Sekundarschule: Jetzt haben es die Eltern in der Hand

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
4882094.jpg
„75“ ist die magische Zahl für die neue Sekundarschule in Heinsberg. Bei weniger Schülern wird sie gekippt und mehr werden nicht beschult. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. In der Zeit vom 4. Februar bis zum 6. März sind die Eltern der Viertklässler am Zug. Sollten die benötigten 75 Kinder für den ersten Jahrgang nicht zusammenkommen, wäre die Genehmigung am Ende Makulatur, denn dann würde es dennoch keine Sekundarschule im Schulzentrum Oberbruch geben.

Da hat er sich wohl geirrt, der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Klaus D. Lange. Denn noch im Dezember meinte er im Interview mit unserer Zeitung: „Ich gehe fest davon aus, dass die Bezirksregierung die Sekundarschule in Oberbruch nicht genehmigen kann.“

Sie konnte es offenbar doch. Dreizügig und im gebundenen Ganztagsbetrieb soll sie zum Schuljahr 2013/2014 ihren Betrieb aufnehmen. Der Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen, Uwe Böken, wurde durch die Bezirksregierung bereits beauftragt, das Anmeldeverfahren durchzuführen.

 

„Nach dem anlassbezogenen Schulentwicklungsplan besteht die begründete Aussicht, dass es gelingt und die Vielfalt der weiterführenden Schulen in Heinsberg erweitert wird“, sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Der sogenannte Schulkonsenz, der von der Landesregierung aber auch von der CDU getragen wird, hat diese neue Möglichkeit eröffnet, und die Heinsberger haben es in der Hand, diese neuartige und Erfolg versprechende Schulform in Anspruch zu nehmen.“

Auch Kinder, „bei denen nach Klasse vier die Entwicklung noch nicht soweit fortgeschritten ist, werden dadurch gefördert“, sieht Dieder unter anderem die Vorteile der Sekundarschule in der individuellen Förderung in allen Leistungsbereichen und kleinen Klassen. Sie gewährleiste das Lernen und die Unterstützung im Klassenverband bis Klasse neun ohne Sitzenbleiben. Letzteres geschehe nur in Zusammenarbeit mit den Eltern und auf deren ausdrücklichen Wunsch.

Natürlich würden andererseits auch gymnasiale Standards bereits in den Klassen fünf bis zehn durch die Kooperation mit dem Kreisgymnasium Heinsberg gewährleistet. Auch gebe es Profilklassen, in denen die Kinder ihren besonderen Neigungen und Interessen nachgehen könnten – ob Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Sprachen, Musik/Kunst oder Sport.

Die Hausaufgabenbetreuung in freien Lernzeiten innerhalb des Ganztags mit Unterstützung der Lehrkräfte runde das Bild ab. Am Ende stehe dann eine Aufnahmegarantie in das maßgeschneiderte Oberstufenkonzept des Kreisgymnasiums für qualifizierte Sekundarschüler.

„Die Frage, welches Kind welchen Schulabschluss anstrebt und erreichen kann, bleibt bis hin zum Abitur möglichst lange offen. Auf diese Weise tragen wir zu mehr Chancengleichheit bei“, ist Dieder sicher. An der Sekundarschule könnten alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erworben werden: die Fachoberschulreife, die Fachoberschulreife mit Qualifikation für eine gymnasiale Oberstufe, der Hauptschulabschluss nach Klasse neun und Klasse zehn.

Die Abschlüsse der Sekundarstufe II würden in Kooperation mit der Oberstufe des Kreisgymnasiums oder eines Berufskollegs nach 13 Schuljahren (G 9) für das Abitur und nach zwölf Schuljahren für das Fachabitur erworben.

Bei der Bezirksregierung stehe übrigens die neue Schulleitung schon fest, erklärt Dieder. „Die Bekanntgabe erfolgt erst nach erfolgreich absolviertem Anmeldeverfahren.“ Das dieses ausgerechnet von dem Leiter einer Gesamtschule durchgeführt wird, obwohl gerade diese Schulform von den Sekundarschulgegnern als Alternative favorisiert worden war, habe nichts zu bedeuten, meint Uwe Böken.

Beide Schulformen seien bei der Bezirksregierung im selben Dezernat angesiedelt, deshalb sei er wohl ausgesucht worden, da es in der Heinsberger Region ja noch keine Sekundarschule gebe.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert