Wegberg - Schüler spenden ihren Arbeitslohn für Projekte in Afrika

Schüler spenden ihren Arbeitslohn für Projekte in Afrika

Von: mb
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Eine Menge Geld für Afrika: Celina Ommen (l.) und Laea Hens (r.) übergeben den Scheck an Abbé George Rukundo. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Jenseits aller Sonntagsreden, in denen die Worte „müsste, sollte, könnte“ vorkommen, sind sie konkret geworden. 120 Schüler – alle Schüler der Klasse 9, einzelne der Jahrgangsstufen 10, 11, 12 – des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg (MKG) haben sich am Projekt „Dein Tag für Afrika“ beteiligt.

Für einen Tag im vergangenen November wurden die Teilnehmer vom Unterricht freigestellt, um in einem Betrieb oder Unternehmen ihrer Wahl zu arbeiten. Der erwirtschaftete Arbeitslohn wurde dem Projekt zur Verfügung gestellt. Die Hälfte der Einnahmen kommt der Aktion Tagwerk zugute. Über den Tagwerk-Projektpartner Human Help Network werden Bildungsprojekte in Burundi, Ruanda, Südafrika, Uganda und der Elfenbeinküste unterstützt.

Die andere Hälfte spendet das MKG an eine selbst gewählte Organisation, in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge an den „Förderverein Abbé George, Wegberg“. Über 932,50 Euro freuten sich die Vertreter des Fördervereins, Hedwig Klein und Heinz-Werner Lennartz, bei der Übergabe des Schecks, den Abbé George persönlich entgegennahm.

Mit viel Eifer

Voller Eifer waren die Schüler ans Werk gegangen, hatten in Buchhandlungen und Apotheken gearbeitet, sich in Fahrradläden und Gärtnereien nützlich gemacht, in Kaufhäusern und Einzelhandelsgeschäften mit angepackt. Wie konsequent sie ihr Ziel verfolgt haben, mag das Beispiel von Jan Rodriguez belegen, der – in Ermangelung eines Arbeitsplatzes in einem Unternehmen – kurzerhand in der Nachbarschaft Kleinkinder betreute, um seinen Beitrag zu leisten.

Informativ und unterhaltsam stellte Lennartz die Krankenstation in Magara, Burundi, vor. Drei Gebäude wurden bereits errichtet und in Betrieb genommen: Ambulanz, Krankenstation und Geburtsstation. Durchschnittlich 200 Patienten werden dort wöchentlich behandelt, in der Geburtsstation werden im gleichen Zeitraum zehn Kinder geboren. „Von diesem großen Andrang sind wir selbst überrascht“, stellte Lennartz fest. Die Trägerschaft der Krankenstation soll in die Hände der Schwestern der Ordensgemeinschaft „Bene Umukama“ gelegt werden. Um dem Konvent ein Domizil zu geben, sollen Wohnräume für die Ordensschwestern, ein Gästehaus und eine kleine Kapelle gebaut werden. Die Gesamtkosten belaufen sich „nach realistischen Schätzungen“ auf 85 000 Euro. Dafür soll der Erlös der Aktion eingesetzt werden. „Dafür habt ihr gearbeitet und wir danken herzlich“, betonte er. Um die Organisation des Projektes am MKG kümmern sich Dr. Andrea Schwaiger und Guido Knippenberg. „Wir waren nun zum siebten Mal beim Afrika-Tag dabei“, erklärte Kippenberg. Schwaiger versprach, dass das Projekt in Zukunft jährlich stattfinden werde, für die 9. Klasse verpflichtend.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Der Förderverein könne sich auf eine regelmäßige Spende einstellen, „auch um eine Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten“. Den Forderungen des EU-Afrika-Gipfels nach „Partnerschaft auf Augenhöhe“ sind die Schüler des MKG also schon vorausgeeilt, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, tatkräftig und konkret.

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