Erkelenz - Online-Abstimmung: Mehrheit spricht sich derzeit für Turmdach aus

Online-Abstimmung: Mehrheit spricht sich derzeit für Turmdach aus

Von: Helmut Wichlatz
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Wird die Burg ein Schutzdach bekommen oder nicht? Derzeit spricht sich die Mehrheit der Erkelenzer bei der Online-Befragung für das Dach aus.

Erkelenz. Das Wahrzeichen der Stadt Erkelenz, der Burgturm, soll ein Dach bekommen, das das alte Gemäuer vor den Witterungseinflüssen schützt. Das Problem freilich: Keiner weiß, wie das Dach wohl ausgesehen hat, das den Bau zu seinen Blütezeiten zierte.

Aus diesem Grund haben sich die Planer für eine sehr sachliche Schutzdachkonstruktion entschieden, der man kaum den Vorwurf des „Historizismus“ machen kann, also der Verwendung von Elementen, die den Charakter des Gebäudes verfälschen würden.

Der Förderverein Freunde der Burg hatte den Stein ins Rollen gebracht, Rat und Bauausschuss hatten daraufhin beschlossen, erst einmal eine Bürgerbefragung zu starten. Darin soll abgefragt werden, ob der Burgturm ein Schutzdach bekommen soll oder nicht.

Eigentlich sollte die Befragung nach der Kommunalwahl am 25. Mai beginnen, doch nun wird schon seit rund zwei Wochen auf der städtischen Homepage für oder gegen das Schutzdach gestimmt: „Ich stimme der für die Stadt kostenlosen Maßnahme Wetterschutzdach zu“ heißt es dort, was mit „ja“ oder „nein“ beantworten werden kann.

Natürlich können Teilnehmer der Umfrage auch eine Stellungnahme abgeben – unter Angabe von Name, Anschrift und Mailadresse versteht sich. Und genau das ist nach Ansicht einiger Kritiker, wie dem Ratsherren Karl-Heinz Frings, ein Problem. Er kritisiert, dass nicht geprüft werde, ob jemand öfter als einmal – oder gar unter verschiedenen Namen – teilnimmt. „Man kann eintragen, was man will und es abschicken“, mokiert er sich. „Die nehmen das an.“

Fraglich bleibe seiner Meinung nach, ob sich so ein repräsentatives Stimmungsbild ergibt.

Kritisiert wird auch, dass die Teilnahme an der Abstimmung mit einer Aussage über die eigene Spendenbereitschaft für das Projekt verbunden ist. Das entsprechende Feld gehört zu den Pflichtfeldern, die ausgefüllt werden müssen, bevor man seine Meinung abschicken kann. „Es ist nicht zu dulden, dass ein Votum bezüglich des Daches in dieser Umfrage daran geknüpft ist, ob man den Freunden der Burg eine Spende zukommen lässt oder nicht“, lautet die Kritik der Bürgerpartei. Zumindest in diesem Bereich wurde eingelenkt, wie Krings auf Nachfrage betonte. Der Spendenaufruf soll von der Seite der Umfrage verschwinden.

Eingriff in das Stadtbild

Die Anbringung eines Schutzdaches auf dem Burgturm stellt nach Ansicht der Bürgerpartei einen weitreichenden Eingriff in das Stadtbild dar.

In einem Antrag an den Bürgermeister wird die „sofortige Einstellung“ der Umfrage gefordert. Denn die Umfrage gehe am Kern des Problems vorbei. „Die weithin sichtbare optische und bauliche Veränderung der Burg stellt für uns eine gravierende Veränderung der Darstellung der Stadt dar, die nicht ohne Beteiligung der Bevölkerung von Erkelenz stattfinden darf“, heißt es in dem Antrag. Denn die Silhouette des Turms befindet sich auf Logos, Tassen, Stempeln und sei somit ein wichtiges optisches Merkmal der Stadt.

In der Erläuterung zur Umfrage werde darüber hinaus der Eindruck erweckt, dass der Turm ohne Schutzdach „zerstört würde“. Eine Vermutung, die vor allem Frings anzweifelt. Der Förderverein stützt sich bei seinem Bemühen um ein Schutzdach auf die Aussage des Geschäftsführers des Erkelenzer Unternehmens Schleiff, Heinz-Peter Dahmen. Sein Unternehmen ist auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert.

Bleibt die Frage, wie in der Verwaltung mit den Einsendungen der Teilnehmer umgegangen wird. Die ersten Meinungsäußerungen von „Max Mustermann und Co.“ seien bereits eingetroffen, bestätigt der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg auf Nachfrage. Diese würden aber ebenso wie Äußerungen von nicht aus Erkelenz stammenden Teilnehmern aussortiert. Die Beteiligung an der bis Ende Mai laufenden Umfrage sei durchaus rege, betonte Lurweg.

Trend erkennbar

Ein Trend lasse sich auch schon erkennen, denn derzeit sei eine Mehrheit der verifizierten und real existierenden Teilnehmer für das Schutzdach auf dem Burgturm.

Den Freunden der Burg nutzt es ebenfalls. Denn durch die Spendenaussage im Rahmen der Umfrage neben der Zustimmung für das Vorhaben kam auch Geld zusammen. „Bei uns sind schon Einzelspenden von 20 bis 500 Euro eingegangen“, betonte der Vorsitzende der Burgfreunde, Peter Fellmin. Auch der neue Obi-Baumarkt spendete zur Eröffnung in Erkelenz 2500 Euro für das Dach. „Wir sind derzeit mit dem Verlauf der Befragung sehr zufrieden“, freut sich Fellmin.

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