Erkelenz - Saniertes Hagelkreuz ist wieder Teil des Gemeindelebens

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Saniertes Hagelkreuz ist wieder Teil des Gemeindelebens

Von: gp
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Packen kräftig an: Die Altarbauer in Holzweiler freuen sich auch schon auf das Gemeinschaftsprojekt, für Fronleichnam einen Altar am frisch sanierten Hagelkreuz an der L 19 zu errichten. Foto: Passage

Erkelenz. Die Vorbereitungen für Fronleichnam laufen derzeit auf Hochtouren. In den Prozessionen tragen Christen vielerorts am zweiten Donnerstag nach Pfingsten symbolisch den Leib Christi in der Gestalt des heiligen Brotes durch die Straßen ihrer Gemeinden.

Manche Orte haben sich inzwischen zusammengeschlossen und richten das sogenannte Hochfest des Leibes und Blutes Christi gemeinsam aus. Wer Gastgeber der Prozession sein darf, wechselt dabei ständig. Für die vier Orte Keyenberg, Kuckum, Holzweiler und Venrath findet die gemeinsame Prozession in diesem Jahr turnusgemäß in Holzweiler statt. Nach langer Zeit wird erstmalig wieder das frisch sanierte Hagelkreuz in den Prozessionsweg einbezogen. Es ist vermutlich mehr als 600 Jahre alt.

„Früher, als ich Kind war, sind wir an Fronleichnam immer zum Hagelkreuz gezogen“, erinnert sich André Weitz, lange Zeit im Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand tätig und aktuell als Ruheständler immer noch vor Ort aktiv. „Seit der Errichtung der Umgehungsstraße L 19 ist das Hagelkreuz aber von Holzweiler abgeschnitten worden. Daher sind wir zu Fronleichnam schon Jahrzehnte nicht mehr dort hingezogen.“ Stattdessen gab es innerorts zwei alternierende Prozessionsrouten. Hubert Hurtz, Sprecher des Ortsausschusses: „Eine Route im nördlichen Teil und eine im südlichen Teil des Ortes. Die insgesamt acht Altäre lagen vorwiegend an Wegekreuzen und wurden von den jeweiligen Nachbarschaften immer mit großer Begeisterung für Fronleichnam hergerichtet.“

„Seit einigen Jahren feiern wir das Fronleichnamsfest gemeinsam mit unseren Nachbarn aus Keyenberg, Kuckum und Venrath. Diesmal dürfen wir aus Holzweiler Gastgeber sein“, freut sich Torsten Moll. „Besonders toll für uns war es diesmal, wie alle im Ort mit an der Idee gefeilt haben, einen Altar am frisch renovierten Hagelkreuz aufzubauen.“

Derweil funktioniert auch „die Zusammenarbeit der Menschen aus den beteiligten Orten prima“, wie Sandra Hofer aus Keyenberg meint. Allerdings ergebe sich dadurch etwas mehr Bedarf an Koordination und Abstimmung. „Aber das ist es wert“, betont die Kuckumerin Beate Zurmahr.

Pastor Werner Rombach sieht die Kooperation mit Wohlwollen. „Ohne das ehrenamtliche Engagement hätte die Kirche vermutlich kaum noch eine Chance.“ Rombach leitet zurzeit die beiden Pfarren im Erkelenzer Raum und bereitet mit den Gremien gerade deren Fusion für 2015 vor. „Wenn viele sich ein bisschen einbringen, sind wir unheimlich stark.“ Rombach dankt auch André Weitz und Hubert Hurtz, die die Sanierung des Hagelkreuzes initiiert und vorangetrieben haben: „Zwei oder dreimal habe ich Herrn Weitz mit ein paar Leuten aus dem Ort sogar selbst hier schuften gesehen.“

Der aus Holzweiler stammende Geschichtsschreiber Dr. Paul Blaesen hat in einem seiner Bücher über Holzweiler rekonstruiert, dass die Existenz des Hagelkreuzes bis auf die Jahre um 1400 zurückgehen könnte. Blaesen verweist auch auf die Legende, nach der das Hagelkreuz auf das Versprechen einer Dienstmagd zurückginge, die ein schweres Gewitter unbeschadet überstanden habe.

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