Kreis Heinsberg - Neue Verordnung bringt Wagenbauer jetzt schon ins Schwitzen

Neue Verordnung bringt Wagenbauer jetzt schon ins Schwitzen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
68.jpg
Die neue Verordnung bringt die Wagenbauer jetzt schon ins Schwitzen: In der nächsten Karnevalssession sind nur noch Zugmaschinen bis 60 km/h erlaubt.

Kreis Heinsberg. Zum Glück ist es ja noch weit hin bis zur nächsten närrischen Session. Doch einige Karnevalisten dürften schon jetzt mächtig ins Schwitzen geraten. Und das liegt nicht nur an der brütenden Sommerhitze. Denn das Bundesverkehrsministerium hat an der Änderung der Zweiten Ausnahmeverordnung gebastelt. Und das Ergebnis ist nicht unproblematisch.

Die Verordnung hat Bedeutung vor allem für die Wagenbauer, die in der Regel in den nächsten Wochen und Monaten mit den Planungen und dem Bau der Karnevalswagen beginnen. Die Änderung besagt, dass zukünftig nur noch Zugmaschinen mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h (Ackerschlepper) und Anhänger hinter diesen Zugmaschinen zur Personenbeförderung im Karnevalsumzug zugelassen werden.

Folglich kann die Teilnahme von Lastkraftwagen oder Sattelzugmaschinen am Karnevalsumzug ab sofort nicht mehr genehmigt werden. Das Straßenverkehrsamt des Kreises hält daher eine frühzeitige Information der Karnevalsvereine, sonstigen Veranstalter und insbesondere der Wagenbauer für notwendig, damit diese Änderung bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden kann.

Na ja, dann wird der Sattelzug eben durch einen Trecker ersetzt und fertig. So könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, wie Stefan Seidenberg erklärt. Er ist einer von rund 50 jungen Leuten, die sich zu Karneval „Crew of Madness“ nennen und im letzten Jahr mit ihrem Karnevalswagen samt Sattelschlepper ausgehend von Hückelhoven-Hilfahrt an fünf Umzügen teilgenommen haben.

„Wir überlegen noch, was wir machen, aber ein Trecker wäre sicher die letzte Lösung“, sagt er. Dann benötige sein Team nämlich zusätzlich eine sogenannte Dollyachse, eine Art selbstständiger Anhänger mit Adapterfunktion, um den eigentlichen Karnevalswagen anzuhängen. „Diese würde dann jedoch unseren Wagen, der ohnehin schon fünfzehneinhalb Meter lang ist, noch um rund fünf Meter verlängern. Nennen Sie mir mal einen Ort, wo Sie damit noch durchkommen?!“

Eine eventuelle Alternative sei vielleicht der Einbau einer Drosselung in den Lkw, so dass die 60 Stundenkilometer nicht überschritten werden könnten. Er habe dazu schon im Internet recherchiert, sagt Stefan Seidenberg. Ob diese Variante letztlich genehmigt würde, weiß er jedoch noch nicht.

Erlaubnisbehörde für Umzüge in den Stadtgebieten Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg, Hückelhoven, Übach-Palenberg und Wegberg sind die Ordnungsämter der dortigen Stadtverwaltungen; für das übrige Gebiet des Kreises Heinsberg ist das Straßenverkehrsamt des Kreises Heinsberg an der Valkenburger Straße 45 in Heinsberg (Telefon 02452-133646) zuständig.

Rechtzeitig soll den Karnevalsvereinen und sonstigen Veranstaltern – wie auch in der Vergangenheit üblich – eine ausführliche Information zum Antragsverfahren zugehen. Das Straßenverkehrsamt appelliert an alle Zugveranstalter und Wagenbauer, sich frühzeitig um die erforderlichen Unterlagen und Erlaubnisse zu bemühen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert