Strafe für Chefarzt nach Klinikskandal rechtskräftig

Von: dpa
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Pier-Prozess BGH / neu
Das Urteil im Prozess um einen der größten Klinikskandale in Deutschland ist rechtskräftig. Arnold Pier, der ehemalige Chefarzt und Besitzer der Klinik in Wegberg, war zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Foto: Andreas Steindl

Mönchengladbach. Das Urteil im Prozess um einen der größten Klinikskandale in Deutschland ist rechtskräftig. Der ehemalige Chefarzt und Besitzer der Klinik in Wegberg war zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Dagegen habe bis zum Ablauf der Frist keine der Parteien Rechtsmittel eingelegt, sagte ein Sprecher des Mönchengladbacher Landgerichts am Dienstag auf Anfrage.

Das Landgericht hatte den 54-Jährigen vor einer Woche unter anderem wegen des Einsatzes von Zitronensaft als Desinfektionsmittel an Wunden von frisch operierten Patienten bestraft.

Der Mediziner war wegen zweifacher Körperverletzung mit Todesfolge, zwei fahrlässigen Tötungen und insgesamt 21 Fällen von Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Außerdem darf er nach seiner Haftentlassung seinen Beruf vier Jahre lang nicht ausüben.

Der Arzt, dem die Zulassung entzogen wurde, hatte nach eineinhalb Jahren Prozessdauer ein Geständnis abgelegt. 16 Monate der Haftstrafe gelten als bereits verbüßt. Der Mediziner war Klinik-Besitzer, Chefarzt, ärztlicher Direktor und Chirurg in einer Person. Am 1. Januar 2006 hatte er das kleine St. Antonius-Krankenhaus für weniger als 30.000 Euro von der Kommune Wegberg gekauft.

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