Geilenkirchen - Mord in Geilenkirchen: Tatverdächtiger schweigt über Motiv

Mord in Geilenkirchen: Tatverdächtiger schweigt über Motiv

Von: Georg Schmitz und Udo Stüßer
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Eine Kriminalbeamtin der Spurensicherung aus dem Polizeipräsidium Aachen untersuchte das Auto des Tatverdächtigen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Hinblick auf das Tötungsdelikt in Geilenkirchen scheint der Tathergang für Mordkommission und Staatsanwaltschaft geklärt. Es soll sich um eine familiäre Auseinandersetzung gehandelt haben.

Allerdings ist man bei der Suche nach einem Motiv noch nicht weitergekommen. Wie der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller am Montag auf Anfrage erklärte, habe der Tatverdächtige lediglich zugegeben, seine 42-jährige von ihm getrennt lebende Ehefrau in deren Wohnung erstochen zu haben.

Zeugen befragt

Über das Tatmotiv und über den Tathergang habe der Mann selbst weiter geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat am Montag den Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags beantragt. Der mutmaßliche Täter wurde am Montagnachmittag dem Haftrichter in Aachen vorgeführt. Die Leiche der 42-Jährigen wurde am Montag in der Gerichtsmedizin in Köln obduziert. Das Ergebnis lag der Staatsanwaltschaft Aachen am späten Montagnachmittag noch nicht vor. Es wird am Dienstag erwartet.

Die Polizei hat zwischenzeitlich mehrere Zeugen befragt, so dass sich die einzelnen Puzzlestücke zu einem Ganzen zusammensetzen lassen. Demnach hat der 42-jährige Ex-Ehemann Klaus S. auf die ebenfalls 42 Jahre alte Elisabeth S. im Streit mehrmals mit einem Messer eingestochen. Die Altenpflegerin und Mutter von zwei Kindern erlag noch im Wohnzimmer ihrer Wohnung den Stichverletzungen.

Nach der Tat flüchtete der Mann aus dem Gartenbereich des dreigeschossigen Mehrfamilienhauses in Richtung Gartenstraße/Im Gang. Der 42-Jährige hatte sich bei der Auseinandersetzung offensichtlich selber verletzt, so dass er eine kleine Blutspur im Schnee hinterließ, die wiederum die Fluchtrichtung markierte.

Durch Schreie auf das Geschehen aufmerksam geworden, hatte eine Bewohnerin die Polizei alarmiert, die sich sofort auf die Suche nach dem Täter machte. Nach Recherchen unserer Zeitung fiel der Mann, der beruflich als Erzieher im Landkreis Aachen tätig ist, gegen 23 Uhr einer Frau unweit seiner Wohnung im Asternweg auf, weil er ihr bei Minustemperaturen nur mit Hose und einem kurzärmeligen Hemd bekleidet entgegenkam.

Eine Stunde später festgenommen

Der 42-Jährige, den die Zeugin als sanft und besonnen beschrieb, habe gegrüßt und sei weiter gegangen. Wie es der Zufall wollte, machte kurz zuvor ein Nachbar eine kleine Zigarettenpause auf dem Balkon. Dieser beobachtete, wie Klaus S. vor einem gegenüberliegenden Einfamilienhaus die kleinere von zwei Mülltonnen öffnete, die obere Schicht des Mülls beiseite schob, eigene Kleidungsstücke hineinwarf und diese wieder zudeckte.

Dabei handelte es sich offenbar um blutverschmierte Kleidungsstücke, die später nach Hinweis des Zeugen von der Polizei sichergestellt wurden. Der Tatverdächtige wurde etwa eine Stunde nach der Tat an seiner Wohnung festgenommen.

Spurensicherung

Einer der beiden sieben und acht Jahre alten Söhne habe sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Wohnung befunden.

Auch zwei Tage nach der Tat ging die Spurensicherung durch die Beamten des Polizeipräsidiums Aachen sowohl in der Tatwohnung als auch in der Wohnung des 42-Jährigen weiter. Dabei untersuchten die Beamtin und der Beamte auch das vor der Garage parkende Auto des Tatverdächtigen.

Die Tatwaffe wurde jedoch auch hier nicht gefunden. An den Scheiben des Autos kleben Flyer, auf denen sich der 42-Jährige als Nikolaus anbietet. Wie Nachbarn bestätigen, hatte der Mann in der Vergangenheit in seinem Nikolauskostüm zur Weihnachtszeit vielen Kindern eine Freude bereitet.
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