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Schüler gründen „Energie-Sparpolizei“

Von: Johannes Bindels
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Projektbetreuer Carsten Schultz und seine Dampfmaschine faszinierten die Schüler der Klasse 4a der Grundschule Karken. Foto: Bindels

Heinsberg-Karken. Nein, die Frage lautete nicht wie in dem Kultklassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann: „Was ist eine Dampfmaschine?“ Dennoch kam das Modell einer Dampfmaschine in dem Projekt „Klimaschutz und Energiesparen beim Strom und Heizen“ in der Klasse 4a in der Grundschule Karken zum Tragen.

Als Projektbetreuer führte Carsten Schultz (Deutsche Umwelt-Aktion e.V.) in Kooperation mit der Lekker Energie GmbH die Klasse am Standort Karken in das Projektthema ein. Als Gäste begrüßte Klassenlehrerin Loni Thissen Bürgermeister Wolfgang Dieder und Friedbert Görtz von der Stadt Heinsberg sowie Simone Deckers von Lekker Energie, die am Unterrichtsgeschehen teilnahmen und Fragen der Kinder beantworteten.

Zielsicher und altersgemäß nahm Carsten Schultz die Schülerinnen und Schüler mit auf eine spannende Themenreise. In der zwei Unterrichtsstunden umfassenden Einheit befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit Fragen wie: Wo und wie werden Strom und Heizwärme erzeugt? Welche Auswirkungen auf die Umwelt sind vorhanden und wie können wir in der Schule und Zuhause zum Klimaschutz beitragen?

„In Kraftwerken wird Braunkohle verbrannt. Mit Solarzellen können wir die Sonnenenergie nutzen. Der Wind treibt die Windräder an und macht Strom“, purzelten nur so die richtigen Antworten auf die Frage wie Strom erzeugt wird. Mit einem Miniwindrad demonstrierte ein Mitschüler die Nutzung der Windenergie. Vor allem aber fesselte die gute alte Dampfmaschine als Modell die Aufmerksamkeit der Schüler. Methodisch geschickt in der Mitte der Sitzrunde platziert, konnten die Schüler Schritt für Schritt die Entstehung des Dampfes, das Antreiben eines Schwungrades, die Kraftübertragung mit einem Antriebriemen auf einen Generator und den Betrieb einer kleinen Lampe durch den so erzeugten Strom nachvollziehen.

Und wie mit erwärmtem Wasser in einem Zentralheizungssystem die Wohnung und die Klassenräume geheizt werden, ließ sich in einem weiteren Experiment gut nachvollziehen. Reihum ergab das Projekt immer eine Gelegenheit für die Schüler, bei den Demons-trationen zu assistieren. Für die Sprachentwicklung wurden die Fachbegriffe Dynamo, Generator, Atmosphäre, Manometer, CO2 (Kohlenstoff-Dioxid) und Zentrifugalkraftverstärker neu gelernt und in der Gesprächsrunde mit Bürgermeister Wolfgang Dieder angewandt.

Die Aspekte des Umweltschutzes kamen nicht zu kurz. Auch dass mit dem „Abgas“ (wie ein Schüler CO2 bezeichnete), das dadurch Klima beeinträchtigt werde, traf auf Vorkenntnisse bei den Schülern. Was sie selber tun könnten, um Energie zu sparen, dafür sammelte die Klasse Vorschläge.

Mit einer Schalterleiste, die mit einem Druck alle Geräte richtig ausschaltet, waren die Schüler auf einen heißen Tipp gestoßen. „Wer draußen spielen geht, der schaltet besser seinen Computer oder seinen Fernseher aus“, lautete deshalb auch ein Schülervorschlag. „Und lieber ein paar Minuten ein Fenster weit zum Lüften öffnen, anstatt stundenlang das Fenster kippen“, ergänzte die Klasse ihre Liste zum Energiesparen bei Strom und Heizung.

Zuletzt nahmen die Schüler mit ihren Fragen ihre Gäste in die Pflicht. „Warum heizen denn die Kraftwerke für die Stromerzeugung noch immer mit Braunkohle und nicht mit Wind?“, lautete die Frage an Simone Deckers, die antwortete: „Braunkohle ist immer noch die kostengünstigste Art, Strom herzustellen.“

Um das Gelernte selber in den Schulalltag umsetzen zu helfen, werden die Schüler eine „Energie-Sparpolizei“ einrichten. Im Wechsel und mit einem Button sichtbar gemacht, werden jeweils zwei Schüler darauf achten, dass alle Fenster richtig zum Lüften genutzt werden und das Licht ausgeschaltet wird, wenn die Räume verlassen werden. Auf die Frage des Projektleiters: „Hat‘s Spaß gemacht?“, antwortete die Klasse unisono mit einem überzeugenden „Ja!“. Dem schloss Klassenlehrerin Loni Thissen sich mit einem Dank an für eine erfolgreiche Kooperation mit einem außerschulischen Partner.

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