Neues Hospiz in der Größe fast verdoppelt

Von: Günter Passage
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Krankenhausseelsorgerin Monika Fernandes sowie Pfarrer Wolfgang Krosta während der Einsegung des neuen Hospizes an der Tenholter Straße in Erkelenz. Foto: Günter Passage
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Gemeinsam mit Pflegedienst Leiterin Ingrid Etiennen (re.) präsentiert Ulrike Clahsen,(li.) Leiterin des Hospizes, die neuen Räumlichkeiten. Foto: Günter Passage

Erkelenz. Das stationäre Erkelenzer Hospiz, seit zehn Jahren fester Bestandteil der Erkelenzer Hermann-Josef Stiftung, platze zuletzt aus allen Nähten. „Bei der Vielzahl unserer Patienten waren wir letztlich nicht mehr in der Lage, allen Bedürfnissen nachzukommen“, sagte Ulrike Clahsen, von Anbeginn Leiterin des Erkelenzer Hospizes.

Schwerpunkt der Tätigkeiten innerhalb des Hospizes ist, Menschen ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Die Sterbenden und ihre Angehörigen stehen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen im Zentrum des Handelns. Die Begleitung erfolgt unabhängig von der Herkunft, religiöser Überzeugung und sozialer Stellung. Allerdings ist eine aktive Sterbehilfe nicht Bestandteil der Hospizidee.

Wolfgang Salz, Verwaltungsdirektor der Hermann-Josef Stiftung, brachte vor einem Jahr den Stein ins Rollen: Sein Vorschlag, an anderer Stelle ein Hospiz mit nahezu doppelter Fläche zu errichten, stieß auf allgemeines Wohlwollen. Nach den entsprechenden Planungen konnte das neue Hospiz an der Tenholterstraße 43a in der Rekordzeit von nur sechs Monaten geschaffen werden. Für die künftigen Bewohner stehen nun etwa 720 Quadratmeter zur Verfügung. Insgesamt beinhaltet das Hospiz 13 Zimmer. Zusätzlich wurde ein Zimmer für Angehörige, die dort übernachten möchten, gebaut.

Nachdem die Geistlichkeit mit Krankenhausseelsorgerin Monika Fernandes und Pfarrer Wolfgang Krosta die Einsegnung vornahm, richtete Peter Jansen, Vorsitzender der Hermann-Josef Stiftung, einige Worte an die Gäste, die überaus zahlreich erschienen waren. Jansen dankte zunächst allen an diesem Bau beteiligten Unternehmen und Mitarbeitern für die Fertigstellung des Hospizes in Rekordzeit. „Die Stiftung ist bemüht, die Menschen von der Geburt bis hin zu deren letzten Stunden zu begleiten“, sagte Peter Jansen. Das sich die Verantwortlichen in damaligen Zeiten für ein Hospiz in Erkelenz entschieden haben, war eine mutige Entscheidung. Zwischenzeitlich wurde dies aber tausend- fach zurückgezahlt“, führte Jansen weiter aus. „Wie ich hier deutlich erkenne, hinterlässt das anwesende Personal einen guten und zufriedenen Eindruck. Hier wird Dienst am Menschen geleistet. Mit dem heutigen Tage beginnen wir ein neues, hoffentlich sehr erfolgreiches Kapitel“, schloss der Kuratoriumsvorsitzende seine Ausführungen.

Auch Verwaltungschef Wolfgang Salz freute sich, das Projekt erfolgreich und schnell realisiert zu haben: „Der Unterschied zum alten Hospiz ist enorm. Die Fläche wurde nahezu verdoppelt. Jedes der neuen Zimmer verfügt über ein eigenes großes Bad. Alles ist dafür ausgelegt, den Aufenthalt für Bewohner wie Angehörige gleichermaßen angenehm zu gestalten“, brachte Salz zum Ausdruck, dass ausschließlich das Wohl der Bewohner im Mittelpunkt aller Aktivitäten und Angebote stehe. Alles in dem neuen Hospiz ist heller und hat nichts mit dem Ambiente einer Krankenstation gemeinsam. Es ist für viele Bewohner das letzte Zuhause, in dem man sich wohlfühlen sollte.

Insgesamt wurden durch die Hermann-Josef Stiftung 1,2 Millionen Euro in den Bau vorinvestiert. Weitere 200 000 Euro wurden für neue Möbel und Einrichtungen aufgewendet. Die Refinanzierung des neuen Hospizes erfolgt über so genannte Investitionskostenzulagen, die von den Kostenträgern über den täglichen Pflegesatz der Hospizbewohner erstattet werden.

Wolfgang Salz wies allerdings darauf hin, dass zehn Prozent der Gesamtkosten über Spenden finanziert werden müssen. „Es bieten sich mit der Inbetriebnahme des neuen Hospizes nun mehr Möglichkeiten der Unterbringung. Dies allerdings bedeutet, dass 130.000 Euro pro Jahr durch Spenden aufgebracht werden müssen“, richtete der Verwaltungsdirektor gleich einen Appell an die Bevölkerung, das Haus durch Spenden zu unterstützen.

Auch Ulrike Clahsen als langjährige Leiterin des Hospizes, stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Während einer ausführlichen Rede vermittelte sie den Gästen einen Überblick über sämtliche Bauphasen. Ihr Dank galt allen, die während der letzten sechs Monate unermüdlich im Einsatz waren: „Oftmals blieb mir der Eindruck nicht verwehrt, dass manch einer der hier Tätigen gleichzeitig hier seine Zelte aufgeschlagen hat und sowohl am Tag als auch nachts im Einsatz war“, zeigte sich die rührige Leiterin angetan über den Elan, den alle Beteiligten aufbrachten. Mit den Worten: „Die rasche Verwirklichung dieses Projektes ist kaum in Worte zu fassen“, bedankte sich Ulrike Clahsen einmal mehr bei all denjenigen, die in kurzer Zeit Unglaubliches geleistet hätten.

Zuletzt gab es kleine Aufmerksamkeiten vom Personal für Wolfgang Salz, Ulrike Clahsen sowie Björn Clahsen vom Sozialdienst. Ihm, der in den letzten Wochen und Monaten unermüdlich um die Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten bemüht war, wurde zur Belustigung aller Anwesenden unter anderem der goldene Hammer verliehen.

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