Netzwerk für Tagesmütter ist sehr gefragt

Von: as
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Ein Mitglied im regionalen Netzwerk für Tagesmütter und -väter im Kreis Heinsberg: Saskia Görtz mit ihren drei Tageskindern Summer, Amelié und Lisa (v. l. n. r.). Foto: Andrea Schever
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Vier Tagesmütter mit ihren zahlreichen Tageskindern und deren Eltern bei einem Treffen. Foto: Andrea Schever

Kreis Heinsberg. Neue Richtlinien, geänderte Gesetze, erhöhte Förderungsbeiträge – nicht alles, was sich in der Kindertagespflege ändert, kann der oder die Einzelne im Blick haben. Abhilfe schafft da seit rund einem Jahr der Verein „Netzwerk für Tagesmütter und -väter im Kreis Heinsberg“.

Schon 2009 hatten Tagesmütter aus dem Kreis die Notwendigkeit eines geregelten Informationsflusses untereinander erkannt. Eine Möglichkeit zum regen Austausch boten schon immer Fortbildungen und Treffen, doch waren diese terminbedingt nicht immer von jedem wahrzunehmen. Daher schlossen sich die Tagesmütter aus dem Kreis Heinsberg zu einem Netzwerk zusammen – mit E-Mail-Verteiler und regelmäßigen Treffen. Vor 14 Monaten verwandelte sich dieses Netzwerk dann in einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein.

Von Tagesmütter für Tagesmütter

Mit der Idee „Von Tagesmütter für Tagesmütter“ organisieren sich aktuell 17 Tagesmütter aus allen Teilen des Kreisgebietes engagiert und möchten das Bestmögliche aus ihrem Beruf machen. „Wir alle haben sehr viel Freude daran, mit Kindern zu arbeiten“, betont Waltraud Große, Tagesmutter aus Geilenkirchen und Vorsitzende des Vereins.

Damit ihr arbeitsintensiver Beruf nicht von den meisten nur als „Bespaßung“ der Kleinkinder abgetan wird, möchten sie und ihre Kolleginnen die Anerkennung dieser Tätigkeit als einen ­eigenständigen Beruf erreichen. „Es ist für uns wichtig“, so Waltraud Große, „den Begriff Kindertagespflegeperson mit Gesichtern zu verbinden, um damit auch für die Eltern einen direkten Kontakt zu uns zu erleichtern.“ Die Tagesmütter organisieren regelmäßig Themenabende für sich und Kolleginnen oder verbringen auch ­einen Tag zusammen, damit die Tageskinder auch einmal andere als die ihnen bekannten Kinder um sich haben.

Für ihre fachliche Fortbildung, ob nun im pädagogischen, rechtlichen oder im medizinischen Bereich, sind die Frauen aufgrund ihrer freiberuflichen Tätigkeit selber verantwortlich und meistern dies nur dank ihrer große Motivation. Ohne diese hätten die meisten von ihnen ihre vorherigen Berufe, ob nun als Friseurin, Rechtsanwaltsfachangestellte, Finanzwirtin oder Zahnarzthelferin, nicht einfach zurückgestellt.

Spagat wird erleichtert

Tagesmütter erleichtern jungen Eltern den Spagat zwischen Familien- und Arbeitsleben. Meist wollen Eltern nach der Elternzeit wieder zurück in den Beruf, haben jedoch nicht immer jemanden in der Familie, der sich zu sehr flexiblen Zeiten um das Kind kümmern kann. Um die Zeit bis zum Kindergarten zu überbrücken, aber auch als eine Alternative für den Kindergarten selbst oder als eine gelegentliche Betreuung für alle Kinder bis zum 14. Lebensjahr bieten sich die Tagesmütter an.

„Die Kinder lernen bei den Tagesmüttern bereits, dass Mama oder Papa sie zwar abgeben, aber wiederkommen – ein Lernprozess, der bereits vor Eintritt in den Kindergarten stattfindet“, sagt Majka Hutmacher, die ihren Sohn Nick in Saskia Görtzs Obhut gab. So werde manch einem Kind der Einstieg in den Kindergarten erleichtert.

Kleinkinder brauchen noch viel Zuneigung und Liebe, was die Tagesmütter ihnen gut ansehen können. „An dieser Stelle haben Betreuungsmöglichkeiten mit höchstens fünf Kindern auf eine Tagesmutter eher die Möglichkeit, auf die Fragen, Wehwehchen oder Wünsche eines einzelnen einzugehen“, betont Veronika Hapke.

Eltern sind begeistert

Die Eltern, mit denen man über ihre verschiedenen Gründe zur Wahl ausgerechnet dieser Betreuungsform spricht, zeigen sich jedenfalls durchweg begeistert und dankbar für den Einsatz der Tagesmütter. „Eine Tagesmutter ist sehr flexibel und verständnisvoll“, sagt zum Beispiel Elisabeth Waltersdorf, Mutter der kleinen Inga. „Das gibt uns die Möglichkeit unsere Tochter gerade so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich weggeben zu müssen.“

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