Sekundarschule: SPD befürchtet „Tod des Schulstandortes“

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg. Jetzt ist es amtlich: Die Sekundarschule wird in Heinsberg zum 1. August nächsten Jahres in kooperativer Form im gebundenen Ganztag in Oberbruch eingerichtet. „Städtische Sekundarschule Heinsberg-Oberbruch“ wird sie heißen und in Sachen Oberstufe mit dem Kreisgymnasium Heinsberg kooperieren.

Die Hauptschule Oberbruch und die dortige Realschule werden, beginnend mit dem Schuljahr 2013/14, sukzessive aufgelöst. Eingangsklassen wird es hier ab dem Schuljahr nicht mehr geben.

Glücklich darüber sind allerdings nur die Mitglieder der CDU im Rat der Stadt, denn alle übrigen Ratsvertreter versagten dem Beschlussvorschlag der Verwaltung mit Nachdruck ihre Zustimmung. Über Monate hinweg hatte der Streit um einen alternativen Weg zum Abitur, der gleichzeitig auch der Tatsache sinkender Schülerzahlen Rechnung trägt, für feurige Diskussionen gesorgt. In der letzten Sitzung des Rates wurden diese per Mehrheitsbeschluss der Christdemokraten erstickt.

„Wir bieten mit dieser Schulform zukünftig in unserer Stadt ein breitgefächertes Schulsystem an, das den Ansprüchen eines zeitgemäßen Bildungsangebotes entspricht, auf Jahre hinaus in seinem Bestand nicht gefährdet sein dürfte und in dem es möglich sein wird, die verschiedensten Bildungsabschlüsse zu erreichen“, hatte CDU-Fraktionschef Wilfried Louis die Entscheidung noch einmal verteidigt. Durch den Kooperationsvertrag mit dem Kreisgymnasium würden die Chancen der Schüler verbessert, einen höherwertigen Bildungsabschluss, nämlich das Abitur, zu erzielen. Und das „landesweit anerkannte Kreisgymnasium“ werde seinerseits weiter gestärkt.

Bei den Sozialdemokraten löst der Beschluss der Christdemokraten nur Kopfschütteln aus. „Sie liegen mit ihrer Einschätzung völlig daneben“, blies denn auch Fraktionsvorsitzender Ralf Herberg gleich zur Attacke. „Der von Ihnen gefasste Beschluss bedeutet letztendlich den Tod des Schulstandortes Oberbruch, denn sowohl Realschule als auch Hauptschule laufen aus und die neue Sekundarschule will niemand.“

70 Prozent der Eltern wollten ihr Kind nicht an der Sekundarschule anmelden. „Ein eindeutiges Votum“, legte Herberg nach. Dass die vom Land vorgeschriebene und für das Genehmigungsverfahren erforderliche Mindestzahl von 75 Schülern pro Jahrgang überhaupt erreicht werde, sei lediglich Ausfluss der Hochrechnung auf die volle Beteiligung der Eltern an einer Befragung. Dies sei „sehr verwegen und optimistisch“, meinte Herberg. Er erneuerte das Votum der Sozialdemokraten für die Gesamtschule als einzig gangbare Alternative.

Auch die Liberalen sind von der „Hochrechnung“ nicht gerade überzeugt. Erwin Hausmann sprach in diesem Zusammenhang von „teilweise beanstandungswürdigen Fragebögen“ und davon, dass die „Rückläuferquote mehr als enttäuschend“ gewesen sei. „Bei uns Liberalen schleicht sich der Verdacht ein, dass die Eltern aufgrund des bisherigen Verlaufs der Dinge und der medialen Berichterstattung resignieren. Frei nach dem Motto: Die CDU-Mehrheit macht ja doch, was sie will.“

Birgit Ummelmann, Fraktionschefin der Grünen, verursachten die „hart auf Kante“ gerechneten Anmeldezahlen schon „Bauchschmerzen“. Sie war der Ansicht: „Die Grundstruktur der Sekundarschule ist zwar richtig und gut, aber sie bietet keine Alternative, da sie nur übers Kreisgymnasium zum Abitur führt.“

Doch gerade diesen Weg verteidigte CDU-Mann Michael Lowis: „Wir hoffen auf mehr Qualität durch die Kooperation mit dem Kreisgymnasium.“ Parteifreund Franz Jakobs sprang ihm zur Seite: „Und für zwei Oberstufen reicht die Zahl der Schüler nicht aus, um sie qualifiziert auszubilden.“ SPD-Vorsitzender Hans Josef Voßenkaul bestritt dies. Wenn es gelänge, die hohe Zahl an Auspendlern in der Stadt zu halten, ergebe sich eine genügend große Zahl für eine zweite Oberstufe.

Letztlich blieb die CDU bei ihrer Position. Jetzt sei es am neuen Leiter der Sekundarschule und dem Kollegium, „durch gute Arbeit auf sich aufmerksam und damit beste Werbung für die Schule zu machen“.

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