Erkelenz-Borschemich (neu) - Ungewöhnliches Fest für ungewöhnlichen Bau

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Ungewöhnliches Fest für ungewöhnlichen Bau

Von: hewi
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Pfarrer Werner Rombach (r.) erläutert Pfarrer Günter Wild das Modell. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Borschemich (neu). Etwas ungewöhnlich ist es schon, wenn Richtfest und Grundsteinlegung eines Neubaus zusammen gefeiert werden. Doch das Gemeindezentrum mit Kapelle in Borschemich (neu) ist auch ein ungewöhnlicher Bau.

Denn welche über Jahrhunderte gewachsene Pfarrgemeinde muss schon mit Sack und Pack umziehen, um an einem anderen Ort neu zu beginnen? Pastor Werner Rombach hatte nun innerhalb weniger Wochen gleich zweimal die Gelegenheit, Grundsteine für neue Gemeindezentren zu legen. Denn neun Wochen vor Borschemich wurde auch schon in Immerath (neu) das neue Gemeindezentrum gefeiert.

Viele Borschemicher waren gekommen, um dabei zu sein, als der neue Grundstein gleich über dem alten aus der alten Kirche ins Mauerwerk eingelassen wurde und Rombach anschließend symbolisch ein paar Nägel in den Dachstuhl schlug. Wehmut über den Verlust der alten Heimat lag über der Zeremonie. Rombach betonte, dass sich der neue Ort entfalte und mehr und mehr zur Heimat werde.

Das Gemeindezentrum werde dazu beitragen. „Doch die schönste Kirche taugt nichts ohne die Menschen, die sie mit Leben füllen“, mahnte er. „Stellen Sie sich Borschemich ohne Menschen vor – das hätte man sich ja glatt schenken können.“ Er forderte die Borschemicher auf, ihre über Jahrhunderte am alten Ort gepflegte Gemeinschaft auch am neuen Standort weiterleben zu lassen. Ab dem 3. Mai 2015 wird das Gemeindezentrum mit Kapelle wieder als Mittelpunkt des Dorflebens zur Verfügung stehen.

Die Urkunde, die mit Münzgeld und Zeitungen in den Grundstein gelegt wurde, war ebenso wie die Immerather von der Aachener Kalligrafin Silke Schmithausen gestaltet worden. Eine Kopie der von Rombach, Vertretern der Gemeinde und Bürgermeister Peter Jansen unterschriebenen Urkunde wird neben den in die Wand eingefassten Steinen hängen und an das Datum der Grundsteinlegung und die Bereitschaft zur Gemeinschaft am neuen Standort erinnern.

Die lateinische Inschrift des Grundsteins bedeutet „Erbaut 2014, Eingeweiht 2015“, die des alten „Erbaut 1907, Eingeweiht 1915“. Neben der alten Borschemicher Kirche stand ein noch älteres Kirchengebäude, das Anfang des 20. Jahrhunderts dem Neubau weichen musste. Architekt Elmar Paul Sommer aus Monschau, der auch für das Immerather Gemeindezentrum verantwortlich ist, sprach von der Umsetzung einer „Idee von Gemeinschaft im Maßstab eins zu eins“ und verwies auf das massive Mauerwerk, dessen Steine im Erkelenzer Land gebrannt und von Erkelenzer Handwerkern verbaut wurden.

„Die Steine wurden in eine bestimmte Ordnung gebracht“, erklärte er. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn Raum entsteht.“ Den Borschemichern wünschte er „das Gefühl angekommen zu sein“. Denn sie seien die Steine, die die Kirche ausmachten. Nachdem Rombach beim ersten Spatenstich des Borschemicher Gemeindezentrums schon seine Qualitäten als Baggerführer unter Beweis gestellt hatte, verschlug es ihn zum Richtspruch des Zimmermanns Thomas Heinrichs selbst aufs Dach, wo er dem Holzgebälk noch ein paar Nägel hinzufügte.

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