Schierwaldenrath will Neonazis nicht länger zuschauen

Von: agsb
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Das prämierte Golddorf Schierwaldenrath bietet rechten Gruppierungen die Stirn.

Gangelt-Schierwaldenrath. Gangelt ist dem Bündnis gegen Rechtsextremismus im Kreis Heinsberg beigetreten. Auch Schierwaldenrath bietet rechten Gruppierungen die Stirn. „Wir wollen nicht länger zusehen. Rechtsextremistische Aktionen sind in unserem Dorf an der Tagesordnung. Schierwaldenrath richtet sich gegen Rechts!“, betonten Hans Ohlenforst und Reiner Beumers.

Beide Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Schierwaldenrath sprachen bei einer Infoveranstaltung, zu der die IG aufgerufen hatte.

Kriminalrat Stephan Zenker, Leiter der Ermittlungsgruppe rechtsmotivierte Kriminalität (Remok), lobte, dass viele Kommunen in der Region beim Kampf gegen Rechts Fortschritte gemacht haben. Das sei unter anderem durch das konsequente Durchgreifen der Polizei und das Vereinsverbots der Kameradschaft Aachener Land geschehen. „Das Problem ist jedoch, dass diese Personen sich neu aufstellen, nun sogar die ‚Rechts-Partei‘ gegründet haben“, so Zenker.

Zum Staunen der Anwesenden nannte Zenker die Kaiserstadt Aachen zwar als Brennpunkt in der Region, sah jedoch auch in Düren und dem Kreis Heinsberg sehr starke Auffälligkeiten. „Die Kameradschaft Aachener Land prägt trotz des Verbotes weiter die Region, auch im Kreis Heinsberg“, erklärte Zenker. Glücklicherweise stellten sich aber auch immer mehr Menschen im Kreis gegen Rechtsextremismus auf, wie Zenker betonte. Bereits 2009 wurde das Bündnis gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg ins Leben gerufen. „Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens – nicht nur in Schierwaldenrath“, sagte Ralf Zanders vom Bündnis.

Im Verlauf der Veranstaltung kamen viele Fragen aus dem Publikum. Die Bürger wollten wissen, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie Menschen mit rechter Gesinnung im Ort erkennen. Vertreter der Polizeibehörde gaben Tipps, damit sich die Bürger nicht selbst in Gefahr bringen. Der Appell der Polizei war eindeutig: Immer die Polizei hinzurufen.

Bürgermeister Bernhard Tholen lobte das Interesse der Bürger. Pfarrer Rolf Hannig betonte: „Schierwaldenrath hat weiterhin eine glänzende Zukunft, weil die Bürger etwas unternehmen.“ Wenn jetzt nichts geschehen würde, wäre dies ein schlechtes Zeichen.

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