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Mit Self und Selfi ins schulische Neuland

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Reinhold Schlimm, kommissarischer Leiter der Gesamtschule Gangelt-Selfkant (r.) und sein Stellvertreter Robert Roßmüller freuen sich über den gelungenen Start der Unterstufe in Höngen. Foto: Windelen

Gangelt/Selfkant. Zwölf Wochen ist die Gesamtschule Gangelt-Selfkant nun am Start. Und noch immer ist hier und da beim Rundgang ein Provisorium erkennbar. Immerhin: Seit einigen Tagen hat die Schule ihren eigenen Festnetzanschluss und ist für die Außenwelt besser erreichbar. Die kleinen Mängel tun aber der Aufbruchstimmung an der Pfarrer-Meising-Straße 1b in Höngen keinen Abbruch.

Der 23. August, das historische Datum der offiziellen Einweihung, war für Reinhold Schlimm, den (noch) kommissarischen Schulleiter, „einer der spannend-sten Tage“ in seinem Leben. „Spannend deshalb, weil wir mit einer neuen und zugleich herausragenden Herausforderung konfrontiert werden“, erklärt er. „Die zwei Gemeinden Gangelt und Selfkant haben eine mutige und wegweisende Entscheidung getroffen.“ Mit dem nahenden Ende der Realschule und den beiden Hauptschulen sowie mit der Einrichtung der Gesamtschulverbundes sei die Schullandschaft im Westzipfel komplett umgekrempelt worden, konstatiert er.

Für Robert Roßmüller, den Stellvertreter Schlimms, bringt die Gesamtschule, deren Unterstufe (5., 6. und 7. Jahrgang) in den Räumen der auslaufenden Hauptschule Höngen untergebracht ist und sich dort in den nächsten Jahren ausdehnen wird, nur Vorteile: „Vor allem können die Kinder hier jeden Abschluss bis hin zum Abitur machen. Und die Schulwege werden deutlich kürzer.“ Derzeit betreuen neun Lehrer im sogenannten Haus der Kinder 109 Schüler in vier Klassen.

Reinhold Schlimm geht in Zukunft von einer stabilen Vierzügigkeit aus. „Mit jedem neuen Jahrgang an unserer Schule kommen sechs, sieben weitere Lehrer hinzu. Im nächsten Schuljahr dürfte die Gesamtschule Gangelt-Selfkant 250 Schüler zählen, im übernächsten schon rund 360.“ Im Schuljahr 2015/16 wechseln die ersten Schüler der Unterstufe nach Gangelt, in das Haus der Jugendlichen, das in der Realschule untergebracht wird. Die gymnasiale Oberstufe, die Jahrgänge 11, 12 und 13, wird im Haus der jungen Erwachsenen unterrichtet, ebenfalls in Gangelt.

Die Gesamtschule geht in eine klar strukturierte Zukunft. Doch zunächst gilt es für Reinhold Schlimm und sein Team, die pädagogische Gegenwart zu gestalten. „Wir sind eine Ganztagsschule. Und das heißt: montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags bis 12.30 Uhr.“ Unterricht, Mittagsessen, Spielen, Hausaufgabenbetreuung. „Die Kinder haben die Voraussetzungen und vor allem die Zeit, um sich sorgfältig auf ihr Abitur und, alternativ, auf ihre Berufswahl vorzubereiten“, betont Schlimm.

Gut ein Viertel des Hauptschul-Gebäudes wird bereits von der Gesamtschule genutzt. In den Fachräumen und in der Sporthalle indes sei man „Gast“ der Hauptschule, zu der man ein kollegiales und kooperatives Verhältnis pflege, sagt Robert Roßmüller.

Von Jahr zu Jahr entwickelt sich die Einrichtung extensiv wie intensiv weiter. Damit biete sich die Chance, „im Verbund mit den Kollegen etwas Großartiges zusammenzubasteln“, freuen sich Schlimm und Roßmüller. Dass die neue Gesamtschule nicht in einem Neubau ihr Domizil fand, stört die beiden in keinster Weise – im Gegenteil: „Das alte Gebäude aus den 70er Jahren hat einen ganz besonderen Charme. Die Räume und Flure sind lichtdurchflutet und hell, die Klassenräume groß. Zudem ist das Gebäude in eine idyllische, Ruhe ausstrahlende Landschaft eingebettet.“ Und für noch mehr prima Klima in der Schule sorgt das Pärchen Self und Selfi Gangel, der Clown und seine Mausfrau, jene lebensgroßen Pappmachee-Figuren, die Schüler, Lehrer und Besucher vor dem Sekretariat begrüßen.

Nach drei Monaten: Schulleiter Reinhold Schlimm zieht eine durchaus positive Bilanz: „Das System funktioniert und hat sich – das ist meine Erkenntnis aus den Gesprächen mit Eltern – schon etabliert.“ Und das junge Pflänzchen Gesamtschule wird noch mehr Wurzeln schlagen: Am Mittwoch, 21. November, erfolgt der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau: mit Mensa, Naturwissenschaftsräumen und Bibliothek. Kostenpunkt rund 1,3 Millionen Euro. Fehlt nur noch eine sinngebende Bezeichnung für die Gesamtschule Gangelt-Selfkant. „Aber da sind wir eifrig auf der Suche“, gibt sich Reinhold Schlimm optimistisch.

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