Neuer Bahnhof: 2500 Fahrgäste an Werktagen erwartet

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
5533456.jpg
Noch viel zu tun: Die Bauarbeiten am Heinsberger Bahnhof sind in vollem Gange, denn im Herbst sollen die ersten Passagiere gen Lindern fahren können. An Werktagen wird mit 2500 Fahrgästen gerechnet. Foto: Rainer Herwartz
5533462.jpg
Markus Palic, Wolfgang Dieder, Heiko Sedlaczek, Landrat Stephan Pusch und AchimSchmitz von der Rurtalbahn (von links) griffen zum Spaten.

Heinsberg. Kaum hatte Markus Palic von der WestEnergie und Verkehr GmbH den Termin genannt, wurde er auch schon wieder durch Heiko Sedlaczek von der Nahverkehr Rheinland (NVR) relativiert. Am 29. September, so meinte Palic am Donnerstag beim offiziellen Spatenstich zum Heinsberger Bahnhof, solle der Regelbetrieb der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Heinsberg und Lindern beginnen.

Offenbar ist die Abstimmung, sprich die Umstellung zur Integration an der Hauptstrecke aber noch nicht weit genug gediehen, so dass es wahrscheinlich etwas länger dauern wird. Nächste Woche soll es in diesem Punkt Klarheit geben, erklärte Sedlaczek.

Weder dieser Umstand noch der gestrige Dauerregen vermochten jedoch die gute Laune beim Spatenstich zu trüben. „Wir stehen hier auf historischem Bahngelände“, begann Bürgermeister Wolfgang Dieder einen kleinen Rückblick auf die Anfänge der Schienenstrecke zwischen Heinsberg und Lindern im Jahr 1890. „Der letzte planmäßige Personenzug der Deutschen Bundesbahn fuhr hier am 26. September 1980. Später gab es im Abschnitt Heinsberg-Oberbruch nur noch vereinzelte Sonderfahrten, seit etwa 1985 fuhr dort kein Zug mehr.“

Lediglich für den Güterverkehr von und zum Industriepark werde die Strecke heute noch genutzt. Erst der im Jahr 2002 durch den Kreistag des Kreises Heinsberg gefasste Grundsatzbeschluss zur Förderung der Schieneninfrastruktur habe die politischen Weichen für die bald wieder erstehende Bahnstrecke gestellt. „Erstes Ziel der Reaktivierung ist die umsteigefreie, direkte Verbindung der Städte Heinsberg und Aachen und die Umsteigemöglichkeit in Lindern nach Mönchengladbach“, so Dieder. Hinzu kämen die Neustrukturierung des öffentlichen Verkehrs, die Förderung der Elektromobilität und der Erhalt des Gleisanschlusses Indus-triepark Oberbruch als Standortfaktor.

Der neue Bahnhof auf altem Bahnhofsgelände wird ein zweigleisiger Endbahnhof und erhalte ein freundliches Ambiente mit „einem sehr repräsentativen Bahnsteigdach“, erklärte der Bürgermeister. „Für die Fahrgastinformationen sorgen Infovitrinen und Lautsprecherdurchsagen, für die Sicherheit eine großzügige Beleuchtung und moderne Videoüberwachung sowie eine Notrufsäule.“

Der eigentliche Planungsbeginn des Projektes sei 2008 durch die Rurtalbahn erfolgt, ergänzte Markus Palic. Lange, lange sei mit der Bundesbahn verhandelt worden – in zahllosen Gesprächen. Irgendwo zwischen 50.000 und 500.000 Euro habe sich der Kaufpreis des Geländes zwischenzeitlich bewegt. Am Ende seien es dann 239.000 Euro geworden, schmunzelte er. 17 Bahnübergänge, sieben Haltepunkte und zwei Bahnhöfe mussten auf einer Gesamtstrecke von 12,2 Kilometern eingeplant werden. „Von den alten Gleisanlagen konnte leider kaum etwas verwendet werden.“

Daraus resultierten schließlich die 18 Millionen Euro, die als Gesamtkosten für die Umsetzung des Bahnprojektes benötigt wurden, erläuterte Sedlaczek. Eine stolze Summe, die sich jedoch nach Einschätzung der Kalkulatoren amortisieren werde, denn Investitionen und Nutzen stünden in einem äußerst positiven Verhältnis zueinander, wie Sedlaczek betonte. An Werktagen werde immerhin mit rund 2500 Fahrgästen gerechnet.

Die Strecke zwischen Heinsberg und Lindern werde täglich im 60-Minuten-Takt bedient. Die Fahrzeit betrage dabei lediglich 17 Minuten. Auch nach Herzogenrath dauere es nicht länger als 35 Minuten. Und zum Hauptbahnhof in Aachen sei der Fahrgast 50 Minuten unterwegs. Damit könne die Bahn zweifellos mit dem privaten Pkw-Verkehr konkurrieren. Angesichts solcher Prognosen ließe sich wohl auch eine nochmalige kleine Verzögerung des Betriebsbeginns verkraften, meinte Sedlaczek.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert