Theaterverein geht auf vergnügliche Reise mit vielen Wendungen

Von: Monika Baltes
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„Stress im Champus-Express“: Auch Nadine Hörter als Reinigungskraft Ilse, Birgit Röttinger als Räuberin Kati und Toni Röttinger als Räuber Rudolf Rommel begeisterten das Publikum. Foto: Lenz

Wegberg. „Nimm den nächsten Zug…“: Mit einem furiosen Schlussbild hat sich der Theaterverein Schwalmbühne Harbeck vom Publikum verabschiedet. Hier war nicht nur ein Funke übergesprungen, ein wahres Feuerwerk an zündenden Einfällen, überraschenden Ideen, Gags im Minutentakt und ansteckender Spielfreude war im Wegberger Forum explodiert.

„Stress im Champus-Express“, eine Komödie von Bernd Spehling, hatte die Zuschauer restlos begeistert, wie am frenetischen Applaus leicht abzulesen war.

Der Zug hatte rasant Fahrt aufgenommen: Die Gauner Kati und Rudolf planen einen spektakulären Überfall auf das Bordbistro des Champus-Express, einer Luxus-Zuglinie mit gut situierten Fahrgästen, die auf der Fahrt von Berlin bis Antwerpen exklusiv verwöhnt werden sollen, „Champus und Wein auf dem Eisernen Rhein“. Das Räuberduo will den einzigen Zwischenstopp in Dalheim nach dem Überfall zum Verschwinden nutzen. Aber der Zwischenhalt fällt aus und zwingt die Gauner zu einem Improvisationstheater in einer Schar eigenwilliger Fahrgäste...

Augenzwinkernd nimmt die Schwalmbühne die Bahn auf den Arm und die Zuschauer liebevoll an die Hand durch den Dschungel des Tarifsystems und mitten hinein in die Geschichte mit hinreißend komischen Darstellern. Regisseurin Gaby Braun hatte die Truppe perfekt auf die Schiene gesetzt. „In diesem Jahr war es – auch krankheitsbedingt – nicht einfach“ gab sie zu Protokoll, bei der Aufführung war davon aber nichts zu spüren. Alle fünf Vorstellungen sind – wie immer – restlos ausverkauft. „Jedes Jahr glaube ich, das ist nicht zu toppen – aber heute hat die Schwalmbühne sich wieder einmal selbst übertroffen“, erklärte eine bestens unterhaltene Zuschauerin. Sie muss es wissen, denn sie ist „seit mehr als zwanzig Jahren dabei“.

Bereits nach wenigen Minuten hatte das Publikum seinen „diesjährigen Liebling“ auserkoren, den Zugschaffner Wischnewski (Matthias Kosak), der „gefangen im Körper von Fred Astaire“ zu Hochform auflief. Er hatte seine Fahrgäste und die Zuschauer fest im Griff und lieferte als besonderen Service auch noch aktuelle Fußballergebnisse. Einen gelungenen Einstand feierten die „Frischlinge“ Nadine Kosak als Bistrokellnerin Gertrud und Nadine Hörter als Reinigungskraft Ilse. Über den „Nachwuchs“ freute sich Regisseurin Braun besonders: „Frisches Blut bringt neue Ideen und Möglichkeiten“. Begrüßt worden waren die Zuschauer durch Karlheinz Bonitz, der vor der Aufführung besonders denen dankte, die nicht im Rampenlicht stehen. „Die Bühnenbauer, die Techniker und Maskenbildner gehören zu den Kreativsten im Verein“, erläuterte er.

Zugschaffner Wischnewski musste schon zu Beginn der Fahrt feststellen: „Schade, hätte eine schöne Zugfahrt werden können.“ Hier irrte er. Es wurde nicht nur eine schöne Zugfahrt, sondern eine höchst vergnügliche Reise mit ungeahnten Wendungen, vielen herzhaften Lachern und von hohem Unterhaltungswert. Der Aufforderung „Nimm den nächsten Zug…“ werden die Fans der Schwalmbühne sicher sofort Folge leisten, wenn der nächste Zug der „Champus-Express“ ist.

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