Mysteriöser Fall in Heinsberg: Arzt tot aufgefunden

Von: Rainer Herwartz und Georg Schmitz
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Heinsberg. Es ist zweifellos einer der undurchsichtigsten Todesfälle, die sich in den letzten Jahren in der Heinsberger Region ereignet haben.

Bereits am Dienstag, 17. Januar, war der 70-jährige Arzt Dr. Georg S. in seinem Haus am Seeweg in Heinsberg tot aufgefunden worden. Nachbarn hatten ihn in einem Zimmer über der Garage des idyllisch am Lago Laprello gelegenen Gebäudes entdeckt.

Als unsere Zeitung noch am selben Tag davon erfuhr und bei der Polizei nachfragte, erklärte ein Sprecher zurückhaltend: „Die Umstände sind etwas mysteriös. Es kann von Selbsttötung bis zu einer schwerwiegenden Straftat alles möglich sein.” Mittlerweile jedoch ermittelt die Aachener Staatsanwaltschaft verstärkt in nur eine Richtung: „Es besteht der Verdacht, dass es sich um ein Kapitalverbrechen handelt”, erklärt Oberstaatsanwalt Robert Deller. Weiter sagt er nichts.

Die unklare Sachlage, die die Ermittlungsbehörden immer wieder vor neue Rätsel stellte, ist auch der Grund, warum bislang durch die Staatsanwaltschaft keine konkreten Angaben gemacht werden konnten.

Derweil schossen die Gerüchte in Teilen der Bevölkerung, bei der sich der Tod des Arztes mittlerweile herumgesprochen hatte, ins Kraut. Nach unbestätigten Informationen wurde Georg S. mit einer Schlinge um den Hals auf einem Sofa sitzend aufgefunden, wobei das Ende des Seiles angeblich an einem Fenstergriff festgebunden war. Auch Blutspuren seien entdeckt worden. Die Obduktion des Toten, der bereits am Freitag beerdigt wurde, hatte jedoch kein zweifelsfreies Ergebnis über die Todesursache ergeben. Auch die übrigen Umstände, unter denen der Leichnam des Mannes entdeckt wurde, ließen zunächst keinen eindeutigen Schluss zu. So war die Wohnung zwar offenbar durchwühlt worden, aber die Ermittler schlossen nicht aus, dass es vielleicht erst nach dem Ableben des 70-Jährigen zu einem Einbruch in das Haus gekommen war und die Unordnung somit gar nichts mit der Tat zu tun hatte. Warum sich letztlich dennoch die Indizien für ein Kapitalverbrechen verdichteten - darüber schweigt sich Staatsanwalt Deller aus.

Georg S., der zwei erwachsene Kinder hinterlässt, war über 30 Jahre als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2006 im Heinsberger Krankenhaus beschäftigt, wie der Verwaltungschef der Klinik, Heinz-Gerd Schröders, auf Nachfrage bestätigt. „Er hat fast sein ganzes Berufsleben in unserem Hause verbracht.”

Schröders weiß nur Gutes über seinen ehemaligen Arzt zu berichten. „Er war ein äußerst angenehmer Kollege, ruhig und besonnen, im Kollegenkreis sehr beliebt. Er war sehr fleißig und einsatzfreudig. Als wir von dem tragischen Tod erfuhren, waren wir sehr betroffen.”
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