Myhler Pfarrkirche hat jetzt wieder einen kompletten Hochaltar

Von: anna
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Die Pfarrer Thomas Wieners (links) und Heinz Portz (rechst) freuten sich mit den Tischlern Rudolf Hermanns, Robert Heinrichs und Marcel Derksen (von links) über das gelungene Werk. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Myhl. Seit dem zweiten Advent hat die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Myhl wieder einen kompletten Hochaltar. Im Rahmen einer festlichen Messe weihten Pfarrer Thomas Wieners und sein Vorgänger Heinz Portz den neuen Holzaufsatz, das sogenannte Altarretabel. „Das ist ein großer und schöner Tag“, begrüßte Wieners die Gläubigen in der voll besetzten Kirche. „Das Auge hat jetzt einen Punkt, wo es sich ausruhen kann, wo es ein Ziel hat“, erklärte er mit Blick auf den neuen Altaraufsatz.

Im Jahr 1877 errichtet

1877 war die Kirche St. Johannes der Täufer in Myhl errichtet worden. Zum Johannisfest 1884 wurde ihr Hochaltar fertig, ein Holzschnitzwerk des Waldfeuchter Bildhauers Toussaint Goertz. „Anlässlich einer ‚Modernisierung‘ werden leider die drei holzgeschnitzten Altäre, die Kommunionbank und auch mehrere Heiligenfiguren aus der Kirche entfernt“, heißt es zur weiteren Geschichte in einem 2009 erschienenen Buch über die Historie der Pfarrei. So war der alte geschnitzte Hochaltar in den 1959er Jahren samt Unterbau durch einen Altartisch aus Lahn-Marmor ersetzt worden.

Es war ein lang gehegter Wunsch von Pfarrer Heinz Portz gewesen, den Hochaltar möglichst in seiner alten Form wiederherzustellen. Bereits 2008 wurde mit den Arbeiten dazu begonnen. Der Stuckateur und Restaurator Hans-Georg Fabry aus Porselen wurde zunächst mit der Herrichtung des Unterbaus aus Sandstein beauftragt. „In Größe und Aussehen ist dem Künstler die Wiederherstellung original gelungen“, heißt es im Buch.

Für die Wiederherstellung des Aufbaus konnte der Gangelter Tischler Robert Heinrichs gewonnen werden. In rund 480 Arbeitsstunden fertigte er gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern Rudolf Hermanns und Marcel Derksen den neuen, 2,50 Meter breiten und 3,20 Meter hohen Aufsatz aus Eichenholz. Als Vorbild für die gotische Gestaltung dienten zwei noch vorhandene Teile des ehemaligen Hochaltars, die als Unterbau für die beiden Seitennischen in das neue Werk integriert wurden. Auch der noch vorhandene Tabernakel aus dem ehemaligen Hochaltar hat jetzt wieder seinen alten Platz mitten im Altarretabel gefunden.

In der mittleren der drei von Fabry vergoldeten und beleuchteten Nischen hat die Figur des heiligen Johannes des Täufers ihren neuen Platz über dem Tabernakel erhalten. Darauf ging Portz in seiner Predigt ein, nachdem er zuvor eindringlich vor einer „schleichenden Entchristlichung“ durch zu viel äußeren Glanz in der Advents- und Weihnachtszeit gewarnt hatte.

Portz „sprachlos vor Freude“

„Das neue Altarbild in Myhl zeigt Johannes mit dem Gotteslamm über dem Tabernakel“, erklärte er. „So wie sein Wort im Neuen Testament seine Anhänger und Jünger auf Jesus als das Lamm Gottes hinweist, so zeigt hier sein Finger auf den Tabernakel, auf das eucharistische Brot, das wir mit dem Wort des heiligen Johannes in jeder Messe als Lamm Gottes bekennen und verehren – anbeten!“ In Myhl sage der ganz Hochaltar mit dem heiligen Johannes: „Seht das Lamm Gottes!“ „Ich bin wirklich sprachlos, vor Freude“, erklärte Portz, als er nach der heiligen Messe das Kunstwerk gemeinsam mit den Tischlern noch einmal ganz genau in Augenschein nahm. „Das war schon eine ganz besondere Herausforderung“, erklärte dann auch Heinrichs zu dieser für ihn ganz besonderen Aufgabe, befasst er sich doch ansonsten eher mit der Fertigung von Treppen, Türen, Schränken oder anderen Holzgewerken im Innenausbau. „Das passiert einem nur einmal im Leben!“ freute er sich. Bei einem anschließenden Empfang im Pfarrheim ging er auf die Details seiner Arbeit ein.

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