Heinsberg-Oberbruch - Mit Bildung gegen Armut und Hunger

Mit Bildung gegen Armut und Hunger

Von: Anna Petra Thomas
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Erzählen und entdecken: Solch buntes Spielzeug sieht Josephine Alum aus Uganda bei ihrem Besuch in der Kindertagesstätte St. Aloysius zum ersten Mal in ihrem Leben. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. „Was ist das?“ Staunend deutet Josephine Alum auf die vielen bunten Bausteine aus Kunststoff, mit denen die Kinder sich auf dem Teppich tummeln und daraus kleine Häuser bauen. Die Mutter dreier Kinder hat solch buntes Spielzeug nie zuvor gesehen. Sie stammt aus einem kleinen Dorf im Norden Ugandas. Am Mittwoch kommt sie nach Oberbruch, in die Kindertagesstätte St. Aloysius, um den Kindern hier von ihrem Leben in Uganda zu erzählen.

Das Projekt, bei dem sie als Erwachsene lesen und schreiben gelernt hat, gehört zu den beiden, mit dem dieses Jahr beispielhaft das Wirken des Hilfswerks Misereor verdeutlicht wird.

In Uganda leide ein Drittel der Bevölkerung, mehr als elf Millionen Menschen, täglich Hunger, begründet Misereor seinen Spendenaufruf im Rahmen der mittlerweile 56. Fastenaktion. „Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen“, lautet in diesem Jahr das Leitwort. In einem der beiden Projekte geht Misereor zugleich ein zweites Problem an. Denn nicht einmal zehn Prozent der Menschen, die in der Diözese Kotido im Norden von Uganda leben, können lesen und schreiben. „Funktionale Alphabetisierung und Landwirtschaft“ (FAL) heißt das Projekt. Gemeinsam mit den Frauen in den Dörfern wird überlegt, welche Probleme sie haben.

Bei der Suche nach Lösungen lernen sie dabei zugleich lesen und schreiben. Darüber hinaus lernen sie, Gemüse anzubauen und es auf dem Markt zu verkaufen. Dafür stellt ihnen Misereor die notwendige Ausrüstung zur Verfügung und hat auch den Bau von Bewässerungsanlagen finanziert, damit der Gemüseanbau auch in der Trockenzeit möglich ist.

Vier Stationen

Sieben der 1300 Frauen, die mittlerweile in das 2003 gestartete Projekt eingebunden sind, hat Misereor eingeladen, über ihr Leben in Uganda zu berichten. Vier Stationen gibt es im Bistum Aachen. Dazu gehört auch der Besuch von Josephine Alum in Oberbruch. Begleitet wird sie von Marianne Schwab, der Initiatorin dieses Projekts in Uganda, und von Dolmetscherin Katja Holzwarth.

Alle drei sind beeindruckt von der Intensität, mit der sich die Kinder in ihren drei Gruppen am Beispiel des zwölfjährigen Hirtenjungen Lokutaan mit dem Leben der Menschen in Uganda beschäftigt hatten. Und die Kinder sind natürlich begeistert, dass Josephine Alum ihnen berichten kann, Lokutaan, über den sie in einem Film sehr viel erfahren haben, sogar persönlich zu kennen.

Mit „Jambo“ singen sie ihren Besuchern ein Willkommen in Kisuaheli. Sogar passende Musikinstrumente haben sie dazu mit in die Kita gebracht. Danach präsentieren sie die Arbeit in ihren drei Gruppen. Sie haben zum Thema gemalt, etwa Bilder von Ziegen mit Hilfe farbiger Abdrücke ihrer Hände, und gebastelt, zum Beispiel Flaggen, Girlanden mit Tieren oder Hütten aus brauner Pappe mit echtem Stroh auf dem Dach. Sogar gekocht haben sie und für den Besuch ein kleines Buffet vorbereitet. Die kleinen Fladen, selbst gemacht nach einem Rezept aus Afrika, schmecken allen köstlich.

Schließlich übergeben die Kinder Josephine Alum symbolisch die kleinen Opferkästchen, in denen sie ein wenig Geld gespart haben, um den Kindern in Afrika zu helfen.

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