Netzwerk hilft Sterbenden in der letzten Lebensphase

Von: Norbert F. Schuldei
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Klaus Längler (2.v.r.) mit dem neuen Palliativ-Pflegeteam, das den gesamten Kreis Heinsberg versorgt. Foto: Norbert F. Schuldei

Kreis Heinsberg. Früher war alles anders – auch der Tod und das Sterben. Was sich nicht geändert hat, ist die Vorstellung, schmerzfrei und in vertrauter Umgebung zu sterben. Nur ist das in unserer hochdifferenzierten und komplexen Gesellschaft heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Mit der Hospizbewegung und der damit einhergehenden Palliativmedizin gibt es seit einigen Jahren eine inzwischen breit aufgestellte Bewegung, die sich genau dieser Aufgabe stellt. Für den Kreis Heinsberg ist jetzt eine so genannte Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung, kurz SAPV, ins Leben gerufen worden, deren Mitarbeiter den Menschen einen schmerzfreien Tod in der vertrauten Umgebung möglich machen wollen. Und die für diese Arbeit von den Krankenkassen bezahlt werden. Dies ist seit einigen Monaten gesetzlich geregelt.

In der SAPV arbeiten acht niedergelassene Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen aus dem gesamten Kreisgebiet, die eine zusätzliche Ausbildung in palliativer Versorgung gemacht haben, 23 Pflegekräfte, davon vier Vollzeitkräfte des Palliativ-Pflegedienstes, der im Kreis Heinsberg federführend vom Caritas-Verband betrieben wird, sowie Ehrenamtler der beiden ambulanten Hospizvereine im Kreis Heinsberg, dem „Regenbogen“ in Wassenberg und „Camino“ in Geilenkirchen zusammen.

Außerdem gehören noch die beiden Vertragsapotheken St. Gangolfus in Heinsberg sowie die Bahnhofs-Apotheke in Erkelenz dazu. Federführend und treibende Kraft dieses Netzwerkes ist der Schmerztherapeut Klaus Längler als Leiter des Regionalen Schmerz- und Palliativzentrums, das demnächst seinen Sitz in Wegberg haben wird.

„Unser Ziel ist es, schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein Leben in Würde und mit emotionaler Zuwendung zu ermöglichen“, sagt Längler. Und Georg Wiefels vom ambulanten Hospiz „Regenbogen“ ergänzt: „Wenn es möglich ist, versuchen wir dies eingebettet in die familiäre und häusliche Umgebung.“

Dabei versteht sich das neu installierte Netzwerk keinesfalls als „Konkurrenz“ zu den Hausärzten: „Wir wollen mit unserem Angebot die Hausärzte ergänzen und legen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit“, sagt Klaus Längler. 

Die Hausärzte und die Krankenhäuser können künftig SAPV verordnen, deren Vertreter daraufhin die Betroffenen oder deren Angehörige besuchen, um die Einzelheiten und den Umfang der Versorgung festzulegen. Andererseits, dies hebt Susanne Hoeren, hauptamtliche Kraft im Wassenberger „Regenbogen“ hervor, „findet das Netzwerk ohne die Ehrenamtler nicht statt“.

Im Landkreis Aachen arbeitet ein Palliativ-Netzwerk wie das jetzt für den gesamten Kreis Heinsberg geschaffene schon seit längerer Zeit erfolgreich. Klaus Längler rechnet mit etwa 250 Patienten pro Jahr im Kreisgebiet.

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