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Trotz geringer Parkgebühren: Viele Knöllchen im Kreis Heinsberg

Von: Daniel Gerhards
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Billiger als ein Knöllchen: Die Kosten für einen Parkschein in Heinsberg sind überschaubar. Der Automat berechnet fünf Cent für sechs Minuten. Ein Knöllchen kostet dagegen gleich zehn Euro. Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg. Das ist ganz schön ärgerlich: Der Einkauf dauert ein wenig länger als geplant. Und die Uhr tickt. Irgendwann läuft der Parkschein ab. Und dann wird das Parken zum teuren Vergnügen: Zehn Euro kostet die Knolle, wenn eine Politesse ein Auto ohne gültigen Parkschein oder Parkscheibe findet. Solche Verwarngelder sind für die Städte ein lohnendes Geschäft.

Falschparker bescheren den Kämmerern in Heinsberg, Erkelenz und Hückelhoven jährlich Einnahmen im sechsstelligen Bereich.

In der Heinsberger Innenstadt ist der Parkdruck sehr hoch. Täglich rollen Tausende Autos durch die Innenstadt. Und einige halten sich nicht an die Parkvorschriften. Im Heinsberger Stadtkern – damit ist der Bereich mit maximal drei Gehminuten Entfernung bis zur Hochstraße gemeint – gibt es rund 800 gebührenpflichtige und etwa 500 kostenlose Parkplätze. Sechs Minuten Parken kostet auf den bewirtschafteten Parkplätzen fünf Cent. Eine Stunde Parken kostet also 50 Cent.

Einigen scheint das aber noch zu teuer zu sein. Deshalb schrieben die Politessen der Stadt in 2014 bereits mehr als 15.200 Knöllchen. In 2013 waren es 27.558, was der Stadt Einnahmen von 285.752 Euro bescherte. Dabei handelt es sich um Verwarnungs- und Bußgelder. Denn wenn man das Verwarnungsgeld nicht zahlt, wird automatisch ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

In Erkelenz zahlt man für die erste halbe Stunde 25 Cent für den Parkplatz. Danach kosten sechs Minuten fünf Cent. Der Preis für das Parken auf den 558 gebührenpflichtigen Stellplätzen in der Erkelenzer Innenstadt und den 98 Parkplätzen in der Tiefgarage an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße ist also vergleichbar mit den Gebühren in Heinsberg. Im ersten Halbjahr 2014 stellten die Erkelenzer Politessen rund 5300 Knollen aus. In 2013 waren es 11.019 schriftliche Verwarnungen für ordnungswidriges Parken. Das brachte der Stadt Einnahmen in Höhe von 129.029 Euro in 2013 und 69.849 Euro im ersten Halbjahr 2014. In 2013 wurden die Gebühren für das normale Knöllchen von fünf auf zehn Euro erhöht.

Wie viel Geld die Stadt Hückelhoven durch Knöllchen einnimmt, kann bei der Verwaltung niemand genau sagen. Das liegt daran, dass sich die Stadt dafür entschieden habe, nicht kenntlich zu machen, wie produktiv eine Politesse im Schnitt arbeitet, sagt Holger Loogen von der Stadtverwaltung. Dass keine genauen Zahlen vorliegen, sei also so gewollt.

3000 kostenfreie Parkplätze

Nur so viel: Im Haushaltsansatz der Stadt Hückelhoven für 2013 und 2014 sind 120.000 Euro Buß- und Verwarnungsgelder eingeplant. Darunter fallen auch Gewerbebußgelder und sonstige Bußgelder, die der Ordnungsdienst ausstellt. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass der weitaus größte Teil dieser Bußgelder von Autofahrern kommt, die ein Knöllchen bekommen haben.

In Hückelhoven gibt es keine Parkgebühren. Die Stadt versteht diesen Verzicht als Standortvorteil für den Einzelhandel. In der Hückelhovener Innenstadt gibt es laut Stadtmarketing rund 3000 kostenlose Pkw-Parkplätze.

Ebenfalls kostenlos ist das Parken in Wassenberg. Dort benötigt man lediglich eine Parkscheibe. Und wer diese dort zuletzt vergaß, ging trotzdem kein hohes Risiko auf eine Zehn-Euro-Knolle ein. Denn die Stadt habe „aus personellen Gründen weniger kontrolliert als normalerweise“. In Zukunft wolle man wieder mehr Kontrolleure einsetzen.

Richtig teuer wird es dagegen, wenn man so parkt, dass man zum Beispiel Rettungswege verstellt. Dann kann der Abschlepper das Auto an den Haken nehmen. Das passiert in Heinsberg allerdings recht selten. Im laufenden Jahr ordnete das Amt bislang drei Abschleppmanöver an, in 2013 waren es fünf. „Wir lassen nur abschleppen, wenn das parkende Fahrzeug den Verkehr so stark behindert, dass es weg muss“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Paulus. Ansonsten setze die Stadt alles daran, dass der Halter sein Fahrzeug selber entfernt.

Auch in Erkelenz ist die Zahl der abgeschleppten Pkw überschaubar. Im ersten Halbjahr 2014 wurden fünf ordnungswidrig geparkte Autos an den Haken genommen. In 2013 waren es zwei. Zusätzlich ließ die Stadt in 2014 ein und 2013 zwei abgemeldete Fahrzeuge entfernen. Auf den Abschleppkosten für solche „Schrottkarren“ bleibt die öffentliche Hand oft sitzen, da die Besitzer meist nicht ausfindig zu machen sind.

In Sachen Abschleppen geht die Stadt Hückelhoven schon rigoroser vor. In 2013 ließ die Stadt den Abschleppdienst 15 Fahrzeuge entfernen. Die meisten Autos wurden am Adolfosee in Ratheim abgeschleppt. Dort gab es mehrere Aktionen gegen vogelwildes Parken, bei denen jeweils gleich mehrere Autos abgeschleppt worden seien. In 2014 habe die Stadt noch kein falsch geparktes Auto abschleppen lassen.

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