Heinsberg-Oberbruch - Theateraufführung: Wehe, wenn „die Frau in Schwarz“ einem begegnet

Theateraufführung: Wehe, wenn „die Frau in Schwarz“ einem begegnet

Von: Johannes Bindels
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Ellen Schwiers hat den Horror-Thriller gelungen inszeniert. Foto: Stock/People

Heinsberg-Oberbruch. Wer Edgar Allen Poe mag, der kam bei der Theateraufführung „Die Frau in Schwarz“ auf seine Kosten. Dem Ensemble Ellen Schwiers in der Besetzung mit Timothey Peach (Der Schauspieler), Holger Schwiers (Mister Kipps) und Lisa Riemann (Die Frau in Schwarz) gelang es, eine ständig sich steigernde Horror-Geschichte verwandlungsfähig auf die Bühne in der Festhalle Oberbruch zu bringen.

Was harmlos begann, das endete mit atemloser Stille beim Publikum. Ellen Schwiers hatte die Horror-Geschichte, die auf dem Roman der englischen Schriftstellerin Susan Hill beruht, aufwendig in Szene gesetzt. Zur Spannungssteigerung gehörten die vielen anfänglich verwirrenden Rollen des Duos Timothey Peach und Holger Schwiers. Auch der stumme Auftritt von Lisa Riemann als „Die Frau in Schwarz“ und die geschickt, mit wenigen Requisiten wechselnd aufgebauten Bühnenbilder sowie die untermalenden Geräusche und Lichtsetzungen trugen zur spannungsvollen Unterhaltung bei.

Das Publikum wurde gefordert in seiner Aufmerksamkeit, um der mysteriösen Familiengeschichte auf die Schliche zu kommen. In dem sich entwickelnden Rollenspiel der beiden im Dialog bleibenden Akteure verwischten sich oft genug Realität und Fantasie. Denn Schritt für Schritt spielte Arthur Kipps mit dem Schauspieler die grausigen Erlebnisse aus seiner Vergangenheit nach.

Mister Kipps wollte seine aufgeschriebene Lebensgeschichte seinen Verwandten mitteilen. Um seine Unsicherheit beim Vortrag zu überwinden, nahm er die Hilfe eines Schauspielers in Anspruch. Mister Kipps hatte als junger Mann als Rechtsanwalt in einer Kanzlei gearbeitet. Die beauftragte ihn mit der Nachlassverwaltung einer verstorbenen kauzigen Frau, die lange Jahrzehnte einsam in einem Haus weitab von jeder Gemeinschaft gelebt hatte.

Je mehr er sich in die Familiengeschichte einarbeitete, umso merkwürdigere Geschehnisse erlebte er. Er hörte Schreie, hörte eine Kutsche vorbeifahren, entdeckte ein geheimnisvolles Kinderzimmer – und immer wieder tauchte eine „Frau in Schwarz“ auf, begleitet von einem dumpfen „Dum, Dum, Dum, Dum“. Zuletzt wurde Kipps gerade noch vor dem Ertrinken gerettet. Und dann erfuhr er die grauenvolle Geschichte.

Der uneheliche Sohn der „Frau in Schwarz“ war durch einen Kutschenunfall zu Tode gekommen. Vor Kummer, aber auch voller Hass über dieses Unglück, starb die „Frau in Schwarz“ und wem sie erschien, auch dessen Kinder starben durch Unfälle. Dieses Schicksal musste auch Mister Kipps erleiden, dessen Tochter und Ehefrau zu Tode kamen.

Mister Kipps bedankte sich bei seinem Schauspiellehrer, dass er ihm geholfen habe, sich seiner Geschichte gestellt zu haben. Dieser teilte mit, dass er mitfühlen könne, weil auch er eine Tochter habe und glücklich mit seiner Frau zusammenlebe. Dennoch möge Mister Kipps ihn noch aufklären, ob denn nun die schwarze Gestalt, die auch hier in der Gegenwart zuletzt aufgetaucht war, die Überraschung sei, von der er gesprochen habe. Und während beide vor Schreck erstarrten und ihnen langsam dämmerte, was nun schon wieder geschah, war das dumpfe „Dum, Dum, Dum, Dum“ zu hören. Und als der Vorhang fiel, war atemlose Stille. Wohl auch, weil die Fantasie genug angeregt war, sich zu wünschen, der „Frau in Schwarz“ nicht selber zu begegnen.

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