Heinsberg - Mit Checkliste durch die Innenstadt

Mit Checkliste durch die Innenstadt

Von: anna
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Wie Bärbel Windelen (5.v.l.) und Katrin Hennes (vorne rechts) begleitete auch Bürgermeister Wolfgang Dieder (stehend, 3.v.r.) die Teilnehmer des Rundgangs ein Stück des Weges. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hatte der Lokale Teilhabekreis Heinsberg zu einem Rundgang durch die Innenstadt eingeladen. Dabei sollten vorhandene Barrieren für Menschen mit Behinderung dokumentiert werden.

Am 13. September wird der Lokale Teilhabekreis das Ergebnis seiner Aktion Bürgermeister Wolfgang Dieder im Detail vorstellen.

Fünfköpfige Arbeitsgruppe

Eine fünfköpfige Arbeitsgruppe, der neben Cimalia-Isabel Caytan-Delgado und Klaus Hamers auch Katrin Hennes von der KoKoBe Kreis Heinsberg (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle), Bärbel Windelen von der Gemeindesozialarbeit des regionalen Caritasverbandes und Wolfgang Paulus als Leiter des Ordnungs- und Sozialamts der Stadt Heinsberg angehörten, bereitete die Aktion vor. Sie lud alle interessierten Menschen mit und ohne Behinderung ein, eine rund 1,5 Kilometer lange Strecke durch die Innenstadt zurückzulegen und dabei alle Barrieren, die ihnen begegneten, aufzuschreiben. Ebenso sollten aber auch positive Erfahrungen notiert werden.

Stichworte notieren

Der Rundgang führte vom Marktplatz zum Busbahnhof, von dort weiter über die Ostpromenade und die Poststraße, dann am Markt vorbei über die Hochstraße. Von dort ging es über Apfelstraße und Liecker Straße wieder zurück zum Marktplatz. Die Arbeitsgruppe stellte den Teilnehmern eine Checkliste zur Verfügung, in die für die jeweilige Straße oder den jeweiligen Platz Stichworte zu insgesamt acht verschiedenen Punkten notiert werden konnten: zu Parkmöglichkeiten, Treppen und Bürgersteigen, Toiletten und Sanitär, zu Geschäften, Gastronomie, Banken, Ärzten und zum Rathaus.

Auch mit Kinderwagen

14 Teilnehmer zählte der Rundgang. Es hätten Menschen mit einer geistigen, einer körperlichen oder psychischen Behinderung teilgenommen, aber auch betroffene Verwandte und zeitweise eine Mutter mit Kinderwagen, berichtet Bärbel Windelen. Hier schon einige Ergebnisse: Auf dem Marktplatz wurden vor allem zu schmale, zu kurze und zu wenige Behinderten-Parkplätze moniert.

Eine Anregung aus dem Rundgang war, die Ladestation für E-Mobile am Marktplatz auch für E-Rollstühle nutzbar zu machen. Notiert wurde weiterhin, dass Menschen mit Behinderung zum Busbahnhof einen großen Umweg in Kauf nehmen müssen, da von der Hochstraße aus direkt nur eine Treppe dorthin führt. Mühsam voran kamen die Teilnehmer des Rundgangs auf der Ostpromenade. Dort nahmen sie viele Unebenheiten auf dem Bürgersteig wahr und bemerkten auch eine für sie zu kurze Grünphase am beampelten Fußgängerüberweg.

Wie schon andernorts zuvor fielen auf der Hochstraße Behinderungen durch Kleiderständer auf den Gehwegen auf. Wie Tische und Stühle als Barrieren auf den Bürgersteigen oder zu hoch angebrachte Geldautomaten standen auch immer wieder die vor Ort fehlende Behindertentoilette auf den Checklisten.

Behindertentoilette

Beim Test der Behindertentoilette im Rathaus stellte sich heraus, dass sie für einen E-Rolli zu eng ist. Bemängelt wurde hier zudem, dass sich schon die Eingangstür des Rathauses für Rollstuhlfahrer gar nicht öffnen lässt. Aber auch Positives notierten die Teilnehmer. So freuten sie sich bei ihrem Rundgang etwa über bereits zahlreich abgeflachte Bürgersteigzugänge oder barrierefrei zugängliche Geschäftslokale und hilfsbereites Personal in den Geschäften. Ein Wermutstropfen zum Stichwort Geschäfte jedoch: Die erste Etage eines Geschäftes können Menschen im Rollstuhl über die Rolltreppe nicht erreichen.

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