Spott, Häme, Gänsehaut: Stunksitzung macht ihrem Namen alle Ehre

Von: cbo
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Auf der Bühne der Erkelenzer Stadthalle war jede Menge los bei der diesjährigen Stunksitzung. Foto: Koenigs

Erkelenz. Themen mit Lokalkolorit bissig und satirisch gewürzt, die stehen im Rezept für die zweite Auflage der Erkelenzer Stunksitzung in der ausverkauften Stadthalle. Die Mischung traf genau ins Zwerchfellzentrum der Zuschauer.

Wegbergs Bürgermeister Reinhold Pillich musste zuerst Pate für die Stunker stehen. Zum Thema Wegberger Schulden wollten sich Ensemble-Mitglieder als rote Zahlen verkleidet Einlass ins Bürgermeisterbüro verschaffen. Ganz rigoros stellte die Vorzimmerdame klar, dass der Bürgermeister ganz ungehalten reagieren würde, wenn er von Zahlen überrascht würde.

Natürlich ließ die Retourkutsche des Bürgermeisters (Peter Müller) und seines Kämmerers (Winfried Weckert) nicht lange auf sich warten. In Zeitlupe drehten sie die Zahlen, die die vier ganz in schwarz gehüllten Darsteller mitgebracht hatten.

Als Quittung für diese Tat wurde die Pippi-Langstrumpf-Version „Hey Reinhold Pillich, du machst, was dir gefällt“ intoniert. Im Anschluss brachte das Erkelenzer Viergestirn Prinz, Bauer, Jung und Frau den Saal in Hochstimmung. Besonders der Bauer (Winfried Weckert) heizte mit seinen ganz eigenen Prioritäten beim Kleidungskauf auf die Status Quo-Hymne „Rockin' all over the world“ dem Publikum ein.

Die Thematik Kita-Mangel stand ebenfalls auf der Agenda der Stunker. Mit einer höchst innovativen Idee wollten sie als Mitarbeiter des Erkelenzer Jugendamtes die Kita-Plätze auf private Anbieter ausdehnen. Die Kasse drei und vier bei Aldi sowie Plätze bei den Schwanenberger Landfrauen, wo im Schweinestall geschlafen und nach Herzenslust mit Kompost modelliert werden durfte, standen zur Wahl.

Auch die Kirche blieb nicht verschont, da das Ensemble vor dem Hintergrund der Pfarrfusionen in Wegberg aufzeigen wollte, welche Tücken solch ein Modell bei akutem Mangel an Geistlichen verursachen kann. Zunächst standen drei zeitgleiche Taufen in der Erkelenzer Pfarrkirche an, bevor der Priester (Peter Müller) sich auf den Weg nach Lövenich machte, um eine Hochzeitszeremonie in Sekundenschnelle zu absolvieren. Grund dafür war eine Beerdigung in Holzweiler, die aufgrund des Zeitmangels überhaupt nicht zu Ende geführt werden konnte. Zum guten Schluss nahm das Chaos seinen Lauf, denn in Unterwestrich wurden aus zeitökonomischen Gründen Taufe, Hochzeit und Beerdigung in einem vollzogen.

Mit viel Beifall bedachte das Publikum diesen satirischen Seitenhieb. Zum Abschluss durfte das große Finale mit Gänsehaut natürlich nicht fehlen. Sitzungspräsident Wolfgang Klein griff selbst zum Mikrofon und hauchte dem Frank Sinatra-Klassiker „My Way“ eine eigene besondere Note ein. Der passende Schlusspunkt für eine über dreistündige Sitzung der außergewöhnlichen Art, die in den Herzen der alternativen Karnevalisten der Region ihren Platz gefunden hat.

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