Hückelhoven-Ratheim - Neuer Baustein im „Generationencampus“: 33 Plätze

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Neuer Baustein im „Generationencampus“: 33 Plätze

Von: kalauz
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Noch arbeiten die Handwerker am letzten Schliff im Johannesstift im „Generationencampus“ in Ratheim an der Burgstraße. Am Freitag wird es feierlich eingeweiht.

Hückelhoven-Ratheim. Es klingt so platt – und ist doch so wahr: Die Zeiten ändern sich. „Panta rhei“, dass nämlich alles fließt, hatten schon die griechischen Philosophen erkannt. Aus dem damals noch gemächlich dahin plätschernden Bächlein der gesellschaftlichen Veränderungen ist im Laufe der Jahrhunderte ein mächtiger Fluss erwachsen.

Seit wenigen Jahrzehnten ist dieser Fluss zu einem reißenden Strom mit einem unübersehbaren Delta angeschwollen: Grundlegende Veränderungen im Leben der Menschen miteinander vollziehen sich in weniger als einer Generation.

Neuem Denken gerecht werden

Vor 20 Jahren noch zum Beispiel haben sich Frauen und Männer in unserer Gesellschaft damit abgefunden, im Alter irgendwie „versorgt“ zu werden. Heute wird nach dem „Wie“ gefragt, werden Ansprüche auch für das Leben nach dem Arbeitsleben gestellt.

Die Institutionen, die Einrichtungen für das Zusammenleben im Alter anbieten, reagieren auf dieses neue Denken – weil die Menschen einen Anspruch darauf haben. Zum Beispiel in Ratheim. Dort wird am Freitag an der Burgstraße mit dem „Johannesstift“ ein weiterer Baustein im so genannten „Generationencampus“ feierlich eingeweiht. Ein Haus, das diesem Denken gerecht werden will.

In Rufweite des neuen Pflegeheimes, dort, wo früher das DRK seine Heimstatt hatte, sind seit einigen Monaten in einem architektonisch entsprechenden Gebäudekomplex eine Reihe von Altenwohnungen mit Leben gefüllt. „Das Johannes-stift ist die sinnvolle Ergänzung der Altenwohnungen im Gebäudekomplex an der Steinstraße“, sagt Bernd Bogert. „Es entspringt dem Nachbarschaftsgedanken, dem Sich-gegenseitig-helfen.“

Bogert ist Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste in Brachelen, dem Träger des neuen Pflegeheimes. 33 Plätze für pflegebedürftige alte Menschen wird es dort geben. Es ist ein helles, ein lichtes Haus geworden, das aber auch auf den beiden Etagen Raum für zwei Wohngemeinschaften bietet.

„Dort“, sagt Bogert, „können gewohnte Dinge gemacht werden, die auch Menschen mit Demenz noch bewerkstelligen können.“ Sich zum Beispiel abends ein Spiegelei braten und dabei gemeinsam mit anderen auf dem Großbildschirm Fernsehen gucken.

„Eine große Bedeutung in dem neuen Haus kommt dem Sinnesgarten zu“, sagt Bogert. Das ist eine Anlage hinter dem Haus mit Blick in den sich anschließenden, hoch gewachsenen Wald, in der sich Gehwege mit verschiedenen Bodenbelägen schlängeln, wo es einen Beeren- und einen Kräutergarten gibt und wo ein Wasserspiel beruhigend plätschert. „Riechen, fühlen, schmecken sind besonders für demenzkranke Menschen ganz wichtige Sinneseindrücke, die hier ausgelebt werden können“, sagt Bernd Bogert.

Orientierung geben an spezifisch menschlichen Wahrnehmungen – auch das ist ein Anspruch, der heute an eine altengerechte Versorgung gestellt wird. Das neue Pflegeheim an der Burgstraße in Ratheim wurde „in Rekordbauzeit“, wie Hans Spelthahn anerkennend sagt, gebaut. Spelthahn ist so etwas wie der Bauleiter des Hauses, er ist für alle bestehenden Einrichtungen der St.-Gereon-Pflegedienste verantwortlich.

Im August vergangenen Jahres wurde mit den Arbeiten begonnen, am Dienstag, 1. Juli, wird das Haus, das, wie die übrigen Bausteine des „Generationencampus“ in Ratheim auch, vom Architekturbüro Greven in Hückelhoven geplant wurde, bezogen. Am Freitag ist die Einweihung. Wert gelegt wurde auch – auch das hat etwas mit dem gewachsenen Anspruchsdenken zu tun – auf eine, so Spelthahn, „hochwertige Ausstattung“.

Dazu gehört nur als Beispiel, dass in jedem Zimmer ein Flachbildschirm an der Wand hängt. „Da können die Bewohner dann skypen, also telefonieren und den Gesprächspartner dabei auf dem Bildschirm sehen. Das ist heute auch bei älteren Menschen fast schon Standard“, sagt Bernd Bogert.

Auch daran mag man erkennen, wie nachhaltig sich die Gesellschaft in nur ganz kurzer Zeit verändert hat. Panta rhei...

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