Wegberg-Beeck - „Pape macht Zirkus“: Gute Laune und hohe Kunst der Komik

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„Pape macht Zirkus“: Gute Laune und hohe Kunst der Komik

Von: Monika Baltes
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Wild entschlossen, das Publikum gut zu unterhalten: Christian Pape, Gartenbesitzer und Comedian, und Dr. Stefan Bimmermann, das Pullunder-Wunder von Beeck. Foto: Monika Baltes
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Humoristisches Urgestein: Auch Karl Dall war in Beeck zu Gast. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Beeck. Mehr als vier Kilometer Stromkabel, 4000 Rollen Toilettenpapier, Gäste, die aus der ganzen Welt eingeflogen wurden, „manche sogar von noch weiter weg“ – wenn Pape Zirkus macht, dann aber richtig.

Für eine Überraschung ist er ja immer gut, dieser Christian Pape mit dem schönen, großen, eigenen Garten in Beeck, den er in regelmäßigen Abständen mit Stars und den dazu passenden Fans füllt. Und nun hatte er versprochen, Zirkus zu machen.

Ja, gut, von außen sah es ein wenig eckig aus, dieses Zirkuszelt, zu dem ein langer roter Teppich führte. Erst im Inneren gab das Spiegelzelt das Geheimnis seiner Schönheit preis. Eintauchen in Licht und Farbe, in dunkelrote Gediegenheit mit goldenen Fransen. Zirkus und Varieté, Comedy und Karneval unter einer Zirkuskuppel – wer konnte denn schon ahnen, wie vergnüglich das werden sollte.

The Flying Dutchmen (Michiel Hesseling und Jean-Michel Paré) präsentieren erstaunliche Jonglagen, teilweise vom anderen Ende der Welt und wollen hoch hinaus – auf dem Einrad. Artig versprechen sie, noch am Wochenende nach Holland zurückzukehren. Adrienn Banhegyi ist die schnellste Seilspringerin der Welt und wurde extra aus Prag eingeflogen – für einen Vier-Minuten-Auftritt, bei dem das Publikum aus dem Staunen gar nicht herauskommt. Und der fürsorgliche Gastgeber hat für sie die Präsidentensuite im Haus St. Georg in Watern reserviert.

Pullunder sind der letzte Schrei im Zirkuszelt. Nicht nur „Pullunder-Wunder“ Dr. Stefan Bimmermann schwitzt klaglos unter mehreren Exemplaren an den Keyboards, auch ein Urgestein deutscher Unterhaltung hat zum Pullunder gegriffen. „Geschniegelt, gebügelt, da mach ich toll was her“, haucht Karl Dall ins Mikrofon. Und es kommt, wie es immer kommt, wenn er das singt: Millionen Frauen lieben ihn.

Fast unbemerkt bleibt eine kleine Premiere im Zirkuszelt. Dem Meister himself, Christian Pape persönlich, der noch nie um Worte verlegen war – ihm fehlen die Worte. Er weiß beim besten Willen nicht, wie er den nächsten Programmpunkt beschreiben soll, der aber – das weiß er ganz genau – „urkomisch“ ist. Dann wirbelt Jeff Hess wie ein Orkan über die Bühne, Lachsalven erntend für einen Gesichtsausdruck und dieses Mopedgeräusch, das er – wie auch immer – produziert.

Drei Stunden Programm

Ein dreistündiges Programm, „das es so garantiert noch nicht gegeben hat“, hat Christian Pape versichert, und längst bezweifelt das hier niemand mehr. Bis unter die letzte goldene Franse in der Zirkuskuppel ist das Zelt gefüllt mit Staunen und Lachen, guter Laune und der hohen Kunst der Komik. Der Verlust eines Anbaus am Giebel von Haus Beeck ist zu beklagen, weil der 40-Tonner mit dem Zelt ein bisschen behäbig daherkam, erzählt Christian Pape. Eigentlich war der Anbau als Altersruhesitz für die Eltern gedacht. Aber für eine so schöne Veranstaltung wie „Pape macht Zirkus“ muss man eben auch das eine oder andere Opfer bringen.

 

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