Partnerin der Angeklagten sagt aus: Viele Widersprüche

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Mönchengladbach/Hückelhoven. Versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung wirft die Anklage Yvonne E. (45) und ihrer Ex-Geliebten Jana K. (46) vor. Die beiden sollen, mal gemeinsam, mal auch Yvonne E. alleine, versucht haben, den an Demenz erkrankten Ehemann von Yvonne E. umzubringen.

Jana K. hatte das Verfahren ins Rollen gebracht, indem sie sich nach dem Ende der lesbischen Beziehung der beiden Frauen im Sommer 2011 im November darauf an die Polizei in Hückelhoven gewandt hatte.

Sie sagte gestern im Prozess aus. Drei Taten sind angeklagt, die die Ermittler nach Jana K.s Schilderungen auf der Wache zeitlich eingegrenzt haben.

Sie berichtete ausführlich vom Beginn der Beziehung und wie sie von Pirna in Sachsen nach Hückelhoven gezogen sei. Schon nach einer Woche zusammen sei beiden klar gewesen, dass es „für immer“ sei. „Sie hat mir ziemlich bald zu verstehen gegeben, dass er ihr auf den Sack geht“, sagt die Angeklagte und betont, dabei die Worte ihrer Ex-Lebensgefährtin zu benutzen. Die sitzt schräg hinter ihr, starrt geradeaus und presst die Lippen immer fester zusammen. Ein erstes Ansinnen von Yvonne E., sie solle doch den Mann der Freundin bei einer Wanderung in der Eifel einen Berg hinunterschubsen, habe sie abgelehnt. „Das hätte ich nicht gekonnt“, sagt sie im Gerichtssaal. Bei der Polizei hatte sie noch davon gesprochen, es sei ihr „zu riskant“ erschienen.

Es bleibt nicht der einzige Widerspruch zwischen ihren Aussagen bei der Polizei und im Gericht. „Auch, wenn Sie sich heute dafür schämen, müssen Sie das so erzählen, wie es wirklich war“, ermahnte Richter Lothar Beckers die Frau.

Daraufhin räumte sie ein, dass sie bei dem Plan, den Mann eine mit Öl bestrichene und mit Matchbox-Autos des Sohnes versehene Kellertreppe hinunterstürzen zu lassen, die Idee hatte, die Glühbirne im Keller herauszudrehen, und diese auch umsetzte. Irritationen gab es auch bei ihrer Aussage zu der Nacht, in der Yvonne E. mit den Worten „Ich glaub, ich hab es geschafft“ an ihr Bett getreten sei und ihr erzählt habe, dass sie ihrem Mann auf dem Heimweg aus einer Gaststätte einen Stein über den Kopf geschlagen habe. Jana K. hatte im Gericht erzählt, sie sei trotz dieser Nachricht nicht richtig wach geworden, habe im Halbschlaf geraucht und dann weitergeschlafen. Das hatte sie bei der Polizei anders geschildert.

In ihrer Aussage tauchten auch noch andere Mordpläne auf. So soll Yvonne E. schon vor der Beziehung der beiden versucht haben, ihn bei einer Wanderung in der Eifel zu töten. „Die hat ihm was in die Thermoskanne getan“, so Jana K. Der Ehemann war damals mit einem Hubschrauber gesucht worden. Vorher habe die Ehefrau ihm einen Abschiedsbrief diktiert, den er auch geschrieben habe. Das habe sie wieder tun wollen, wenn man versuche, ihn mit Rattengift umzubringen. Jana K. aber habe sich geweigert, das Mittel zu besorgen – weil sie der Auffassung war, dass man dabei einen Ausweis vorlegen müsse.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

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