Heinsberg - Über eine Million Euro Mehrausgaben in der Jugendhilfe

Über eine Million Euro Mehrausgaben in der Jugendhilfe

Von: anna
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Heinsberg. Mit den geplanten Haushaltsmitteln der Jugendhilfe für das Jahr 2013 befasste sich der Jugendhilfeausschuss. Dabei stehen fast gleich hohen Erträgen in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro steigende Aufwendungen von rund 9,7 Millionen Euro und damit rund 1,1 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr gegenüber.

Bernd Kleinjans vom Jugendamt nahm zu einigen Positionen auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Franz Jakobs Stellung.

So steige zum Beispiel der Ansatz in der Tagespflege um mehr als 30 Prozent auf 160.000 Euro, weil die Nachfrage nach Pflegemüttern sehr hoch sei und daher mehr Tagespflegeplätze vorgehalten werden müssten. Höhere Ausgaben bei der Unterhaltung der Kindergärten sollen aufgrund von Dachsanierungen in Karken, Lieck und Waldenrath mit rund 275.000 Euro zu Buche schlagen und mit weiteren 100.000 Euro für Brandschutzmaßnahmen im Kindergarten an der Sittarder Straße.

Weitere Kostenerhöhungen ergäben sich durch die Betreuungen von Kindern und Jugendlichen in der Heimbetreuung, so Kleinjans. Seien in früheren Jahren von 100 Kindern 60 in der Regel-Heimbetreuung gewesen, habe sich dieses Verhältnis aufgrund der gestiegenen Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten umgekehrt. Das gehe hin bis zu einer Intensivbetreuung, „in nicht wenigen Fällen eins zu eins“, erklärte er. Wenn es auch gelungen sei, die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der Heimerziehung durch ambulante und präventive Maßnahmen zu senken, so gebe es umgekehrt derzeit zwei Fälle, wo die Betreuung pro Monat je 6000 Euro koste.

In Bezug auf die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche könne der Kostenansatz nur gehalten werden, ergänzte Kleinjans. Hier seien die Fallzahlen von Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkulie zwar rückläufig. Hingegen sei es aber notwendig, einigen Kindern einen Integrationshelfer zu stellen, der sie in den Unterricht begleiten müsse, damit sie diesem überhaupt folgen könnten. Zudem gebe es vermehrt Fälle von Kindern und Jugendlichen mit sogenanntem Asperger-Autismus. Nach diesen Erläuterungen stimmte der Ausschuss den Planungen einstimmig zu.

Zum Stand des Ausbaus der Kindertageseinrichtungen für Kinder im Alter unter drei Jahren nahm Jugendamtsleiter Heinz-Peter Stein Stellung. Für 645 Kinder würden zum 1. August 2013 insgesamt 190 Plätze zur Verfügung stehen. Dies entspreche einer Quote von 29,5 Prozent. Rechne man 40 weitere Tagespflegeplätze (6,2 Prozent) hinzu, werde die bundesweite Vorgabe mit einer Quote von 35,7 Prozent erfüllt. Zum 1. August dieses Jahres hätten 108 Plätze in städtischen Kindergärten, 54 in katholischen Kindergärten und fünf Plätze bei der Lebenshilfe zur Verfügung gestanden. Dies entspreche einer Quote von 25,9 Prozent. Nach der Steigerung auf 29,5 Prozent im nächsten Jahr soll die Quote in den Einrichtungen für 2014 auf 38,8 Prozent gesteigert werden, immer zuzüglich der 6,2 Prozent an Tagespflegeplätzen.

Peter Maaßen vom Jugendamt resümierte noch einmal das Konzept des neuen Jugendcafés „LoonyDay“, dessen Träger die Stadt sowie die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam sind. „Damit haben wir ein neues Kapitel in der offenen, mobilen Jugendarbeit aufgeschlagen“, sagte er. Die Ökumene der beiden christlichen Kirchen in diesem Projekt sei kreisweit einzigartig und sicherlich wegweisend. Beide Kirchen hätten gute Mitarbeiter gefunden, die ihre neue Aufgabe motiviert und mit viel Elan wahrnehmen würden. Die neue Einrichtung werde gut angenommen, sie sei gut frequentiert. Davon machten sich die Mitglieder dann bei einem kurzen Besuch in der neuen Einrichtung selbst ein Bild.

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