Theaterstück erzählt vom Hunger nach Leben

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Die Geschichte von Mareike, die Stationen ihrer Krankheit und ihr Weg heraus aus der Sucht bilden den roten Faden von „Schattenriss“.

Wassenberg. „Als ich mich auf die Waage stellte, freute ich mich, dass ich ein Kilogramm abgenommen hatte.“ Mit diesen Worten von Judith Nüßler, Ensemble-Mitglied der Kölner „theater monteure“, begann die Aufführung von „Schattenriss“ im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule.

Auf der Basis biografischen Materials tauchten in diesem Tanz-Theater mit Live-Musik drei Tänzerinnen und zwei Musiker in die Erlebniswelten von Jugendlichen ein, die über die Ernährung oder deren Verweigerung versuchen, ihren unausgesprochenen Problemen, ihren Sehnsüchten und ihren Ängsten etwas entgegenzusetzen.

Stationen der Sucht

Die Geschichte von Mareike, die Stationen ihrer Krankheit und ihr Weg heraus aus der Sucht bilden den roten Faden von „Schattenriss“. So war es ein Mittwoch, an dem Mareike sich entschied, abzunehmen. Sie war willensstark und konsequent. Sie trieb Sport und zählte Kalorien. Bis es eigentlich nichts mehr zu zählen gab. Nach vier Monaten hatte sie 22 Kilo abgenommen. Niemand konnte es mehr übersehen – Mareike war magersüchtig.

Die Handlung öffnet sich immer wieder in packenden Bildern von Fressorgien, mächtigem Geschrei und den stillen Momenten, wenn man darauf horcht, was sich hinter den Vorstellungen von Dünnsein und Kontrolle verbirgt.

Gerade die Sprache des Tanzes und der Musik erschloss jenen Raum des körperlichen Ausdrucks und Empfindens, in dem Erfahrungen jenseits der Worte kommuniziert werden können. Beeindruckend wurde so mit Musik und Darstellung das Stimmengewirr aus Mareikes Kopf dargestellt – ihre Selbstvorwürfe, die gefühlte Leere und empfundene Schmach. Schließlich muss Mareike von ihrer Familie in die Klinik gebracht werden. Dort findet sie Hilfe und schließlich einen Weg aus der Sucht. Mit klaren Worten lässt Judith Nüßler „Schattenriss“ enden: „Als ich mich auf die Waage stellte, sah ich, dass ich ein Kilogramm zugenommen hatte.“

Die „theater monteure“ zogen ihr Publikum, die Schüler der Jahrgänge acht und zehn, alle zwischen 14 und 17 Jahre alt, voll in ihren Bann. Sie sensibilisierten für ein Thema von besonderer gesellschaftlicher Brisanz. Lehrerin Maria Sieberg, die den Bereich der Beratung und Prävention koordiniert, stellte den Schüler die Ökotrophologin Beda Üner vom Gesundheitsamt Heinsberg vor. Sie wird nach den Osterferien im Rahmen einer regelmäßigen Sprechstunde in der Schule sein und steht für alle Fragen zum Bereich Ernährung und Gesundheit zur Verfügung.

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