Radarfallen Blitzen Freisteller

Opfer mit Hammer verletzt

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
Holzhammer zu Auto
Ein 33-jähriger Heinsberger muss sich vor dem Amtsgericht Geilenkirchen verantworten. Foto: dpa

Geilenkirchen/Heinsberg. Einem derzeit arbeitslosen 33-Jährigen aus Heinsberg wird vorgeworfen, eine „andere Person mittels eines Werkzeuges körperlich misshandelt zu haben“. Ismet J. soll im März 2011 in der Körbergasse in Heinsberg einen 32-jährigen Mann mit einem Hammer geschlagen und verletzt zu haben. Das Schöffengericht in Geilenkirchen konnte sich am Dienstag vom Angeklagten und vom Geschädigten bei der über vierstündigen Verhandlung zwei Versionen des Tathergangs anhören.

Der Beschuldigte gab an, dass er am Tattag die letzten Sonnenstrahlen habe nutzen wollen, um mit seinen beiden Kindern ein Eis essen zu gehen. Auf dem Weg zum Kindergarten sei ihm der 32-Jährige mit dem Auto entgegengekommen und zehn Meter vor ihm stehen geblieben. Aus dem Auto heraus habe ihn Ragit S. beschimpft, auch habe dieser einen Hammer in der Hand gehabt und im Auto nach etwas gesucht. Der Angeklagte habe einen Gegenstand, der wie eine Pistole aussah, gesehen. Das Szenario habe er als Bedrohungslage angesehen, zudem ihm bekannt sei, dass der 32-Jährige mit Waffen handele. So kam es zunächst zu einer kurzen, verbalen Auseinandersetzung am und Rangelei im Auto.

Der 32-Jährige hätte zwischenzeitlich die Autotüre aufgemacht und ihn, den Beschuldigten, mit der rechten Hand, mit der dieser auch den Hammer festhielt, ergriffen und an ihm gezerrt. Er habe nun Angst gehabt, dass der 32-Jährige eine Pistole ziehe und deshalb den Kontrahenten ins Auto zurückgedrückt. „Ich habe schon ein ungutes Gefühl gehabt, dass der mich angreifen würde, aber mit dem Hammer habe ich nicht gerechnet“, erzählt der Angeklagte. „Aber mit einer Pistole haben Sie gerechnet“, erwiderte Richter Thomas Schönig. „Wenn ich bedroht werde, wehre ich mich“, so Ismet J.

Ragit S. habe den Hammer nicht loslassen wollen, ihm sei es aber gelungen, mit der Faust und dem Hammer auf den Fahrer einzuschlagen. „Ich wollte keinen großen Schaden anrichten, darum habe ich nicht auf den Kopf geschlagen“, so der Angeklagte. Der Kläger habe ihn einen Tag vor dem Geschehen verbal beleidigt.

Die Einlassung des Opfers hörte sich ganz anders an. „Heinsberg ist sehr klein, daher kennen wir uns“, sagte der in Heinsberg wohnende Vater von ebenfalls zwei Kindern. Er habe noch nie Probleme mit der Familie des Angeklagten gehabt. Am besagten Tag sei er mit dem Auto in die Straße gefahren und habe Musik angehabt. Da sei der Beschuldigte vor ihm auf der Fahrbahn aufgetaucht, deshalb habe er angehalten. „Plötzlich holt der den Hammer raus und schlägt durch das geöffnete Fahrerfenster“, so der Kläger. Er sei mehrmals an Kopf und Körper getroffen worden, bis ihn Ismet J. an den Füßen aus dem Auto gezogen habe. Er habe am Boden liegend seinen Kopf mit den Händen geschützt, sei dann aber auf allen Vieren davon kriechend mehrmals am Rücken getroffen worden. Erst als ein Zeuge mit dem Handy die Polizei um Hilfe rief, habe die Attacke aufgehört. „Hätte der nicht die Polizei gerufen, wäre ich erschlagen worden“, war sich das Opfer sicher.

Die beiden 26 und 30 Jahre alten Zeugen aus Heinsberg bestätigten im Groben die Angaben des Opfers. Beide Männer waren durch Schreie auf das Geschehen aufmerksam geworden, hatten aber den Beginn der Auseinandersetzung nicht mitbekommen. Beide hatten eine Rangelei außerhalb des Autos gesehen und konnten die Schläge auf den Rücken bestätigen.

Der Prozess wird am Dienstag, 15. Januar, um 9 Uhr am Amtsgericht Geilenkirchen fortgesetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert