Wassenberg-Myhl - Nach 60 Jahren trennen sich die Mitglieder des Kegelclubs endgültig

Nach 60 Jahren trennen sich die Mitglieder des Kegelclubs endgültig

Von: gp
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Einen Blumenstrauß zum Abschied überreichten „Die Unberechenbaren“ (von links) Rolf Zohren, Willy Dohmen, Hans-Hary Moll, Richard Theißen und „Dickie“ Lees ihrer Vereinswirtin Brunhilde Dreßen. Gleichzeitig sagten sie Dank für lange 25 Jahre Gastfreundschaft. Foto: Passage

Wassenberg-Myhl. Stolze 60 lange Jahre waren die Mitglieder des Myhler Kegelclubs „Die Unberechenbaren“ ihrem geliebten Hobby, dem Kegeln, nachgekommen. Mit der Bekanntgabe, dass ihr Stammlokal Dreßen für immer die Pforten schließt, kam das plötzliche und dennoch unvermeidbare „Aus“ für den Club.

Am Dreikönigstag 1954 erfolgte die Geburtsstunde des Clubs. Zehn enthusiastische junge Männer hatten den Entschluss gefasst, einen Kegelclub zu gründen. Zwei Wochen später, in der damaligen Gaststätte Krappen, in der bereits vor dem zweiten Weltkrieg eine Kegelbahn installiert worden war, ging es zunächst „auf die Vollen“. Zweimal monatlich ging es auf der Bahn hoch her.

Mit der Zeit wuchsen auch die Ansprüche der Clubmitglieder: Nun hieß es nicht mehr „Stief dropp“. Ziel war nun, „die Bure“ abzuräumen. Daher musste die Kegeltechnik verfeinert werden. Fortan traf man sich nun wöchentlich – und das Niveau der Kegler stieg von Woche zu Woche.

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Mannschaft. Verschiedene Mitglieder kehrten dem Club den Rücken, andere kamen als neue Mitglieder hinzu. Insgesamt hatte der Club im Lauf der Zeit insgesamt 45 Mitglieder. Allerdings waren es nie mehr als 13 Aktive, die sich wöchentlich zur Kegelrunde einfanden. Insgesamt 35 Jahre lang versammelten sich „die Unberechenbaren“ auf ihrer Bahn im Lokal Krappen. Bis der Betreiber das Lokal samt Kegelbahn schloss.

Danach erfolgte der Wechsel zur Gaststätte Dreßen. Hier fühlte sich die Kegel-Gruppe in den letzten 25 Jahren stets heimisch und geborgen.

Die Kegler machten viele Ausflüge und Reisen gemeinsam. Die Touren führten nach Norwegen und Schweden. Fünfmal reisten die Männer nach Mallorca. Selbst auf Teneriffa erholten sich die Kegler gemeinschaftlich von ihren wöchentlichen Kegelstrapazen.

Vor zwei Jahren reduzierte sich der Club auf letztlich fünf Mitglieder. Hinzu kam, dass dem Club nur noch zweimal im Monat die Kegelbahn zur Verfügung stand. Gemeinsam mit Rolf Zohren erstellte Richard Theißen, das einzig verbliebene Gründungsmitglied, anlässlich des 50-jährigen Bestehens einen Erinnerungsband. Mit zahlreichen Bildern versehen, gibt diese Chronik Aufschluss über 50 Jahre Clubgeschichte.

Nun trafen sich die fünf Verbliebenen ein letztes Mal zu ihrer finalen Kegelpartie auf der Bahn in der Gaststätte Dreßen: Richard Theißen (85), Willy Dohmen (78), seit 45 Jahren Präsident, sowie Rolf Zohren (70) und Hans Hardy Moll (71 Jahre alt), die beide seit 50 Jahren mit auf die Vollen gehen. Als letzter der fünf Unberechenbaren stieß vor nahezu zwölf Jahren mit „Dickie“ Lees ein Brite zum Club.

Nachdem Lees (78 Jahre) und seine Ehefrau, eine gebürtige Arsbeckerin, von der britischen Insel kommend in Myhl ihre Altersresidenz bezogen, hatte er sich dem Team angeschlossen.

„Unseren Verein auf einer anderen Bahn weiter bestehen zu lassen, das war uns aus Altersgründen zu stressig“, erklärt Richard Theißen.

Auch wenn unverhofft das Ende eingeläutet wurde, werden die verbliebenen Mitglieder ihre Kontakte und bestehenden Freundschaften weiterhin pflegen: „Niemand ist aus der Welt. Wir alle leben in Rufweite voneinander entfernt und werden uns auch weiterhin im privaten Kreis treffen“, versprach Dohmen.

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