Umsiedler: Zweigeteilte Lösung mit „grünem Kreuz“

Von: hewi
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Anhand von Schautafeln orientierten sich die Umsiedler über die Möglichkeiten ihrer neuen Standorte. Uli Wildschütz (2.v.r.) vom Büro Raumplan, nahm dabei zu allen auftretenden Fragen Stellung. Foto: Passage

Erkelenz-Keyenberg. Die Würfel sind gefallen. Die Mehrheit der Umsiedler aus Keyenberg, Unter- und Oberwestrich, Kuckum und Berverath haben sich für die Planungsvariante eins mit einem System von zwei Ringstraßen entschieden. Dies wurde auf dem neunten Treffen in der Keyenberger Mehrzweckhalle verkündet.

Dort hatten sich in Workshops schon zuvor zwei Planungsvarianten für den neuen Standort bei Borschemich (neu) herauskristallisiert. Die Unterschiede lagen im Detail. Sah die eine Variante eine durchgehende Dorfstraße vor, war es bei der anderen ein System von zwei Ringstraßen, über die die neuen Ortschaften von der Bundesstraße 57 aus erreicht werden können.

Für diese Variante hatten sich schon rund 60 Teilnehmer des letzten Workshops entschieden. Der Bürgerbeirat hatte daraufhin eine erneute Abstimmung beantragt, um das Ergebnis repräsentativer zu machen und auf einer breiten Basis zu untermauern. Und so hatte die Stadt in den Sommerferien erneut alle Umsiedlerhaushalte aus den fünf Ortschaften angeschrieben und zur Abstimmung aufgefordert.

Von den 684 Haushalten nahmen rund 28 Prozent (193 Haushalte) an der Abstimmung teil – auch kein wirklich repräsentatives Ergebnis. Die geringe Teilnahme sei auch darauf zurückzuführen, dass viele Betroffene nicht an der Umsiedlung teilnehmen wollen und es ihnen daher egal ist, wie der „Retorten-Ort zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven“ aussehen wird, hieß es seitens des Bürgerbeirates.

Die Wahl ist auf eine zweigeteilte Lösung mit einem „grünen Kreuz“ in der Mitte gefallen. Der Entwurf sieht verschiedene Siedlungsbereiche und kleine Nachbarschaften vor. Dazu kommen Dorfplätze, ein Teich und Wasserläufe sowie eine Kapelle und andere Elemente, die ein Dorf haben sollte.

Allgemeine Zufriedenheit

Angesichts dieses Ergebnisses herrschte allgemeine Zufriedenheit bei den Beteiligten. „Die Variante birgt viel Potenzial“, betonte der Planer Uli Wildschütz bei der Vorstellung des Entwurfs. Mit dieser Festlegung ist die Beteiligung der Umsiedler aber noch nicht beendet.

Denn es wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit den Themen Energie und Gebäudetechnik, Ver- und Entsorgung, Mobilität und Kommunikation sowie Demografie und Wohnformen befassen sollen.

Deren Ergebnisse sollen bis zum Sommer 2014 in die endgültige Planung des neuen Standortes einfließen. Zuvor jedoch müssen noch der Braunkohleausschuss der Stadt, der Stadtrat und der zuständige Ausschuss der Bezirksregierung Köln passiert werden. Die beiden Planer Uli Wildschütz und Professor Rolf Westerheide werden die Planung und die Arbeit der Arbeitsgruppen weiterhin unterstützen.

Ein weiteres Thema beschäftigt den Bürgerbeirat, und zwar der Umgang mit der Natur. Mario Schmitz präsentierte eine Liste mit 440 Unterschriften, in der die Unterzeichner fordern, dass ökologische Ausgleichsflächen seitens der RWE am neuen Standort und nicht „irgendwo weit draußen“ in der Rekultivierungsfläche geschaffen werden sollen.

Die Liste wurde NRW-Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch in Immerath (neu) übergeben. Ziel ist es, das Schutzgebiet Niersaue im Bereich des neuen Standortes wieder anzulegen. „Wir müssen darüber sprechen, was zu tun ist, damit es ein attraktiver Standort wird“, erklärte Schmitz.

Kritische Töne

Bei der anschließenden Diskussion kamen aber auch kritische Töne auf. Ein Landwirt aus Rath-Anhoven fragte nach den Ausgleichsflächen, die er benötige, um die Landwirtschaft weiter betreiben zu können. Ihm gehen durch den neuen Standort an den Toren Rath-Anhovens über 50 Morgen Land verloren, die mangels zur Verfügung stehender Ausgleichsflächen nicht ersetzt werden können.

Der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg stellte klar, dass die Stadt Erkelenz nur eine kommunale Planungshoheit besitze und dieses Thema daher an übergeordneter Stelle in der Bezirksregierung beraten werden müsse.

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