Heinsberg - Tiere zu essen, erregt die Gemüter: Vortrag über Massentierhaltung

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Tiere zu essen, erregt die Gemüter: Vortrag über Massentierhaltung

Von: defi
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Dr. Edmund Haferbeck hielt einen Vortrag zum Thema „Massentierhaltung“ und schilderte aus seiner Sicht die Auswirkungen der Fleischproduktion auf den Hunger in der Welt. Foto: Fischer

Heinsberg. Zum Thema „Massentierhaltung“ hatte der Ortsverband Heinsberg von Bündnis 90/Die Grünen den Referenten Dr. Edmund Haferbeck, Wissenschaftlicher Berater von PETA Deutschland, eingeladen. PETA ist mit über drei Millionen Unterstützern weltweit die größte Tierrechtsorganisation. Ihr Ziel ist es, durch das Aufdecken von Tierquälerei jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Die Vortragsveranstaltung in der Stadthalle Heinsberg erregte die Gemüter heftig. Denn auch Landwirte waren gekommen, um sich die Thesen der Tierrechtsorganisation anzuhören. Und es kam, wie es kommen musste: Beide Seiten prallten bei der Vortragsveranstaltung aufeinander.

Die Landwirte fühlten sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Und so wollte Kreislandwirt Hans-Gerd Joeris die von Dr. Edmund Haferbeck genannten Schlacht- und Produktionszahlen nicht unkommentiert hinnehmen. Joeris kritisierte, dass der Referent als Veganer das Fleisch in der Nahrungskette generell verteufele. Dabei sei in den Entwicklungsländern neben der Lebensmittelknappheit, fehlendes tierisches Eiweiß die Hauptursache für die Fehlernährung, so Joeris.

Und so entwickelte sich eine emotional geführte Diskussion bereits während des Vortrags und nicht erst, wie geplant, im Anschluss.

Der Moderator des Abends, der Ortsverbandsvorsitzende Willi Mispelbaum, mahnte zur Ruhe, woraufhin Kreislandwirt Hans-Gerd Joeris protestierend den Saal verlies. Die Kriminalisierung der Viehhalter könne er nicht akzeptieren, begründete er anschließend sein Verhalten. Er betonte, dass auf deutschen Höfen unter höchsten Tier- und Umweltschutzstandards gearbeitet würde. Zudem sei das Wohl der Tiere sei für Landwirte das Wichtigste. „Kleine Ställe gleich gut, große Ställe gleich schlecht“, könne nicht gelten, erklärte Joeris.

In das schwierige Thema der Massentierhaltung hatte Willi Mispelbaum eingeführt: „Das Ziel der Massentierhaltung ist es, so billig und so schnell wie möglich Fleisch und andere Tierprodukte für den Massenkonsum herzustellen. Dabei zählt ausschließlich der wirtschaftliche Gewinn. Das Empfinden der Tiere spielt dabei keine Rolle.“

Die Tiere würden zu reinen Produktionseinheiten degradiert und wie Produkte erzeugt, gehandelt, behandelt, transportiert und verkauft. Dass es sich um eingesperrte, ausgenutzte, misshandelte, fühlende und getötete Individuen handele, würde von den „Verbrauchern“ wahrscheinlich im Laufe ihres Lebens mehrfach registriert, aber in weiten Teilen verdrängt und ignoriert.

Referent Dr. Edmund Haferbeck hinterfragte die Massentierhaltung in puncto Tierrechte, Konsumverhalten, Welternährung sowie Gesundheit. Die wachsende Weltbevölkerung könne nicht ernährt werden, so Dr. Haferbeck, wenn weiterhin beispielsweise für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch neun Kilo Getreide und 16.000 Liter Wasser benötigt würden. So könne es nicht weitergehen, denn laut einer Prognose brauche die Weltbevölkerung im Jahr 2050 Ressourcen von drei Erden.

Knapp 40 Prozent der Weltgetreideernte werde an Nutztiere verfüttert, während 1,5 Milliarden Menschen unter Hunger litten. Die Tierzucht verbrauche die Hälfte der Trinkwassermenge. Deutschlandweit würden jährlich knapp 130 Millionen Hühner, 12,5 Millionen Rinder und 27,5 Millionen Schweine gehalten. Eine aktuelle Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz belege, dass 91,6 Prozent der Tiere in der Hähnchenmast in NRW mit Antibiotika in Kontakt kämen.

Der rapide wachsende Konsum von Fleisch und Fisch habe durch den großen Futter- und Wasserbedarf gravierende Auswirkungen auf die langfristige Sicherung der menschlichen Ernährung.

Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sei deshalb notwendig. Fleisch, Wurstwaren und Eier sollten in Maßen gegessen werden, aber auch eine rein vegetarische Ernährung sei für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet.

Ein prominenter Vegetarier war Albert Einstein. Im Vortrag von Dr. Edmund Haferbeck wurde er zitiert: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.“

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