Wassenberg - Narren lassen Winkens keine Chance

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Narren lassen Winkens keine Chance

Von: Anna Petra Thomas
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Gleich mit zwei Pistolen hatte sich Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens bewaffnet. Aber auch damit konnte er dem Angriff der Kongo-Gardisten am Ende nicht standhalten und musste die Macht den Narren überlassen. Foto: Anna Petra Thomas
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Unzählige echte Rohlinge und symbolische Schlüssel an bunten Bändern für die B 221 neu verteilte Bürgermeister Manfred Winkens an die Narren.

Wassenberg. Nicht wie gewohnt hinter seinem Bretterverschlag, sondern unter dem Roßtor hatte sich Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens verschanzt gegen die Allmacht der Narren, die am Donnerstagnachmittag auf ihn einstürmte.

Doch die dort nur notdürftig errichteten Barrikaden aus Holzstämmen hielten dem Sturm der Jecken nicht lange stand. So machten sich nicht zuletzt aufgrund des strömenden Regens alle gemeinsam auf ins Festzelt gleich hinter dem Roßtor, um dort ihren wortgewaltigen Schlagabtausch fortzusetzen.

Erst ganz freundlich . . .

„Wir grüßen Sie Herr Bürgermeister“, begann Bernd Jaegers, Präsident der Wassenberger Kongolesen, noch ganz freundlich. Doch dann ging‘s los: „Bauhofsoldaten und andere Zwerge, und sonstige Verwaltungsschergen, alle werden wir jetzt hetzen und im Marienbruch ins Freigehege setzen.“ Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Kurt Schmitz sowie Vertretern der Kaffeemänn aus Effeld und vom Uschbecker Karnevalsverein (UKV) aus Orsbeck nahm er die Lokalpolitik wieder mächtig aufs Korn.

„Die Visionen und Hirngespinste umzusetzen war viel zu teuer, um‘s zu bezahlen bräuchte man eine Luxussteuer“, kritisierte Schmitz zunächst die Bergfried-Sanierung und bemängelte das Fehlen von Heizung und Aufzug sowie von Zugängen für behinderte und alte Menschen. „Im allerletzten Obergeschoss entsteht eine Suite, so schön wie ein Schloss“, konterte Winkens schelmisch und freute sich schon auf die Gondelbahn vom Freibad hinauf zur Spitze des Turms. „Dort oben werde ich residieren und über ganz Wassenberg regieren!“

UKV-Präsident Björn Heinrichs ging‘s um die B 221 neu. „Was für ein Traum, zum Kaufen und Spazieren endlich Raum“, malte er sich die Zukunft aus. „Doch darauf, scheint mir, gibt‘s noch ein langes Warten, muss man doch Einwände einzelner Personen beachten.“ Sie werde bald gebaut, versprach Winkens. Und „wenn die Autos bleiben aus der Kernstadt fort, dann werden wir wieder zum Luftkurort.“

Für Jecke sei die Straße jedoch nicht gedacht, erklärte er. „Wir bauen zwischen Stadt und B einen Zaun, den streichen wir dann grün und braun. In diesem Zaun, da gibt‘s ne Tür, und wer zu B will braucht einen Schlüssel dafür“, sagte er, bevor er dann unzählige echte Schlüsselrohlinge an bunten Bändern an die Narren verteilte, in die ein „B 221“ eingraviert war.

Gar nicht zufrieden waren die Kaffeemänn. „Am Waldsee ist der Weg voll Matsch, in Wassenberg am Burgberg sind die Stufen beleuchtet, wat für ne Quatsch“, beschwerte sich Kaffeemänn-Prinz René Schüren. „Unser schönes Waldsee-Gewässer befindet sich in der Hand der Käsefresser. Wir Effelder müssen vieles erdulden. Ihr habt die Kassen voller Gulden.“ Doch Winkens konterte erneut ganz visionär: „Die größte Wasserrutsche der Welt wird dort entstehen, die kann man schon von Köln aus sehen“, reimte er. „In Roermond, da fängt die Röhre an und führt über zehn Kilometer zum Waldsee dann.“ Schließlich gab er sich jedoch angesichts der Übermacht des närrischen Volks geschlagen und übergab ihm bis Aschermittwoch die Macht.

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