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Schmährufe am Weiher entfachten den Streit

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Wassenberg. Inzwischen liegen beinahe dutzende Versionen des Tatgeschehens am Wassenberger Gondelweiher vor, bei dem am 28. September 2011 der heute 48-jährige Frank S. durch einen Schlag mit einer Bierflasche und Tritte gegen Kopf und Körper erheblich verletzt wurde.

Das Opfer selbst konnte sich am Freitag vor der 1. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht an die Tat besser erinnern als kurz nach dem Vorfall bei der Polizei. Erstaunlich nur, dass S. einen neuen Ablauf der Tat beschrieb, der zu den Schlägen durch den Haupttäter Stefan S. (24) führte. Die Nähe der drei mutmaßlichen Täter zur rechtsradikalen KAL hatte erhebliches Aufsehen in Wassenberg erzeugt, gerade weil die Sache in unmittelbarer Nähe des Wassenberger Jugendtreffs geschah.

Hatte es in den Akten und bei der Anklageverlesung noch geheißen, dass die Männer zunächst aneinander gerieten, weil die angetrunkene Lebensgefährtin des späteren Opfers und die aufgebrachte Ehefrau von Stefan S. sich in die Haare geraten waren und nahe dem Wasser wutentbrannt miteinander kämpften, so schilderte Frank S. die Sache etwas anders. Er habe mit seiner Steffi G. ruhig auf einer Bank am Steg des Weihers gesessen und Alkohol getrunken, als von der gegenüberliegenden Seite Schmährufe gegen „Asis und Penner“ aus einer Gruppe von Wassenberger Jugendlichen zu hören waren.

Er habe sich dann aufgemacht, um die Sache auf der anderen Seite zu klären, nicht jedoch seine Lebensgefährtin, wie es bislang in dem Prozess unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl geheißen hatte. Die Steffi habe erst später eingegriffen und erst dann mit der wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag mitangeklagten Nicole S. (28) gekämpft. Drei Leute hätten ihn urplötzlich angegriffen, als er „das mit dem Penner“ klären wollte.

Dabei habe er Faustschläge von hinten abbekommen, dann habe jemand eine Bierflasche auf seinen Kopf geschlagen, ein Tritt ins Gesicht habe ihn sodann in die Ohnmacht befördert. Zahlreiche weitere zumeist jugendliche Zeugen brachten immer andere Beteiligungsvarianten ins Spiel. Der Prozess geht Montag weiter.

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