt. „Jedes Jahr wird eine Eissorte einem Land gewidmet. Und in diesem Jahr war Deutschland dran“, erklärt Annalisa Carnio, Sprecherin von Uniteis. Unter dem Namen „Schoko Cherry“ kann man die auserlesene Leckerei auch bei Marvin Monego genießen. Aber der absolute Renner bleibe in seinem Café das traditionelle Spaghetti-Eis, also Vanilleeis auf Sahne, kombiniert mit einer Erdbeersoße und weißer Schokolade.

Der 33-jährige Monego ist „Maestro Gelatiere“, zu deutsch Eismacher-Meister. Das Café ist ein Familienbetrieb, Monego führt es jetzt in der dritten Generation. Ursprünglich kommt seine Familie aus dem italienischen Val di Zoldo, ein Tal in den südlichen Dolomiten. Von den rund 4000 Eiscafés, die es derzeit in Deutschland gibt, werden die meisten von italienischen Eismachern betrieben. Diese wiederum stammen laut Uniteis zu drei Vierteln aus zwei Tälern in den Dolomiten: dem bereits genannten Val di Zoldo und dem Val di Cadore.

Auch Monegos Großvater kam nach Deutschland, um hier sein Eis zu verkaufen. Vor mehr als 60 Jahren eröffnete er das Café in der Hochstraße. Mittlerweile ist er im Ruhestand und lebt wieder in den Dolomiten. Jetzt ist der junge Marvin Monego, sein Enkel, für das Geschäft verantwortlich. Am Ende der Eis-Saison eines jeden Jahres zieht es die Familie aber wieder zurück in das italienische Eistal. „Wenn wir Ende Oktober das Eiscafé schließen, kehren wir zurück in unsere Heimat. Dort gehen wir dann unseren ursprünglichen Berufen nach. Ich als Eishockey-Spieler, mein Vater als Skilehrer ... Wir sind alle irgendwie Wintersportler“, sagt Monego. Im Februar komme man dann nach Deutschland zurück, dann gehe das Eis-Geschäft wieder los.

Nach uralter Tradition

Monego macht sein Eis selbst –nach uralter Tradition natürlich. Für das Basiseis, also die Grundlage für jede Sorte, bezieht er fast ausschließlich Produkte aus der Heinsberger Region. „Ich finde es wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen. Das versuche ich, indem ich regionale Zutaten für das Basiseis verwende.“ Die Bestandteile, die später für die unterschiedlichen Geschmäcker verantwortlich sind, beispielsweise Haselnüsse und Pistazien, stammen zu 99 Prozent aus Italien. Es gibt auch Diabetiker-Eis und veganes Eis. „Vor allem die Nachfrage nach veganem Eis wird immer größer“, erklärt Monego. Alles werde frisch vor Ort gemacht. Gerade jetzt in der Erdbeer-Zeit bringe er oft den Erdbeer-Becher an die Tische. Mit Früchten aus der Heinsberger Region.

Im Eiscafé il Cremino in der Lieckerstraße gibt es traditionelles Eis aus Süditalien. In eigener Herstellung macht der junge Inhaber Giuseppe Sambito hier das Eis, das seine Familie auch in der Heimat in Süditalien verkauft. Seine Pforten hat das Eiscafé il Cremino erst im April geöffnet. Die Eissorte des Jahres gibt es bei Sambito derzeit noch nicht. „Wir wollen aber demnächst natürlich auch das ‚Schwarzwälder Kirschtorten‘-Eis anbieten“, sagt er. „Am liebsten essen unsere Gäste derzeit Vanilleeis oder Pistazieneis.“ Die verschiedenen Eissorten hinter der Glasscheibe der Theke sind liebevoll dekoriert mit Erdbeeren, Melonenscheiben, Schokohörnchen und Kaffeebohnen – ganz nach süditalienischer Art.

Vanille zählt mit rund 600 Euro pro Kilo zu den teuersten Gewürzen der Welt. Als Reaktion auf die hohen Preise und aus Angst vor Diebstählen werde Vanille oft viel zu früh geerntet, beklagt der Chef der Vanille-Exporteure aus Madagaskar, Georges Geeraerts.

Dass Vanille immer teurer werde, weiß auch Fritz Birkenhoff, Inhaber des Eiscafés Domino in der Hochstraße. „Trotzdem essen unsere Gäste am liebsten Vanille-, Schoko- oder Erdbeereis. Die Klassiker laufen halt am besten“, sagt Birkenhoff. Es gebe immer mal wieder neue Sorten, das belebe das Geschäft. Am Ende wollten die Leute aber die Klassiker.

Birkenhoff ist eigentlich gelernter Konditor. Seine Familie macht allerdings schon seit Generationen Eis. Im Jahr 1986 hat Birkenhoff dann das Eiscafé Domino eröffnet. Schwarzwälder Kirschtorte – dieses Eis werde hier schon Jahre verkauft. „Schon bevor die Sorte zum Eis des Jahres wurde“, sagt Birkenhoff und lacht.

Neben dem selbst gemachten Eis kann man bei Birkenhoff auch selbst gemachten Kuchen, Waffeln und Crêpes essen. Im Sommer stehe aber das Eis im Vordergrund. Möchte man das klassische Spaghetti-Eis mal anders haben, dann wird man bei Domino fündig. Ein Blick in die Eiskarte verrät, hier gibt es auch Spaghetti-Eis mit Banane, Kiwi, Amarenakirschen und Eierlikör.

Karamellisierte Feigen

Von Skurrilitäten wie schwarzem Vanilleeis, gefärbt mit Aktivkohle, halten Monego, Sambito und Birkenhoff wenig. „Das verfälscht das Eis“, sagt Sambito. Auch Monego mag es lieber traditionell. „Natürlich probieren wir auch neue Sorten aus, zum Beispiel haben wir Mascarpone-Eis mit karamelisierten Feigen. Aber Kohle im Eis, das muss nicht sein“, erklärt Monego.

Auch der Verband der italienischen Speiseeishersteller hat festgestellt, dass die Konsumenten am Ende traditionell sind. Es gebe zwar immer mal wieder etwas Neues, aber am Ende laufe das Geschäft eigentlich mit Vanille und Schokolade. „Es gibt auch Eis mit Pfeffer oder Chili. Im Endeffekt ist es eben reine Geschmackssache“, sagt Birkenhoff.

 

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