Mit Leichtigkeit schwerste Dinge drehen

Von: Nicola Gottfroh
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Satte 35 Tonnen wiegen die Stahlteile, die der Coilwender, der selbst 13 Tonnen auf die Waage bringt, künftig in gerade einmal 20 Sekunden um 90 Grad drehen wird. Foto: Nicola Gottfroh
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Satte 35 Tonnen wiegen die Stahlteile, die der Coilwender, der selbst 13 Tonnen auf die Waage bringt, künftig in gerade einmal 20 Sekunden um 90 Grad drehen wird. Foto: Nicola Gottfroh

Wassenberg. Es ist groß, das Meisterstück der Firma Wallraven und ein gelungenes Beispiel für Innovationskraft und technisches Know-How in der Region. Mit vier Metern sogar so groß, dass es nur noch knapp in die Werkstatthalle des Wassenberger Maschinenbauunternehmens passt. So riesig die Maschine ist, so stark ist sie auch.

Denn der Coilwender, so nennt sich das Gerät, schafft es beinahe im Handumdrehen, schwerste Gegenstände um 90 Grad zu drehen. Er gehört nach Auskunft der Firmenchefs zu den mächtigsten Exemplaren auf dem Markt. „Das Wenden von Stahlcoils und Papierballen ist ebenso möglich, wie das Drehen von Spritzgusswerkzeugen. Dafür reichen aber oft auch unsere kleineren Coilwender.

Dieser hier soll tonnenschwere Stahlzylinder drehen“, sagt Thomas Esser, Maschinenbauingenieur, Konstrukteur des Coilwenders und einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Aus Kundenanfragen habe sich vor 18 Jahren der Bau eines solchen Gerätes ergeben. Der erste Ballenwender, wie der Coilwender auch genannt wird, hatte einst eine Tragkraft von einer Tonne. Über 100 Stück dieser „Werkzeuge“ für die Großindustrie hat das Wassenberger Unternehmen seither konzipiert – und dabei mit elektromechanischem und hydraulischem Antrieb zwei Antriebskonzepte entwickelt.

Und auch die Tragkraft wurde von Gerät zu Gerät größer. „Aber so stark wie dieser hier war noch keiner unserer Coilwender zuvor“, sagt Esser. Satte 35 Tonnen wiegen die Stahlteile, die der Coilwender, der selbst 13 Tonnen auf die Waage bringt, künftig in gerade einmal 20 Sekunden um 90 Grad drehen wird. Einen im Vergleich federleichten Pfannkuchen in der Pfanne zu wenden dauert bei manch ungeübtem Koch länger.

Drei Wochen haben fünf der insgesamt 18 Mitarbeiter der Wallraven GmbH das neueste Stück geplant, vier Wochen an ihm geschraubt, geschweißt, gewerkelt. „Das Gerät besteht praktisch aus drei Teilen: einem Grundrahmen, der V-förmigen Kippplattform und einer Kette mit Motor, die das Verbindungsglied zwischen Rahmen und Kippplattform ist“, erklärt Esser.

Nun wird der 60.000 Euro teure Koloss nach Hattingen zu seinem Auftraggeber überführt. Der wird damit zukünftig Stahlzylinder drehen, die für Abfallpressen benötigt werden. Der jüngste Coilwender wird nicht der letzte sein, der die Halle bei Wallraven verlässt. Sicherlich aber der größte.

Weil Stillstand vor allem in der Wirtschaft Rückschritt bedeutet, baut das Unternehmen nun unmittelbar neben der bestehenden Halle eine neue, in der Geräte mit einer noch größeren Tragkraft gefertigt werden können. „Im Herbst soll die Halle fertig sein – und dann wollen wir Geräte mit 50 Tonnen Tragkraft entwickeln und bauen“, sagt Kurt Wallraven, Seniorchef des Wassenberger Unternehmens.

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