Hückelhoven/Mönchengladbach - Richter schickt Brandstifter hinter Gitter

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Richter schickt Brandstifter hinter Gitter

Von: Heike Ahlen
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven/Mönchengladbach. Dominik S. (23) muss für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Mit diesem Urteil für versuchten Mord und versuchte schwere Brandstiftung folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger hatte unterdessen eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert – sein Mandant habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu töten, deshalb sei er auch nicht für versuchten Mord zu verurteilen, hatte er argumentiert.

Für die Richter war es aber doch ein versuchter Mord, dass der Mann am 6. Mail 2013 gegen 22.30 Uhr einen Molotow-Cocktail gegen die Schaufensterscheibe des „Glück auf“-Kiosk in Hückelhoven geschleudert hatte. Dabei war nur die äußere Scheibe der Doppelverglasung geborsten, die innere hatte Stand gehalten. Dadurch war es auch in dem Kiosk und den darüber und dahinter liegenden Wohnungen nicht zu einem Brand gekommen.

Von mittags an hatte der 23-Jährige mit Freunden in der Nähe getrunken und Cannabis konsumiert. Aus der Blutabnahme nach seiner Festnahme wurde ein Blutalkoholwert von 2,1 Promille zum Zeitpunkt der Tat rekonstruiert. Der psychologische Gutachter konnte aufgrund der großen Mengen an Alkohol und Drogen eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen, und auch der Angeklagte hatte noch am vorletzten Prozesstag beteuert, er hätte die Tat nie begangen, wenn er nicht so viel getrunken und geraucht hätte.

Für diesen hohen Promillewert sei er aber noch erstaunlich zurechnungsfähig gewesen. Nachdem er vom Tatort geflohen war, war er auf einem nahen Spielplatz, wo sich der Freundeskreis aufhielt, mit einem Asthma-Anfall zusammengebrochen. Als der Sohn der Kiosk-Besitzerin ihn dort fand und nach seinem Namen fragte, nannte er einen falschen.

Dominik S. muss nun zunächst für neun Monate in Haft, dann wird er wegen seines Alkohol- und Drogenkonsums für etwa zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt eingewiesen, das ist Bestandteil des Urteils. Danach ist die Hälfte der Strafe verbüßt.

Ob er danach zurück ins Gefängnis muss oder der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, wird erst dann entschieden.

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