Erkelenz - Mit neuem Theaterstück die Messlatte übersprungen

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Mit neuem Theaterstück die Messlatte übersprungen

Von: Christian Bosten
Letzte Aktualisierung:
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Das Oberstufentheater des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz präsentierte an drei Abenden Sibylle Berg`s „Helges Leben“. Die Aufführungen zeugten von hervorragenden Schauspielerleistungen. Foto: Koenigs

Erkelenz. Die Aufregung war schon im Vorfeld spürbar, denn das Oberstufentheater des Cusanus-Gymnasiums hatte sich mit dem Stück „Helges Leben“ die Messlatte extrem hoch gelegt. „Die Theaterarbeit benötigt hohes Engagement. Bei der Auswahl der Stücke wurde deshalb auch heftigst diskutiert“, so Schulleiterin Rita Hündgen bei der Begrüßung vor der Premiere im Atrium der Schule.

Mit dem ausgewählten gesellschaftskritischen Drama würde die seit 1977 bestehende Theatertradition am Cusanus fortgeführt. Die Zuschauer mussten ihr Kommen wahrlich nicht bereuen, denn das Ensemble der 61 Schülerinnen und Schüler zeigte eine äußerst gelungene Umsetzung der grotesken Tragödie aus der Feder von Sibylle Bergs aus dem Jahr 2000.

Nach der Geburt gemieden

Im Mittelpunkt stand Helge (Joshua Krause), der von seinen Eltern nach seiner Geburt gemieden wurde. Während sich seine Mutter (Jenny Wilbricht) mehr um die Befindlichkeiten ihrer Figur kümmerte, standen für seinen Vater (Jan Ophüls) die Tannennadeln des Nachbarn im Blickpunkt des Interesses.

Übrig blieb dabei immer nur Helge. In sich gekehrt und sehr einsam. Seine einzigen Wegbegleiter in dieser Zeit blieben seine Ängste (Hannah Esser, Jevini Rasamogan, Jan Ophüls), die ihn auf Schritt und Tritt begleiteten.

Versuch der Annäherung

Der Versuch Vater und Sohn einander anzunähern, in dem sie sich ein gemeinsames Hobby zu legen und dadurch ihren Kontakt intensivieren konnten, scheiterte bereits im ersten Ansatz. Vielmehr entpuppten sich seine Ängste als Unruhepol. Helge entwickelte sich viel mehr von einem verängstigten zu einem aggressiven Jungen.

Zum Nachdenken angeregt

Ganz im Sinne von Frau Tod (Dilek Sezen), denn der plötzlich wie verwandelte Helge ließ seine Aggressionen an seinem Vater aus, den er schließlich erschlug. Um diese grotesken und sehr zum Nachdenken anregenden Situationen noch absurder zu gestalten, gab es am Rande noch Zuschauer der besonderen Art. Reh (Franziska Reul) und Tapir (Julian Dann) verfolgten auf dem Sofa das Treiben rund um Helge. Eine Art Fernseh-Voyeurismus der außergewöhnlichen Art. Selbst Frau Gott (Milena Esser), die sich um den seelisch zerrissenen Jungen sorgte, musste erkennen, dass die Spezies Mensch sich nicht gegen die Unwägbarkeiten des Lebens wehren kann. Der Mensch bleibt am Ende immer auf der Strecke.

Mit dem Stück „Helges Leben“ bewies das Ensemble des Oberstufentheaters des Cusanus-Gymnasiums, das die Messlatte für solch ein Stück zwar hoch, aber nicht unüberwindlich war. Eine gelungene Vorstellung, die Lust auf weitere Auftritte dieser Art macht.

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