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Tiefer Blick in die Geschichte

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Visitationsprotokolle waren ihr Thema: (v.l.n.r.) Arie Nabrings, Prof. Dieter Wynands, Theo Görtz, Geschäftsführer des Heimatvereins; Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins; Augustinus Janssen, Prof. Reimund Haas, Maart Bohnen. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Rund 50 Interessierte konnte Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins, zusammen mit Prof. Dieter Wynands, Archivdirektor und Beiratsmitglied im Geschichtsverein für das Bistum Aachen, im Alten Rathaus Erkelenz zu einer ganztägigen Veranstaltung begrüßen.

Unter dem Motto „Visitationsprotokolle der Frühen Neuzeit als historische Quellen“ wurden nicht nur das System der Kontrollbesuche und ihre Protokollierung erläutert. Als historische Grundlage gab es auch noch kirchengeschichtliche Informationen über die Zeit, als Erkelenz gemeinsam mit anderen Pfarreien wie Grefrath, Viersen und Wegberg zum heutigen Bistum Roermond gehörte.

Kritischer Blick auf Gemeinde

Prof. Reimund Haas vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln gab einen Überblick über die Geschichte der Visitationen, die bis in das vierte Jahrhundert zurück reichen, und ihre Bearbeitungen. Nach einem festen Schema wurden die Pfarrer, Diakone, Lehrer aber auch der Vogt und die Mitglieder der Gemeinde beurteilt. Verstöße gegen den sittlichen Lebenswandel wurden dort ebenso festgehalten, wie die Größen der Gemeinde und Angaben zum Werdegang der kirchlichen Amtsinhaber.

Die Auswertung der Protokolle ist nicht einfach. Neben den sprachlichen Barrieren (alle Protokolle wurden in lateinischer beziehungsweise italienischer Sprache verfasst) spielt die Qualität des Papiers eine große Rolle. Die ausgewerteten Dokumente sind teilweise mehrere Jahrhunderte alt.

Daran knüpften Arie Nabrings, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums und Mart Bohnen, Archivar der Diözese Roermond, bei der Präsentation des Internet-Projektes an. Sie unterstrichen, dass sich die Auswertung nur auf NRW begrenzt. Erfasst seien darüber hinaus auch nur katholische Protokolle.

Die grenzüberschreitende Arbeit des LVR war möglich, weil das Bistum Roermond von 1559 bis 1801 in den heute deutschen Bereich hinein reichte. Insgesamt standen 75 Meter Protokolle zu Verfügung, die die über 150 Pfarreien im Bistum Roermond betreffen und 1700 Visitationen beschreiben.

Augustinus Janssen aus Sittard, Experte für Kulturgeschichte der Region Sittard und der benachbarten belgischen und deutschen Regionen, der schon seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu den Erkelenzer Landen hat, ging vertiefend auf die kirchenhistorischen Grundlagen ein. Er beschrieb dabei die Entstehung der Kirchenverwaltungsgrenzen nach dem Trienter Konzil (1545 bis 1563) sowie die Unterschiede zwischen den „alten“ Bistümern im Rheinland und dem damals „neuen“ Bistum Roermond.

Alle Referenten machten deutlich, dass die Visitationsprotokolle große Hilfen bei der Darstellung örtlicher Geschichte bilden können. (hewi)

 

 

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