Heinsberg-Oberbruch - Rheinisches Landestheater Neuss wagt sich an Don Camillo und Peppone

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Rheinisches Landestheater Neuss wagt sich an Don Camillo und Peppone

Von: Dettmar Fischer
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Da liegt Peppone, niedergestreckt von der Rechten des Don Camillo. Jesus coachte Don Camillo – keine Chance für den armen Peppone. Foto: defi

Heinsberg-Oberbruch. Der streitbare, bauernschlaue Priester Don Camillo und sein Kontrahent, der kommunistische Bürgermeister Peppone, lieferten sich in der italienischen Provinz der Nachkriegszeit einen Glaubenskampf auch mal mit den Fäusten. Jesus oder Lenin, konträrer konnten die Glaubensbekenntnisse nicht ausfallen. Als „Don Camillo und Peppone – Glauben mit Herz und Faust“ feiern die Hauptdarsteller vieler Erzählungen und Romane von Giovannino Guareschi zurzeit eine Auferstehung.

Das Rheinische Landestheater Neuss tourt gerade mit dieser Komödie. Nach der Premiere in Neuss war die Festhalle Oberbruch die zweite Station. Das ländliche Leben in Italien nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen überlieferten Werten und politischer Aufbruchstimmung nahm Giovannino Guareschi mit seinen Büchern liebevoll aufs Korn. Das ist lange her. Lange schon tot sind auch die beiden Protagonisten, die wohl auf immer und ewig, zumindest solange es noch Menschen gibt, die Schwarz-Weiß-Fernsehen geguckt haben, Don Camillo und Peppone sein werden.

Fernandel, der mit dem Pferdegesicht, spielte den Priester und der kleine Dicke mit dem Schnauzer, wie hieß der doch gleich? Ach ja, Gino Cervi, den kommunistischen Bürgermeister. Da ist schwer was gegen zu setzen. Das ist ähnlich wie bei Dick und Doof, die sind auch nicht zu toppen.

Das Rheinische Landestheater Neuss unternahm dennoch den Versuch „Don Camillo und Peppone“ in der Bearbeitung von Gerold Theobalt ins Hier und Heute zu holen. Neu ist sicherlich, das gab es in Schwarz-weiß nicht, dass Jesus im kessen Lendenschurz vom Kreuz herabsteigt und sich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, versucht.

An der Geschichte ändert sich nicht viel. Kommunist Peppone hat die Bürgermeisterwahl gewonnen und ist stolz auf seinen Erstgeborenen. Er soll den Namen dessen tragen, an den Peppone glaubt: Lenin. Grund genug für die erste Keilerei des Abends zwischen Don Camillo und Peppone. Jesus (noch vom Kreuz herab) greift ein, gibt Don Camillo den Tipp für den rechten Schwinger, der Peppone zu Boden streckt, mahnt aber zur Gelassenheit gegenüber dem unüblichen Vornamen Lenin.

Geschmackssache

Ob sich die turbulenten Geschichten um die beiden ehemaligen Partisanen Don Camillo und Peppone, die jeder auf seine Weise die sozialen Fragen der Nachkriegszeit lösen wollten, heute als Komödie verkaufen lassen, ist eine Frage, die der Betrachter zu entscheiden hat. Wem es gefiel, der fand es schön und hatte einen netten Abend. Die anderen schauten in der „zweiten Halbzeit“ ab und zu mal auf die Uhr.

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