Wassenberg - Überzeugender Auftritt mit klaren Worten

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Überzeugender Auftritt mit klaren Worten

Von: Anna Petra Thomas
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NRW-Verkehrsminister Michael Groschek fand in Wassenberg klare Worte in der Diskussion um die B221 n. Foto: Anna Petra Thomas
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NRW-Verkehrsminister Michael Groschek trägt sich ins Goldene Buch von Wassenberg ein. Rechts Bürgermeister Manfred Winkens. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Ein Wahlkampftermin, ja. Und doch war der Besuch von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek am frühen Samstagabend in Wassenberg mehr. Nicht nur seine Genossen vor Ort und die vom Straßenlärm in der Innenstadt geplagten Bürger, sondern auch CDU-Bürgermeister Manfred Winkens war beeindruckt von den Worten des Ministers, an denen er jetzt gemessen werden wird im Fortgang der Realisierung der Ortsumgehung von Wassenberg, der B221 n.

Flankiert vom SPD-Unterbezirksvorsitzenden und Bundestagskandidaten Norbert Spinrath und dem Wassenberger Ortsvereinsvorsitzenden Leo Stassny kam Groschek nach einem kurzen Spaziergang entlang der B 221 auf den Roßtorplatz, ganz lässig in Jeans, offenem Hemd und dunklem Sakko. „Ich bin zum ersten Mal da und fühle mich gleich wohl“, erklärte er Winkens lachend. Er folgte zunächst der Bitte des Bürgermeisters, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen nicht ohne zu bemerken, seine Krawatte doch im Auto gelassen zu haben.

„Wir sind wirklich stolz, dass Sie gekommen sind“, sagte Winkens. „Wir alle hier haben große Erwartungen an Sie. Wir hoffen, dass Sie uns helfen können.“ Jeder, der auf den Roßtorplatz gekommen sei, habe den Wunsch, ihn persönlich um Hilfe zu bitten. „Ich habe kein Patentrezept in der Tasche“, erwiderte Groschek. Aber es gebe sicherlich rund 7000 gute Gründe, das Problem endlich zu lösen.

Der Minister machte deutlich, dass der Bund allerdings nur eine Komplettlösung finanzieren werde, also die Bauabschnitte drei als Umgehung von Wassenberg und den Lückenschluss (Bauabschnitt vier) weiter Richtung Heinsberg, dessen Trassenführung allerdings weiter in der Diskussion ist. So fordert der Nabu derzeit, auf den geplanten Bauabschnitt vier wegen des damit verbundenen Eingriffs in die Rur- und Wurmaue ganz zu verzichten und den Verkehr alternativ über die L117 n als Ortsumgehung von Ratheim auf die A46 zu führen.

„Eine Teillösung ist nicht förderfähig“, so die klaren Worte des Ministers. Heißt: So lange es Diskussionen um die Trassenführung für den vierten Bauabschnitt gibt, wird auch der dritte Bauabschnitt nicht begonnen werden können. Er werde nach der Bundestagswahl und noch vor den Herbstferien zu einem runden Tisch nach Düsseldorf einladen, um die bestehende Problematik zu diskutieren. „Ich werde Ihnen danach eins zu eins berichten“ versprach er. Er könne nicht versprechen, dass morgen die Bagger rollen, wohl aber, „dass ich mich verantwortlich fühle und dass ich mich verantworte“, sagte er. „Ich bin heute nicht als Grußaugust hier! Wir werden das Problem nicht auf die lange Bank schieben.“ Er sei sehr dafür, auch den Nabu zu diesen Gesprächen einzuladen. „Nur miteinander werden wir eine tragfähige Lösung finden.“

Stassny berichtete dem Minister von Seniorinnen, die er bei seiner Wahlkampftour entlang der B221 besucht habe und die ihm erzählt hätten, innerhalb von 25 Minuten 465 vorbeifahrende Fahrzeuge gezählt zu haben. Andere Bürger erzählten von Problemen, mit ihrem Auto überhaupt aus ihrer Hauseinfahrt auf die Straße zu gelangen. „Es gilt, die Natur zu schützen, aber die Menschen, die hier leben, müssen auch geschützt werden“, erklärte Ex-Stadtdirektor Walter Windeln und erntete dafür lauten Beifall.

Groschek berichtete schließlich von Beispielen aus anderen Regionen des Landes, wo ein runder Tisch für Lösungen gesorgt habe, etwa beim Bau der A52 im Ruhrgebiet oder der A46 im Hochsauerland. „Wenn sich bei Gesprächen am runden Tisch alle fair und gleichberechtigt behandelt fühlen, kriegen wir Lösungen hin“, verbreitete er Optimismus.

Bevor er aus Wassenberg mit seinen Genossen weiter Richtung Wegberg eilte, nahm er auch vor Ort Stellung zum Thema Eiserner Rhein. „Der darf nicht durch die Wohnzimmer der Wegberger führen“, sagte er. „Es gibt andere Lösungen“, sprach er sich für die Alternativtrasse entlang der A52 aus. „Mit mir und mit der Landesregierung wird es keine andere Trassenführung geben!“

„Das war überzeugend ehrlich. Ich freue mich riesig, ihn bald wiederzusehen“, erklärte Winkens im Anschluss und machte keinen Hehl aus seinem Unverständnis, dass nicht mehr Vertreter aus dem Stadtrat, auch aus seiner eigenen Partei, vor Ort waren. „Das ist kein Politikum. Wir brauchen diese Straße.“

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