Hückelhoven - Ratheimer Realschüler: „Den Glauben der anderen respektieren“

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Ratheimer Realschüler: „Den Glauben der anderen respektieren“

Von: hewi
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Viele Fragen, viele Antworten: Guido Funken und die jugendlichen Besucher in St. Barbara. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. Schüler der Ratheimer Realschule besuchten im Rahmen eines Projektes die Ditip-Gemeinde in Hilfarth, die Evangelische Gemeinde und die Jugendkirche St. Barbara.

Rund die Hälfte der Schüler der Klasse 8a ist muslimisch. Das bedeute aber nicht, dass sie auch gläubig seien, erklärte die Religionslehrerin Anne Mischnick. Sie begleitete die Schüler auf ihrer Tour durch die Gotteshäuser, die neben St. Barbara auch eine Moschee und die evangelische Kirche an der Haagstraße beinhaltete.

An jeder der drei Stationen warteten Antworten auf ihre Fragen. In St. Barbara stand der Jugendbeauftragte der Region, Guido Funken Rede und Antwort. Zuerst jedoch konnten die Besucher die Kirche nach Herzenslust erkunden und große Fragezeichen an den Gegenständen oder Orten hinterlassen, zu denen sie Fragen hatten. Und so lagen Fragezeichen am Taufbecken und ebenso an der modernen Krippe, die Schüler der Peter-Jordan-Schule aufgebaut hatten und in der sie Armut und Gleichgültigkeit anprangern.

Viele der christlichen Schüler sind wohl ebenso selten Gäste in einer Kirche wie ihre muslimischen Mitschüler, vermutete Funken angesichts der vielen Fragen nach grundsätzlichen Dingen und Gegenständen. Trotzdem sei es wichtig, die Fragen ernst zu nehmen und ebenso ernst zu beantworten.

Wofür gibt es zum Beispiel das Taufbecken? Natürlich für die Taufe. Und was bedeutet „Taufe“? So erfuhren die Schüler, dass die Taufe eines der drei Glaubensbekenntnisse der Katholiken ist. In der Evangelischen Kirche gibt es neben der Taufe nur noch die Konfirmation als ein solches Glaubensbekenntnis. Im islamischen Glauben sind diese Rituale hingegen unbekannt.

Beim Marienaltar erfuhren die jungen Besucher, dass es in der Katholischen Kirche „für jedes Problem einen Ansprechpartner“ gibt und lernten die Stationen des Kreuzweges kennen. Auf die Frage, was bei der Evangelischen und Katholischen Kirche ähnlich sei, fielen den Schülern vor allem die bunten Fenster und die Orgel ein. Und die Bänke, denn die gibt es in den Gebetsräumen der Moscheen nicht. Dafür aber weiche Teppiche.

Aus den Fragen und Antworten leitete Funken auch den vielleicht wichtigsten Satz des Morgens ab. „Man muss den Glauben der anderen nicht mögen“, betonte er. „Aber man muss ihn respektieren.“

Denn Respekt vor den Wert- und Glaubensvorstellungen der anderen war das Ziel der Besuche in den Gebetshäusern. Die Ratheimer Realschule hatte ihre drei achten Klassen auf die Reise zu den drei großen Religionen der Stadt geschickt, um sie über die Unterschiede ebenso wie über die Gemeinsamkeiten aufzuklären. An der Realschule seien Vorurteile gegen Christen oder Muslime nicht bekannt.

Beim Krippenspiel der Realschule gebe es regelmäßig türkische Josefs und Marias, betonte Mischnick. Weder die Eltern noch die Schüler hätten damit ein Pro-blem. Dies sei vor allem der Arbeit von Yalcin Hamdi zu verdanken, dem Lehrer für Islamkunde an der Realschule, der „Brücken baut“, wie Mischnick betonte.

Auch Funken nahm die Fragen der Schüler ernst. So auch die des 13-jährigen Sascha, der fragte, ob man nicht auch Pommes als Leib Christi nehmen könne. An sich keine schlechte Idee, betonte Funken. Doch dann verwies er natürlich auf die symbolische Bedeutung von Brot und Wein. Von St. Barbara aus ging es dann weiter zur Moschee.

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