Heinsberg - Protest gegen Sextäter: Demonstranten geben auf

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Protest gegen Sextäter: Demonstranten geben auf

Von: dpa
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Randerath 3
Der Sexualstraftäter Karl D., der wegen der ungewöhnlich grausamen Vergewaltigung zweier Schülerinnen 14 Jahre Haft verbüßt hat und nach seiner Entlassung aus der Haft noch als gefährlich gilt, wohnt bei seinem Bruder im Heinsberger Dorf Randerath. Foto: dpa

Heinsberg. Mehr als ein Jahr lang demonstrierten Bürger immer wieder gegen einen in Heinsberg-Randerath lebenden Sexualstraftäter - nun geben sie auf. Am 9. Juni werde die letzte Demonstration vor dem Haus sein, in dem der Mann seit seiner Haftentlassung lebt, kündigte der Mitorganisator des Protests, Thomas Brauckmann, am Dienstag an.

Das Verwaltungsgericht hatte nach Angaben eines Polizeisprechers kürzlich bestätigt, dass die Demonstranten einen Abstand von 100 Metern zu dem Gebäude einhalten und damit außer Sichtweite bleiben müssen. Damit sei der Symbolcharakter der Mahnwache nicht mehr gegeben, erklärte Brauckmann. Vor Ort könne nichts mehr erreicht werden.

Der Sex-Täter war wegen der Vergewaltigung von drei Schülerinnen zu knapp 20 Jahren Haft verurteilt worden. Nach Verbüßung der Strafe wurde er von Gutachtern als weiterhin gefährlich eingestuft. Dennoch lehnte das Landgericht München II einen Antrag auf nachträgliche Sicherungsverwahrung ab. Im Januar bestätigte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe diese Entscheidung.

Der Ex-Häftling lebt seit seiner Entlassung bei seinem Bruder in einem 1400-Einwohner-Dorf im Kreis Heinsberg. Aus Protest dagegen demonstrierten seit dem 1. März 2009 abends Bürger vor dem Haus - ein Jahr lang täglich, danach zweimal wöchentlich. Bis zuletzt seien immer noch etwa ein Dutzend Menschen gekommen, sagte Brauckmann.

Der Mann wird rund um die Uhr von der Polizei überwacht. „Daran wird sich auch nichts ändern, egal ob demonstriert wird oder nicht”, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Heinsberg. Einen Eilantrag der Familie des Täters, die sich durch die ständige Überwachung schikaniert fühlte, hatte das Verwaltungsgericht Aachen im März abgelehnt.

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