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Trauerzug und Gedenkstunde in Wassenberg

Von: kkli
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Wassenberg. Am Volkstrauertag, Sonntag, 16. November, findet eine Gedenkstunde für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege statt.

Bürgermeister Manfred Winkens, der die Ansprache zu diesem besonderem Anlass halten wird, lädt die Bürgerschaft zur Teilnahme ein. Der Musikverein St. Martinus Orsbeck-Luchtenberg, der Propsteichor St. Georg Wassenberg, Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule Wassenberg, das Trommler- und Pfeifercorps und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wassenberg gestalten gemeinsam die Feierstunde.

Der Trauerzug nimmt gegen 11.30 Uhr Aufstellung an der Gemeinschaftsgrundschule Kirchstraße Wassenberg zum gemeinsamen Zug zum Waldfriedhof.

Während des letzten Vortrages erfolgt die Niederlegung der Kränze am Ehrenmal. Der große Ehrenfriedhof auf dem Wassenberger Waldfriedhof ist die einzige zentrale Stätte im Kreisgebiet, auf der viele der bei den Kampfhandliungen 1944/45 gestorbenen Menschen begraben sind.

Die Vielzahl der Opfer – es sind über 40 Männer, Frauen und sogar ein Kind – starben bei den schweren Luftangriffen Ende Oktober 1944 und im Januar 1945, als auch die Wassenberger Altstadt von Bomben der alliierten Streitkräfte Wassenberg angegriffen wurden.

Diese Angriffe hatten eine besondere Bedeutung, weil gerade dieser Frontabschnitt Teil des so genannten „Westwalles“ war, der schon 1938 durch die Regierung als Verteidigungslinie bei einem möglichen Krieg dienen sollte. Manche dieser Bunker wurden in den Jahren nach Kriegsende gesprengt. Dazu gehörten auch Bunker im Burggelände in der Nähe des Bergfrieds.

Alte Wassenberger erinnern sich noch deutlich an den ersten Angriff am 26. Oktober 1944, als im Friseursalon Willy Mohnen in der heutigen Roermonder Straße der über 90-jährige Hans Flecken und eine Dame aus Heinsberg mit ihrem kleinen Kind getötet wurden. Eine größere Anzahl Wassenberger wurden schwer verletzt. Die Toten ruhten auf dem Wassenberger Waldfriedhof, bis die Gedenkstätte am Wanderweg A 2 nach den Plänen des Aachener Professors Schreiber nach einem Antrag des Heimatverein Wassenberg errichtet wurde.

Manche Schulklasse auch aus dem Aachener Raum hat diese Gedenkstätte im Laufe der Jahre aufgesucht und hier auch Soldatengräber eigenhändig gepflegt. Die Gedenkstätte, die in ihrer Inschrift auch die Opfer der Gewaltherrschaft der Nazis einbezieht, wurde in den ersten Jahrzehnten sehr stark besucht. So kam die Eigentümerin des berühmten Zirkus Sarasani jedes Jahr für einige Zeit nach Wassenberg, um das Grab ihres Sohnes auf dem Waldfriedhof zu besuchen.

Manche langjährige Familienfreundschaft ist so entstanden. Unter den hier Bestatteten befinden sich auch eine Reihe Opfer der Sprengkommandos, die nach Kriegsende die total verminten Straßen und Plätze von schwerer Munition und Minen befreien mussten und häufig zum Opfer fielen.

Die Gedenkstätte des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge ist ein bleibendes Zeugnis, das Jahr um Jahr immer wieder zum Frieden unter den Völkern mahnt. Dem Besuch der Gedenkstunde kommt also eine besondere Bedeutung zu.

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