Erkelenz - „Rudeljubeln“ bei Fußball-WM im Erkelenzer Ziegelweiherpark: Aufruf zum Crowdfunding

„Rudeljubeln“ bei Fußball-WM im Erkelenzer Ziegelweiherpark: Aufruf zum Crowdfunding

Von: Ingo Kalauz
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Fußball-EM 2016: So sah‘s beim Public Viewing auf dem Erkelenzer Markt aus. In diesem Jahr könnte es den „Rudeljubel“ zur Fußball-WM im Ziegelweiherpark geben. Foto: Stefan Klassen
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Thomas Poos (l.) und Marvin Altmann (r.) vom Stadtportal Dein Erkelenz sowie Raphael Meyersieck, Geschäftsführer der Erkelenzer Agentur KulturGarten. Foto: Ingo Kalauz

Erkelenz. „Rudelgucken“ wird seit 2011 ganz offiziell im Duden als das deutsche Wort für „Public Viewing“ geführt: Hat man in fern zurückliegenden Zeiten bei großen Ereignissen, in der Regel spektakulären Fußballspielen, mit Freunden und Bekannten vor dem Radioempfänger gehockt und der Reportage des Sportkommentators gelauscht, trifft man sich seit geraumer Zeit gern auf öffentlichen Plätzen.

Dort steht man dann mit einer Masse anderer, gern auch wildfremder Menschen, um mit einem Glas oder einer Flasche Flüssigem in der Hand auf einer Riesenleinwand das Sportspektakel live und in Farbe und in Stereo, hautnah also, mitverfolgen zu können. Rudelgucken eben. Im Sommer steht wieder ein solches Sport-„Event“ an, das für Rudelgucken prädestiniert ist: Die Fußball-Weltmeisterschaft im Putin-Land sollen die Erkelenzer am Ziegelweiher im Rudelgucken verfolgen können.

„Wir wollen gemeinsam mit möglichst vielen Erkelenzern die Fußball-WM feiern“, sagt Raphael Meyersieck bei der Vorstellung des „Rudeljubel“ genannten Projektes. Meyersieck ist Geschäftsführer der Erkelenzer Agentur KulturGarten GmbH. Zusammen mit seinem Team hat er bereits vor zwei Jahren bei der Fußball-Europameisterschaft ein Public Viewing auf dem Markt in Erkelenz organisiert. Das war eigentlich gelungen – nur hat die deutsche Mannschaft nicht so richtig mitgespielt...

Für diesen Sommer ist die Aufstellung einer großen LED-Leinwand im Ziegelweiherpark geplant. Mit im Boot bei der Planung ist in diesem Jahr das Stadtportal Dein Erkelenz. Der Weg zum Public Viewing in diesem Sommer ist neu, erklärt Raphael Meyersieck: „Möglichst viele Menschen und Unternehmen sollen sich mit kleinen oder auch größeren oder auch großen Beiträgen beteiligen und so das Public Viewing finanzieren.“ Crowdfunding heißt dieses Vorgehen, das an anderen Orten und in anderen Bereichen schon vielfach erprobt ist und funktioniert hat. „Die Finanzierung soll sicher sein und auf vielen Beinen stehen“, sagt Thomas Poos vom Stadtportal. „Rudeljubel“ haben die Initiatoren das ungewöhnliche Projekt benannt, durch das bis Ende März Geld gesammelt werden soll, um am Ziegelweiher kollektiv Fußball gucken und im Endspiel am 15. Juli ab 17 Uhr der deutschen Mannschaft die Daumen drücken zu können. Wenn alles planmäßig läuft...

In Erkelenz betreten die „Rudeljubel“-Macher mit dem Crowdfunding zur Finanzierung ihres Projektes Neuland. „Mit dem Crowdfunding setzen wir auf bürgerschaftliches Engagement: Schon ab fünf Euro kann jeder dabei sein“, sagt Raphael Meyersieck. Ab zehn Euro erhält jeder Unterstützer ein Dankeschön in Form von Getränkegutscheinen. 40.000 Euro müssen auf diese Weise mindestens zusammenkommen, um das Projekt auf die Beine stellen zu können. „Das klingt nach sehr viel Geld“, sagt Meyersieck, „das ist allerdings auch die Summe für sieben Spiele von der Vorrunde bis zum Finale.“ Die größten Ausgabeposten sind dabei neben der Großbildleinwand (2,5 x 4 Meter) die Sicherheitskräfte und Ordner, die Umzäunung sowie die Gebühren an die Fifa und an die Gema. „Bekommen wir 60 000 Euro zusammen“, ergänzt Marvin Altmann vom Stadtportal Dein Erkelenz, „könnten wir eine ganz große, sieben mal vier Meter breite Leinwand aufstellen.“

Überschüsse werden gespendet

Bis Ende März wollen die Initiatoren die 40 000 Euro zusammenhaben. Falls weniger als 40.000 Euro durch das Crowdfunding generiert werden, fällt das Public Viewing zur WM in Russland für die Erkelenzer aus. Aber: Alle Unterstützer erhalten dann ihr Geld zurück, versichert Raphael Meyersieck: „Die Plattform, mit der wir zusammenarbeiten, hinterlegt das Geld treuhänderisch beim Amtsgericht München, das ist also hundertprozentig sicher.“

Sollten mehr als die benötigten 40.000 Euro zusammenkommen und weniger gebraucht werden – etwa, wenn die deutsche Mannschaft nicht bis ins Finale kommt – werden alle Überschüsse gespendet. „Damit wollen wir dann die Hermann-Josef-Stiftung und das Kunstrasen-Projekt des SC 09 Erkelenz unterstützen“, sagt Marvin Altmann.

Und Raphael Meyersieck ergänzt: „Verlieren kann der Fußballfan aus Erkelenz eigentlich gar nichts. Für zehn Euro erhält er zwei Freigetränke. Wenn wir die 40.000 Euro nicht erreichen, erhält er sein Geld zurück.“

Verlieren kann eigentlich nur die deutsche Nationalmannschaft: Mit ihrem Ausscheiden aus dem Turnier in Russland ist auch Feierabend mit dem Rudelgucken in Erkelenz am Ziegelweiherpark.

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