Heinsberg-Dremmen - Noroviren: Innerhalb einer Stunde sieben Kinder erkrankt

Noroviren: Innerhalb einer Stunde sieben Kinder erkrankt

Von: Rainer Herwartz
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Der Katholische Kindergarten in Dremmen. Foto: Anna-Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in den letzten Tagen die brisante Nachricht. Auch Bettina Gubernator wurde am Ende von einer besorgten Bürgerin in die fatale Neuigkeit eingeweiht. „Haben Sie es schon gehört? In Dremmen wird der Kindergarten drei Wochen geschlossen, weil eine Seuche ausgebrochen ist!“ Dumm nur, dass besagte Bettina Gubernator die Leiterin eben dieses Kindergartens ist und bereits bestens informiert war.

Allerdings über die weit weniger spektakuläre Wahrheit. Geschlossen wird der Kindergarten zwar, aber nur an vier Tagen, am nächsten Wochenende sowie Montag und Dienstag. Und von einer Seuche kann keine Rede sein.

„Es ist eine freiwillige Maßnahme. Der Kindergarten wird nicht aufgrund der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes geschlossen“, bestätigt Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Als Grund wird die Vielzahl der Magen-Darm-Erkrankungen von Kindern und Betreuerinnen genannt. Auslöser des Brechdurchfalls seien Noroviren, die zurzeit in der Region verstärkt für Magen-Darm-Erkrankungen sorgten.

Durch die viertägige Schließung des Kindergartens hätten alle Betroffenen die Möglichkeit, ihre Magen-Darm-Erkrankungen komplett auszukurieren. Da nach den vier Tagen auch die Inkubationszeit der sehr ansteckenden Noroviren überschritten sei, könnten gesunde Kinder oder Betreuer dann auch nicht mehr unmittelbar im Kindergarten angesteckt werden. Außerdem, so das Gesundheitsamt, werde der Kindergarten die Gelegenheit der Schließung nutzen, alle Räume gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

Eigentlich läuft diese Desinfektionsaktion schon seit längerer Zeit verstärkt, sagt Bettina Gubernator. „Denn seit November haben wir diese Krankheit in unserer Einrichtung. Im Dezember haben wir uns dann mit dem Gesundheitsamt gemeinsam überlegt, was wir tun können.“ Die Hoffnung, dass sich nach den Weihnachtsferien die Sache quasi von selbst erledigt hätte, bestätigte sich nicht. „In der zweiten Woche danach zeigten an einem einzigen Tag innerhalb nur einer Stunde vier Erwachsene und sieben Kinder die Krankheitssymptome“, erinnert sich die Kindergartenleiterin.

Marita Stawinoga, die zuständige Ärztin des Kreisgesundheitsamtes, kennt den Grund: „Auch wenn die Kindergärten die Eltern immer wieder darüber aufklären, dass sie die Kinder erst zwei Tage nach Abklingen aller Krankheitszeichen wieder in den Kindergarten bringen dürfen, halten sich viele Eltern nicht daran.“ Die Folge: es würden erkrankte oder noch nicht auskurierte Kinder in die Kindergärten gebracht, die dann die Ansteckungsrate in die Höhe schnellen ließen.

Im Familienzentrum in Dremmen werden 80 Kinder von 13 Betreuerinnen versorgt. 18 Kinder sind erst zwei Jahre alt. Die Erkrankung sei „grundsätzlich nicht schlimm“, erläutert Karl-Heinz Feldhoff, doch bei älteren Menschen und Kleinstkindern könne es zu Austrocknungen kommen.

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