Wegberg-Arsbeck - Unterbringungseinrichtung Petersholz: Infos am Runden Tisch

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Unterbringungseinrichtung Petersholz: Infos am Runden Tisch

Von: Helmut Wichlatz
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Im Dialog: Vertreter der Bezirksregierung und der Stadt Wegberg erörterten mit rund 200 Bürgern in Arsbeck den Plan, künftig in Petersholz Flüchtlinge unterzubringen. Foto: Helmut Wichlatz

Wegberg-Arsbeck. Rund 200 Bürger waren auf Einladung der Stadt und der Bezirksregierung Köln ins Forum der Katholischen Grundschule gekommen, um sich über die geplante Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) auf dem ehemaligen britischen Wohngelände bei Petersholz zu informieren.

Deutlich wurde dabei: Entgegen vorheriger Verlautbarungen sei nicht mit einem Einzug der ersten Bewohner im März zu rechnen. Vielmehr müsste eine europaweite Ausschreibung auf der Suche nach einem Betreiber der Einrichtung erfolgen, betonte der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz aus Köln. Er war zusammen mit den zuständigen Ressortleitern Andreas Schwerdt und Thomas Metz gekommen, um die Gründe und die Pläne zu erläutern.

So erfuhren die Zuhörer, dass die Bewohner der Anlage nur wenige Wochen in Petersholz bleiben sollten, bevor sie in eine Kommune weitergeleitet werden. Petersholz sei auch die erste ZUE im Regierungsbezirk Köln und für die Bewältigung der steigenden Zahl von Flüchtlingen dringend nötig. Geplant werde für 500 Bewohner mit einem „Puffer“ von 300, also bis zu 800 Bewohner, erklärte Steitz.

Im Jahresschnitt sei jedoch mit einer Belegung unter 800 Personen zu rechnen. Der Pachtvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) werde auf fünf Jahre abgeschlossen und betreffe ein Areal in der Mitte des ehemals von Angehörigen der britischen Streitkräfte bewohnten Komplexes. Dort sei ein ehemaliger Shop, in dem die Verwaltung und auch ein Kiosk für die Bewohner eingerichtet werden könnten.

Bei einer Begehung des Geländes habe sich das als beste Lösung herauskristallisiert, erläuterte Steitz. In Petersholz fänden die Flüchtlinge nach den Anstrengungen der Flucht „ideale Bedingungen“ vor, um wieder zur Ruhe zu kommen und sich zu orientieren. Ein fertiges Konzept könne er den Menschen nicht präsentieren, betonte Steitz. Denn auch seine Behörde sei sehr kurzfristig mit der Problemstellung konfrontiert worden. Daher lud er die Anwesenden ein, sich bei der Planung der Details einzubringen.

So soll ein Runder Tisch regelmäßig über den Stand der Ausschreibung und der weiteren Entwicklung berichten. Dort könnten Bürger aber auch eigene Ideen einbringen. Für die Kirchen sagten Pfarrerin Jutta Wagner und Kaplan Michael Marx ihre Mitarbeit zu. Bürgermeister Michael Stock erklärte, dass sich Interessenten wegen des Runden Tisches bei der Stadtverwaltung melden könnten. An den monatlichen Treffen sollen neben den Bürgern und der Stadt auch Vertreter der Bezirksregierung teilnehmen.

Ausländerfeindliche Parolen waren bei der Bürgerversammlung nicht zu hören. Im Gegenteil. Die betroffenen und interessierten Bürger kritisierten vielmehr den Lagercharakter der Einrichtung und forderten Maßnahmen zur Integration und sozialen Einbindung. „Ich bin froh, dass wir hier die Möglichkeit haben, Flüchtlinge aufzunehmen“, betonte eine junge Frau aus Arsbeck.

Fragen gab es auch zum zukünftigen Betreiber der Einrichtung und dessen Sicherheitsdienst. Die Nachrichten aus Herford und Bad Berleburg über gewalttätige Wachdienste scheinen die Menschen aufgerüttelt zu haben. Aus diesen Erfahrungen habe man gelernt und die neuen Qualitätskriterien entsprechend angepasst, erklärte Steitz.

Alle anfallenden Kosten im Zusammenhang mit der ZUE werden vom Land bestritten. Die Stadt ist lediglich im Rahmen planerischer Genehmigungen und Anpassung der Nutzungspläne involviert. Ab der Inbetriebnahme der Einrichtung würden auch die Zuweisungen an Flüchtlingen für Wegberg entfallen.

An der Notwendigkeit der Unterkünfte am Philosophenweg und der Nordstraße sowie in Arsbeck ändert die geplante Einrichtung der zentralen Unterkunft nichts. Auch eine vorzeitige Aussetzung der Zuweisung mit Verweis auf Petersholz, wie sie im Rat diskutiert wurde, wird es seitens der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg nicht geben. Angesichts von prognostizierten 3400 bis 3800 neuen Antragsstellern pro Monat in NRW und der daraus resultierenden Überlastung der Aufnahmeeinrichtungen sei damit auch nicht zu rechnen, erklärte Steitz.

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