Erkelenz-Lövenich - Neujahrsempfang: 100 Hilfen für die Vereine in Erkelenz geplant

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Neujahrsempfang: 100 Hilfen für die Vereine in Erkelenz geplant

Von: Helmut Wichlatz
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Erkelenz‘ Bürgermeister Peter Jansen (rechts) nannte in seiner Neujahrsrede viele Aspekte, die seine gute Laune rechtfertigten. Das bestätigte auch WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Lövenich. Zum Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Peter Jansen diesmal in die Nysterbachhalle eingeladen. In seiner Ansprache zog er eine positive Bilanz des zurückliegenden Jahres und gab einen Ausblick auf bevorstehende Projekte in diesem Jahr.

Die Stadt, so betonte er zu Beginn seiner Rede, könne mit einem Unternehmen verglichen werden. Dessen Produkte und Dienstleistungen schienen zu überzeugen, denn die Einwohnerzahl von Erkelenz wächst weiter. Der Gewinn des Unternehmens lasse sich nicht nur in einer vernünftigen Bilanz in Euro und Cent darstellen, sondern auch mit „Wohlfühl-Bilanzwerten“. Dies könne nur durch motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter geleistet werden. Dies werde transparent dargestellt und zukunftsweisende Verfahren wie eGovernment und Digitalisierung sowie der digitale Haushalt der Stadt würden verstärkt.

Aufgaben werden erschwert

„Kommunen sind für alle und fast alles da“, betonte Jansen. „Eine Kundenselektion gibt es bei uns nicht.“ Zu den Aufgaben der Kommune gehörten auch Sicherheit, Ordnung und Feuerwehr. Diese Aufgaben würden jedoch zunehmend erschwert. „Leider gehört auch zur Realität, dass unsere Gesellschaft immer mehr zur Aggressivität neigt und Regeln missachtet werden“, erklärte Jansen.

Dies bekomme man auch im Straßenverkehr zu spüren. Jansen berichtete, dass in den vergangenen Wochen zwei Politessen von Autofahrern bewusst angefahren wurden, nachdem sie ihnen ein Knöllchen ausgestellt hatten. Auch beim Sozial- und Jugendamt sei es zu tätlichen Angriffen auf Mitarbeiter gekommen. „Was ist los im Lande?“, fragte er und schloss an, dass der Rechtsstaat dieses Thema „besser besetzen“ müsse.

Neujahrsansprachen sind immer gespickt mit Zahlen. Über Investitionen bei der Freiwilligen Feuerwehr, in den Schulen und Kindergärten und bei den Flüchtlingen. Die Investitionen zahlten sich aus, wie bei den Schwimmbädern der Stadt. Über 240.000 Besucher zählte das Erkabad im vorigen Jahr. In Gerderath waren es neben der DLRG und den Schulen ebenfalls über 12.000 Besucher. Die Zahl der Planstellen wird um dreieinhalb auf insgesamt 21 erhöht, um dem Bedarf und den rechtlichen Verordnungen gerecht zu werden.

Viel Geld fließt auch in die Sportstätten der Stadt. Im Haushalt schlagen sie mit 3,7 Millionen Euro zu Buche. Dazu kommen geplante Investitionen von rund 900.000 Euro. Insgesamt seien zur Unterstützung der Vereine rund 100 Maßnahmen in diesem Jahr geplant, betonte Jansen.

Zum Thema Stadtentwicklung wusste Jansen zu berichten, dass bei der Vermarktung der Flächen des alten Amtsgerichts und der Polizeiwache „Bewegung in die Sache gekommen“ sei, nachdem der Ausschreibungsfahrplan zuvor seitens des Landes „rechtlich nicht sauber“ aufgestellt gewesen sei. Mitte des Jahres lasse sich erahnen, was auf dem Areal passieren wird.

Die Entwicklung von Baugebieten bezeichnete Jansen als eine der größten Aufgaben des kommenden Jahres. Neben Katzem, Schwanenberg, Gerderath und Hetzerath sei dies auch eine Erweiterung des Oerather Mühlenfeldes für weitere 1500 Bewohner. „Dies dürfte aus meiner Sicht die letzte Erweiterung sein“, betonte er. Die städtische Entwicklungsgesellschaft GEE sei durch die Zusammenarbeit mit RWE in der Lage gewesen, Tauschflächen für die Landwirte zu akquirieren. Auch bei der städtischen Wirtschaftsförderung und Gewerbeansiedlung habe sich die Zusammenarbeit mit RWE ausgezahlt.

So habe auf die früheren Bauplanungen der Großbäckerei Kamps nur so schnell reagiert werden können, weil das Energieunternehmen vereinbarungsgemäß bei der Sicherung und Erschließung der benötigten 15 Hektar mitgeholfen hatte. „Wer heute nicht erkennt, wie wichtig das war, der hat immer noch nichts verstanden“, lautete Jansens deutliche Ansage an die Kritiker. Dass es nach einer Entscheidung des französischen Mutterkonzerns nicht zur Investition in Erkelenz gekommen war, sei nicht tragisch. „Kurz schütteln, weitermachen“, lautete sein Rat.

Eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent und rund 12.800 steuerpflichtige Arbeitsplätze seien ein Beleg dafür, dass die Strategie „Gutes Wohnen und Arbeiten in Erkelenz“ Erfolg zeige.

Ob bei Stadtmarketing, Kultur oder Klimaschutz – in Erkelenz herrschen offenbar sonnige Zeiten. Nicht umsonst sei die Stadt auch 2017 erneut vom WDR zur Stadt mit den meisten Sonnenstunden in NRW gekürt worden.

Ein Aufgabenblock begleitet die Stadt seit Jahren: der Tagebau und die damit verbundene Umsiedlung. Am neuen Standort der letzten Umsiedler müssten noch dringende Fragen geklärt werden, zum Beispiel die Höhenprobleme der Grundstücke. Hier müsse „ohne Polemik und mit gesicherten Fakten“ gearbeitet werden. Auch den Zweckverband mit den Tagebauanrainern Mönchengladbach, Jüchen und Titz wertete Jansen als gute Entscheidung zum Wohle der Bürger.

„Wir wollen im regionalen Verbund die beste Zukunft für die Menschen gestalten“, fasste er das Ziel zusammen. Die Forderungen aus der Region würden nun ernst genommen und fänden Gehör. In diesem Zusammenhang lobte er auch das Engagement der Bürger in den Ortschaften, die Handlungskonzepte für den Erhalt ihrer Heimat erarbeiten und umsetzen. Abweichend vom Redemanuskript sage Jansen abschließend: „Mein Gott, was können wir stolz sein auf die Menschen in Erkelenz.“

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